Mars-Hubschrauber Ingenuity: Lösung für Software-Problem gefunden

Bei der NASA wurde eine Lösung für das Problem gefunden, das den Erstflug von Ingenuity verhindert hat. Bis zu einem zweiten Versuch wird es aber dauern.

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Ingenuity auf dem Mars

(Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU)

Das für den Mars-Hubschrauber Ingenuity verantwortliche Team hat eine Lösung für das Problem gefunden, das den geplanten Erstflug am Sonntag verhindert hat. Dabei handelt es sich demnach um einen Fehler in der Sequenz der Steuerungsbefehle. Übers Wochenende habe man verschiedene potenzielle Lösungen entwickelt und überprüft, teilte die NASA nun mit. Eine kleine Korrektur und Neuinstallation der Flugkontrollsoftware von Ingenuity habe sich als stabilste herausgestellt. Damit würde der Boot-Vorgang modifiziert, um einen sichereren Wechsel in den Flugmodus zu gewährleisten. Die Modifikation wird derzeit noch getestet, ein neuer Termin für den Erstflug soll kommende Woche festgelegt werden.

Ingenuity steht seit anderthalb Wochen auf dem Mars, der NASA-Rover Perseverance hatte ihn mitgebracht und abgesetzt. Danach war der geplante historische Erstflug vorbereitet worden, doch dann hatte es am vergangenen Freitag ein Problem gegeben. Ein Test der Rotoren war durch eine Kontrollsoftware abgebrochen worden, woraufhin der Starttermin verschoben wurde. Auch wenn man dafür nun eine Lösung gefunden zu haben glaubt, werde der Prozess der Prüfung, des Updates und der erneuten Tests nach Protokoll verlaufen und eine Weile in Anspruch nehmen. Mit den Verzögerungen dürfte sich das Zeitfenster verkürzen, in dem Ingenuity nach einem möglichen Erstflug weitere Flüge unternehmen kann, denn die NASA hat der Teilmission 30 Tage Zeit eingeräumt.

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Der kleine Hubschrauber ist eine Art Technikdemonstration und nicht Teil der Hauptmission von Perseverance. Er soll als erstes menschengemachtes Objekt über einen anderen Planeten fliegen und erst einmal beweisen, dass das auf dem Mars überhaupt möglich ist. Genau genommen wird es sich um den ersten motorisierten Flug über einen anderen Planeten handeln, im Frühjahr 1985 hatte die Sowjetunion bereits zwei Ballone in der Venusatmosphäre ausgesetzt. Ingenuity soll nun zuerst in mehreren Metern Höhe über dem Startort schweben und Fotos machen. Später könnte er sich auch seitlich davon weg bewegen. Wenn Ingenuitys Missionszeit abgelaufen ist, wird Perseverance ihn zurücklassen und sich seiner zentralen Mission widmen, der Suche nach Spuren von möglichem Leben.

Die Verantwortlichen verweisen nun darauf, dass es nicht ungewöhnlich sei, bei solchen Missionen auf derartige Schwierigkeiten zu stoßen, die in Echtzeit gelöst werden müssen. Weil man hier mit hohem Risiko etwas vorantreibe, was bestenfalls ein immenser Erfolg werden könnte, könne man hier auch anders vorgehen als bei Missionen, die auf Jahre angelegt sind. Während das Ingenuity-Team nun mit Hochdruck an der Behebung des Problems arbeite, könne Perseverance aber weiterhin Messungen vornehmen und bereite gegenwärtig den ersten Test des Experiments Moxie vor. Damit soll in Vorbereitung möglicher bemannter Missionen direkt aus der Mars-Atmosphäre Sauerstoff gewonnen werden.

Siehe zur NASA-Mission Perseverance:

(mho)