Mars-Rover Perseverance und Hubschrauber Ingenuity auf einem ersten Selfie

Auch Perseverance kann sich auf dem Mars ohne Hilfe selbst fotografieren. Der NASA-Rover hat nun sein erstes Selfie aufgenommen. Das zeigt ihn mit Ingenuity.

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Perseverance: Selfie mit Ingenuity

(Bild: NASA/JPL-Caltech/MSSS)

Von
  • Martin Holland

Der NASA-Rover Perseverance hat auf dem Mars nun sein erstes Selfie aufgenommen, das ihn zusammen mit dem kleinen Hubschrauber Ingenuity zeigt, der am Wochenende zu seinem ersten Flug abheben soll. Das aus 62 Einzelbildern zusammengesetzte, von einem Roboterarm aufgenommene Panorama zeigt die beiden etwa vier Meter voneinander entfernten Geräte, die nähere Umgebung und die Spuren, die Perseverance bei seinen ersten Fahrten hinterlassen hat.

Diese Art Selbstporträts hatte zuerst Perseverances Vorgänger Curiosity gemacht und dafür den Roboterarm genutzt. Weil dieser den Rover aus einer gewissen Entfernung ablichten kann, sehen die Bilder so aus, als hätte sie ein weiteres Gerät aufgenommen.

So sehen die Navcams den Roboterarm, wenn er ein Selfie aufnimmt (hier bei Curiosity) (Quelle: NASA/JPL-Caltech)

Großaufnahme von Ingenuity

(Bild: NASA/JPL-Caltech/ASU)

Mit der Aufnahme der Einzelbilder hat sich Perseverance nun beschäftigt, während die Aufmerksamkeit auf dem Hubschrauber Ingenuity liegt. Den hatte Perseverance am Wochenende abgestellt; er hat inzwischen unter Beweis gestellt, dass er die extrem kalten Nächte auf dem Roten Planeten überstehen kann. Nun wurden außerdem die Rotoren aufgefaltet, die Vorbereitungen auf den historischen Erstflug nähern sich ihrem Ende. Wenn die Ingenieure der NASA mit den letzten Tests zufrieden sind, schicken sie an Perseverance die Softwarebefehle für den ersten Flug und der leitet sie an Ingenuity weiter. Wann das so weit ist, hängt unter anderem an den Windverhältnissen.

Danach wird Ingenuity seine Rotoren auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen und mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde in die Höhe steigen. Drei Meter über dem Boden soll er dann bis zu 30 Sekunden schweben und Fotos machen, bevor er wieder landet. Fotos und Videos werden dann zur Erde geschickt, wo nicht nur die NASA-Verantwortlichen sehnsüchtig darauf warten. Auch Perseverance soll den historischen ersten Flug auf einem anderen Planeten aufzeichnen. Wenn alles gut geht, sollen noch weitere Flüge folgen.

Perseverance steht seit dem 18. Februar auf dem Mars in dem Jezero-Krater am Ende eines mutmaßlich ausgetrockneten einstigen Flussbetts. Nach den Flugtests von Ingenuity soll er sich dahin auf den Weg machen und nach möglichen Spuren von einstigem Leben machen. Dafür hat er verschiedene Instrumente an Bord. Perseverance soll unter anderem auch Bodenproben einsammeln und in speziellen Behältern auf der Oberfläche deponieren. In wenigen Jahren sollen die bei einer künftigen Mission eingesammelt und als erste Proben überhaupt zur Erde gebracht werden, wo sie noch viel genauer untersucht werden können.

Siehe zur NASA-Mission Perseverance:

(mho)