Massive Störung: Zentrale IT der Uni Düsseldorf größtenteils offline

Ein fehlerhaftes VMware-Update hat dafür gesorgt, dass große Teile der IT-Infrastruktur der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf nicht mehr benutzbar sind.

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Die HHU bietet "stilvolle" virtuelle Hintergründe für Video-Konferenzen via Web an, hier zum Beispiel das Oeconomicum.

(Bild: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

Von
  • Fabian A. Scherschel

Seit dem heutigen Donnerstagmorgen kommt es zu massiven Störungen der zentralen IT der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Die Internet-Anbindung der Universität, das Intranet, das E-Mail-System sowie viele der von Studierenden und Mitarbeitern benutzten Dienste und Software-Systeme sind ganz oder teilweise ausgefallen.

Wie die HHU über ihre Social-Media-Präsenz verlauten ließ, liege die Ursache an einem "fehlerhaftem Software-Update des Herstellers VMware". Dadurch habe die zentrale Virtualisierungsumgebung der HHU "derzeit massive Probleme". Eine Behebung könne 24 oder sogar 48 Stunden in Anspruch nehmen.

Mitarbeiter der Uni Düsseldorf berichten von erheblichen Problemen bei ihrer täglichen Arbeit. Welches VMware-Update genau das Problem ausgelöst hat und warum, ist momentan nicht bekannt. Auf Anfragen von heise online konnte die Pressestelle der Universität keine konkreten Antworten geben. Beim Zentrum für Informations- und Medientechnologie (ZIM) der Uni war niemand mit entsprechender Zuständigkeit erreichbar.

Die bis letzten größeren Sicherheitsupdates für VMware-Systeme betrafen vCenter Server Ende September und vRealize in der vergangenen Woche. Bei den Updates im September hatte VMware vor bevorstehenden Ransomware-Angriffe durch einen bereits veröffentlichten Exploit (für die mit CVE-2021-22005 bezeichnete Sicherheitslücke) gewarnt. Obwohl die Probleme im IT-Netz der HHU augenscheinlich ähnliche Symptome wie ein Ransomware-Angriff haben, scheint dies hier aber nicht der Fall zu sein.

Mitarbeiter und Studierende der Universität können sich auf einer Status-Webseite des ZIM über den aktuellen Status der internen IT-Systeme informieren. Die Techniker des ZIM arbeiten momentan mit einem externen Dienstleister an der Reparatur des VMware-Systems. Das sei "sehr komplex" und erfordere eine Wiederherstellung der Software-Version vor dem fehlerhaften Update, teilte die Universität über Twitter und Instagram mit.

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ist die achtgrößte Universität in Nordrhein-Westfalen und steht in Deutschland auf Platz 13 der größten Unis. Sie hat im aktuellen Semester 36.008 Studierende und momentan knapp viertausend ständige Mitarbeiter. Sie ist vor allem wegen ihrer medizinischen Fakultät mit der Anbindung an das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) deutschlandweit bekannt. Das UKD war zuletzt vor einem Jahr wegen weitreichender IT-Ausfälle im Zuge eines Hackerangriffs in den Schlagzeilen.

[Update 22.10.2021 – 12:40 Uhr] Laut der Presseabteilung der HHU handelt es sich bei dem problematischen VMware-Patch um das Anfang Oktober veröffentlichte Update ESXi 7.0 U3. Die Düsseldorfer Uni hatte demnach Probleme mit Systemabstürzen von Thin-Provisioned-VMs und muss deswegen das Update rückgängig machen. Das Problem ist bereits bei VMware gemeldet. Mittlerweile sind laut ZIM die zentralen IT-Dienste der Uni wieder voll funktionsfähig.

(fab)