Make Your School: Remote-Hackdays am Gymnasium

Die Hackdays sind Projekttage, die die Initiative Make Your School an Schulen durchführt. An 3 Schulen wurde dieses Projekt als Onlineveranstaltung getestet.

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Am Gymnasium Goetheschule in Hannover fanden am 29. und 30.6.20 die sogenannten Remote-Hackdays statt. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Initiative "Make Your School" mit dem Gymnasium zusammen Hackdays durchgeführt. Zu diesen Veranstaltungen bringt Make Your School Materialkoffer in die Schule, die alles enthalten, was man für kreative Digitalprojekte braucht. Dazu gehören verschiedene Mikrocontroller, Sensoren, Motoren und Breadboards. Die Schülerinnen und Schüler haben dann die Aufgabe, Projekte zu entwickeln, die ihren Schulalltag verbessern und ihre Ideen in Prototypen umzuwandeln. Make Your School stellt neben dem Material auch erfahrende Mentorinnen und Mentoren, die die Projekttage begleiten.

Durch die Corona-Pandemie musste bereits die Hälfte der in diesem Schuljahr geplanten Hackdays abgesagt werden. Da außerunterrichtliche Veranstaltungen an vielen Schulen und in einigen Bundesländern oftmals noch mindestens für das ganze Kalenderjahr untersagt sind, haben sich die Macherinnen hinter der Initiative Gedanken gemacht, wie sie Schüler*innen auch auf dem virtuellem Weg in der Homeschooling-Situation erreichen können.

Daraus ist ein Konzept für die Remote-Hackdays entstanden. Aktuell testet Make Your School das neue Format im Rahmen einer kleinen Pilotphase mit einer Auswahl an Schüler*innen. Das Gymnasium Goetheschule war dabei die zweite Testschule. Wie auch die Präsenzveranstaltungen sind die Remote-Hackdays insgesamt für 15 bis 30 Teilnehmende ausgelegt und erstrecken sich über zwei Tage. Die Mentor*innen aus verschiedenen technischen Fachbereichen begleiten die Remote-Hackdays weiterhin inhaltlich, nur schalten sie sich eben virtuell zu.

Die Schulen erhalten vor der Veranstaltung standardisierte Material-Kits, die sie an die Jugendlichen verteilen. Jede*r Schüler*in arbeitet dann von Zuhause am eigenen Rechner und erstellt dort einen eigenen Prototyp. Trotzdem steht auch bei den virtuellen Hackdays Teamwork im Vordergrund: Für die Remote-Hackdays wird ein Videokonferenztool verwendet, wobei die Schüler*innen in Breakout-Rooms die Möglichkeit erhalten, gemeinsam zu brainstormen und zu tüfteln.

In der Ideenfindungsphase sollen sich die Schüler*innen überlegen, wie sie ihre Homeschooling-Situation oder ihre Schulbesuche unter den besonderen Bedingungen in der Coronazeit mit Hilfe von digitalen und technischen Tools verbessern können. Die Ideen werden an gemeinsamen virtuellen Pinnwänden erstellt und in Projektgruppen umgesetzt. Die Mentor*innen springen zwischen den virtuellen Gruppenräumen hin und her und beantworten Fragen und helfen bei der Umsetzung der Projektideen. Am Ende stellen die Jugendlichen ihre Ergebnisse vor allen Teilnehmenden vor.

Oliver Burmeister, der begleitende Lehrer an der Goetheschule, sagt über diese virtuelle Zusammenarbeit: "Bei den Hackdays in der Schule übernehmen alle die Aufgaben, die sie am Besten können. Die einen programmieren und die anderen bauen das Gehäuse. Das ging hier nicht. Wer mitmachen wollte, konnte sich nicht an einem Punkt rausziehen, sondern alle mussten alles machen und hatten eine hohe Verantwortung für ihr eigenes Projekt. Das hat eigentlich ganz gut geklappt." Des Weiteren lobt der Physiklehrer den kommunikativen Aspekt der Zusammenarbeit: Dadurch dass die Schüler*Innen nicht in einem Raum saßen, mussten sie sich gegenseitig viele Aspekte ihrer Projekte erklären.

Prototyp für ein Gerät zur Vermeidung von angebranntem Essen - die Autorin bittet um schnelle Weiterentwicklung!

Insgesamt sind bei den Remote-Hackdays in Hannover sechs Prototypen entstanden. Dabei war ein Händewasch-Alarm, der beim nach Hause kommen oder dem Betreten der Schule an das regelmäßige Händewaschen erinnert. Die Schüler*innen arbeiteten hierbei mit einem Drehwinkelsensor an der Türklinke und einem LC-Bildschirm, an dem die Erinnerung angezeigt wird. Ein anderes Team hat eine Art Task-Manager gebaut, der dabei hilft, den Homeschooling-Alltag zu strukturieren. Ein weiteres Projekt widmet sich dem Problem, dass Essen bei der Arbeit zuhause gerne anbrennt. Mit einem Temperatursensor und einem LC-Display ausgestattet, zeigt dieser Alarm an, wann man in die Küche zurrückkehren muss.

Essen-Anbrenn-Alarm
Ersetzt noch nicht das Umrühren, ist aber schon einmal ein viel versprechender Start: Temperaturüberwachung für Töpfe auf dem Herd mit LC-Display, auf dem eine Warnmeldung ausgegeben wird, wenn das Essen fertig ist.
(Quelle: Gymnasium Goetheschule)

Make Your School will die Sommerferien dafür nutzen, die Pilotphase des Projekts zu reflektieren und sich Gedanken darüber zu machen, inwiefern das Format Zukunft hat. Diese Evaluierung wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kommunikationswissenschaft an der TU Braunschweig durchgeführt. Ausführliche Feedback-Gespräche mit den Lehrkräften zeigen, dass das Format sehr gut angenommen und insgesamt sehr positiv bewertet wird.

Die Remote-Hackdays werden mit Unterstützung des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der TU Braunschweig evaluiert. Dazu gehören ausführliche Feedback-Gespräche mit den Lehrkräften, wobei die bisherigen Ergebnisse und Gespräche zeigen, dass das Format sehr gut angenommen und insgesamt sehr positiv bewertet wird.

Make Your School ist sich der aktuellen Diskussion um die Zugänglichkeit von Homeschooling für Schüler*innen bewusst. Für die Remote-Hackdays arbeiten sie eng mit den Lehrenden zusammen, um sicher zu stellen, dass alle interessierten Schüler*innen unabhängig von ihrer eigenen technischen Ausstattung teilnehmen können. (esk)