"Map of the Universe": 200.000 Galaxien im sichtbaren Kosmos visualisiert

Seit über 20 Jahren wird für den Sloan Digital Sky Survey das All kartiert. Nun wurde aus den Daten eine eindrucksvolle Onlinekarte erstellt.

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Zwei Forscher aus den USA haben eine zumindest teilweise interaktive Karte erstellt, die wissenschaftlich korrekt die Positionen von Hunderttausenden Galaxien zeigt. Sie ist online einsehbar, außerdem können Poster der eindrucksvollen Darstellung heruntergeladen werden.

Die Karte basiert auf den Daten des Sloan Digital Sky Survey, einem der bislang umfangreichsten Himmelsatlanten überhaupt. Ausgehend von der Erde beziehungsweise der Milchstraße als zentralem Bildpunkt enthält die "Map of the Universe" relativ dazu die Position von 200.000 Galaxien und deren Farbe am Firmament. Sichtbar werden vor allem die quasi unvorstellbaren Maßstäbe des Universums, denn alle dieser Galaxien enthalten Milliarden Sterne und noch mehr Exoplaneten.

Öffnet man die "Karte des Universums", sieht man zuerst jede Menge Punkte, die laut Beschreibung alle realen Galaxien entsprechen. Scrollt man nach unten, bekommt man einen Überblick über den gesamten Atlas des Sloan Digital Sky Survey. Ausgehend von der Erde sind die damit beobachteten Galaxien in Form eines Pizzastücks je nach ihrer Entfernung dort zusammengetragen. Über "Explore the Map" lässt sich ein weiterer Ausschnitt genauer erkunden. Zu sehen ist ein Streifen, den man nach oben scrollen und dabei ausgehend von der Milchstraße zu den entfernteren Galaxien vordringen kann. Eine gesonderte Ansicht zeigt die jeweils versammelten Galaxien an einem virtuellen Sternenhimmel.

Die uns nächsten Galaxien sind lichtschwach und blau, weiter entferntere werden dann immer gelber. Weil das Licht auf dem Weg zu uns ins Rote verschoben wird, werden die noch weiter entfernteren dann immer röter, an der Seite zeigt eine gesonderte Skala, wie weit in der Vergangenheit wir die Galaxien jeweils sehen. Weiter entfernt kann das Sloan Digital Sky Survey nur noch aktive Galaxienkerne abbilden, das sind riesige Schwarze Löcher, um die einfallendes Material immens erhitzt wird. Schließlich verbleiben nur noch ins Rote verschobene Quasare und das Ende des sichtbaren Universums, der sogenannte Mikrowellenhintergrund.

Das Sloan Digital Sky Survey ist eine sogenannte Himmelsdurchmusterung, die seit dem Jahr 2000 von Apache-Point-Observatorium im US-Bundesstaat New Mexico aus durchgeführt wird. Das wird dafür Nacht um Nacht auf einen leicht abgeänderten Ausschnitt des Himmels gerichtet und sammelt dort Daten zu den Galaxien und deren Rotverschiebung. Bis vor wenigen Monaten handelte es sich bei dem so erstellten Himmelsatlas um den umfangreichsten überhaupt, inzwischen bricht das Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) aber alle Rekorde. Trotzdem vermittelt die "Map of the Universe" einen Eindruck von den gigantischen Ausmaßen des uns bekannten Universums. Mit speziellen Instrumenten wie dem Weltraumteleskop James Webb können wir aber noch tiefer gucken.

(mho)