Mars-Bohrinstrument HP³ kommt nicht in den Boden: Forscher geben auf

Seit zwei Jahren versucht das Bohrinstrument HP³ in den Marsboden zu gelangen, um dort die Temperaturen zu messen. Das gelingt nicht und nun ist Schluss.

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Etwas tiefer war es noch gegangen.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Martin Holland

Die NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) geben ihre Versuche auf, das Bohrinstrument HP³ der Sonde Insight weiter in den Boden des Mars zu bekommen. Auch nachdem HP³ zuletzt mit der Hilfe des Roboterarms von Insight unter die Oberfläche gedrückt worden war, hatten 500 Hammerschläge am vergangenen Wochenende keinen erkennbaren Fortschritt gebracht.

Die Wissenschaftler geben sich deswegen nun geschlagen und werden nicht mehr versuchen, das Messgerät tiefer in den Boden zu hämmern. Es soll nun wenigstens weiter die Temperaturen in dieser obersten Schicht des Untergrunds messen. "Dieser Planet ist und bleibt ein schwierig zu erforschender Nachbar", konstatiert das DLR.

Als Insight Ende 2018 auf dem Mars gelandet war, hatte die NASA-Sonde unter anderem das Instrument HP³ (Heat Flow and Physical Properties Package) aus Deutschland an Bord. Das sieht aus wie ein großer Nagel, verfügt über einen eingebauten Hammer und zieht ein Kabel hinter sich her, das mit Temperatursensoren bestückt ist. Eigentlich sollte sich HP³ selbstständig in drei bis fünf Meter Tiefe hämmern und bis auf ein Tausendstel Grad Celsius genau die Temperaturen messen. Daraus hätte sich unter anderem ermitteln lassen, wie sich das Innere des Roten Planeten entwickelt hat und ob der noch immer über einen heißen flüssigen Kern verfügt. Doch nach den ersten Hammerschlägen im März 2019 ging es bald nicht weiter und die Forscher versuchten auf verschiedenen Wegen, die unerwarteten Probleme zu lösen.

Nachdem HP³ aus eigener Kraft einfach nicht in den Boden eindringen konnte, hatten die Wissenschaftler vergangenes Jahr das Vorgehen geändert. Sie platzierten den Roboterarm von Insight als Widerstand hinter HP³ um ihn so in den Untergrund zu drücken. Auf diese Art und Weise gelang es ihnen, HP³ immerhin so tief in den Boden zu drücken, dass er komplett mit Sand bedeckt war, aber mehr als ein Zentimeter war das wohl nicht. Später hatten sie auch seitliche Hohlräume verfüllt, damit das Instrument genug Widerstand hat. Trotz der sorgfältigen Vorbereitung konnten die letzten 500 Hammerschläge das Instrument aber einmal mehr nicht in den Boden bringen, erklärt das DLR nun. Damit seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft und die Forscher geben auf.

"Der Maulwurf wurde basierend auf den Bodenanalysen von NASA-Rovern wie Spirit und Opportunity entwickelt", erklärt nun Troy Hudson vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. Aber der Untergrund an der Landestelle von Insight, "ist völlig anders als alles, was wir bisher gesehen haben". Immerhin habe man viele Erfahrungen gesammelt, die bei künftigen Versuchen, unter die Marsoberfläche zu gelangen, helfen werden, meint Tilman Spohn vom DLR.

Heike Rauer, ebenfalls vom DLR, ergänzt, dass man natürlich traurig sei, dass nach den vielen Jahren der Planung, Entwicklung und Konstruktion des Instruments nicht alle Komponenten so funktionieren, wie erhofft. Aber "wir werden weiter versuchen, dem Mars seine Geheimnisse zu entlocken, um herauszufinden, ob es wirklich dort einmal Leben gab. Die nächsten Experimente sind schon in der Entwicklung."

(mho)