Mars-Rover Perseverance: Verschlüsselte Botschaften und immer mehr Fotos

Die NASA-Ingenieure haben auf ihrem Mars-Rover wieder ein paar Easter-Eggs versteckt. Das größte findet sich direkt im Bremsfallschirm.

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(Bild: NASA/JPL-Caltech/heise online)

Von
  • Martin Holland
Es wird voll am Mars

Nach der ersten Videoaufnahme einer Landung auf einem anderen Planeten hat die NASA der Öffentlichkeit weitere Fotos der Mars-Mission Perseverance zur Verfügung gestellt. Die Sonde sendet Graustufenbilder für verschiedenen Farbkanäle, aus denen sich Farbfotos zusammensetzen lassen. Internetnutzer aus aller Welt haben darin versteckte Besonderheiten entdeckt und ein Rätsel gelöst, das gar nicht explizit gestellt worden war: Im Muster des Bremsfallschirms, mit dessen Öffnung das beeindruckende Landevideo beginnt, ist eine Botschaft codiert.

(Quelle: NASA/JPL-Caltech)

Nachdem Twitternutzer bereits Stunden nach der Veröffentlichung des Videos den Code auf dem Bremsfallschirm entdeckt hatten, löste Perseverance-Chefingenieur Adam Steltzner die versteckte Botschaft auf: In 7-Bit-Code steht auf insgesamt vier Ringen "DARE MIGHTY THINGS 34 11 58 N 118 10 31 W". Das sind die Koordinaten des Eingangs zum Jet Propulsion Laboratory (JPL), wo Perseverance gebaut wurde, und dessen inoffizielles Motto "Wage gewaltige Dinge" lautet.

Schon bei Perseverances Vorgänger Curiosity hatten die Ingenieure Easter-Eggs versteckt. Dessen Räder hinterließen beispielsweise im Marsboden die Buchstaben "JPL" in Morsezeichen. Und auf einer Plakette heißt es "Explore as One", also "Erkunde als eine Einheit".

Das "Familienporträt"

(Bild: NASA/JPL-Caltech/heise online)

(Bild: NASA/JPL-Caltech/heise online)

Die NASA hat nun aber nicht nur einzelne Bilder veröffentlicht, die bei der Landung aufgenommen wurden, sondern auch Graustufen-Fotos der Navcams. Wie schon die Bilder der unter dem Rover positionierten Hazcams zeigen sie Graustufen, können also zu Farbbildern zusammengefügt werden. Da sie aber auf dem Rover montiert sind, erlauben sie einen viel besseren Überblick und unter anderem auch das erste zusammengesetzte Panorama, das die NASA am Montag veröffentlicht hatte.

Außerdem wurde der Rover damit selbst fotografiert, was weitere kleine Details enthüllt. So gibt es auf der Oberseite des Rovers ein kleines "Familienporträt" aller Mars-Rover der NASA. Zu sehen sind Sojourner, Spirit, Opportunity, Curiosity und Perseverance, sowie der jetzt mitgebrachte Hubschrauber Ingenuity. Und auch das Kalibrierungswerkzeug erzählt eine Geschichte.

Perseverance: Erste Fotos der Navigationskameras (11 Bilder)

(Bild: NASA/JPL-Caltech/heise online)

Aber nicht nur der Rover macht fleißig Fotos und sammelt Daten, der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) der NASA hat Perseverance bereits aus der Umlaufbahn wiedergefunden, nachdem vorher die Landung abgebildet wurde. Eine Aufnahme zeigt nicht nur den Rover, sondern auch den nicht weit entfernt heruntergefallen Fallschirm, den Hitzeschild und die Bremsstufe, die Perseverance abgesetzt hatte. Zu erkennen ist die direkte Umgebung, darunter auch mehrere kleine und zwei etwas größere Krater.

Perseverance, der Fallschirm, die Bremsstufe und der Hitzeschild auf dem Mars.

(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Perseverance war vergangenen Donnerstag auf dem Mars gelandet. Obwohl die Landung für die Ingenieure eine noch größere Herausforderung war als beim Vorgänger Curiosity, hat alles tadellos geklappt. Das zeigt das Video, das die NASA am Montag veröffentlicht hat. Es ist das Erste seiner Art und dürfte nicht nur bei der US-Weltraumagentur für Begeisterung sorgen. Zuerst hatte ein Bremsfallschirm die enorme Geschwindigkeit des Gefährts abgebremst, knapp über dem Boden hatten die Bremsraketen der Abstiegsstufe den Rover dann auf Schrittgeschwindigkeit verlangsamt und an einer Stelle abgesetzt, die der autonom ausgewählt hatte. Die liegt im Jezero-Krater, wo nun unter anderem nach Spuren von früherem Leben gesucht werden soll.

Perseverance: Aus Einzelbildern zusammengefügte Farbbilder (8 Bilder)

Der Blick nach hinten rechts.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/heise online)

(mho)