Master of Business Administration – mit dem MBA schnurstracks ins Top-Management

Für Menschen mit Ambitionen ins Management kann ein MBA der Türöffner sein. Business Schools sind zwar teuer, das entstehende Netzwerk ist dafür unbezahlbar.

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(Bild: fizkes/Shutterstock.com)

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  • Peter Ilg

Expertin oder Experte zu sein hat manche Vorteile. Einer davon ist die Sicherheit, die Fachwissen gibt: Sicher in den eigenen Entscheidungen und sicher anderen Gegenüber sein. Nico Dahl, 32, hat sich auf diesen Weg gemacht und mehr in seine Ausbildung investiert.

Nach seinem Ingenieurstudium hat Dahl bei den Pfalz Flugzeugwerken Aerospace in Speyer in der Berechnung der Bauteilfestigkeit von Flugzeugkomponenten angefangen. Die Firma ist Lieferant für die Luftfahrtindustrie und beliefert Flugzeugbauer wie Airbus und Boeing. Das Produkt sind gebogene und geschweißte Rohrsysteme in denen Sauerstoff in die Passagierkabine strömt und Kerosin zu den Triebwerken. Dahl hat solche Rohre anhand der Finiten-Elemente-Methode analysiert. Nicht lange, nur etwa zweieinhalb Jahre, dann stellte er fest, dass er Wissen vermisst. "Ich wollte verstehen was an den Schnittstellen meiner Arbeit passiert." Im Ein- und Verkauf, in der Kalkulation und im Management. "Ich wollte den Blick für das Große und Ganze."

Der Wunsch, sich betriebswirtschaftliches Wissen anzueignen, ist bei Dahl während seiner Arbeit als Ingenieur entstanden. Er hat mit seinem Vorgesetzten darüber gesprochen und wechselte daraufhin in den Bereich Marketing und Vertrieb. Der erste Schritt in eine neue Richtung war getan. Nach zwei Jahren meldete er sich an der Mannheim Business School für einen berufsbegleitenden Master of Business Administration, kurz MBA, an.

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Ein MBA ist eine Weiterqualifizierung wie ein Master-Studium. "Master-Absolventen sind Experten auf einem Fachgebiet und streben häufig eine Fachlaufbahn an", sagt die Bildungsberaterin Barbara Ziegler, Inhaberin des Instituts für Berufsberatung. Ein MBA ist eine generalistische Managerausbildung und technische Akademiker wie Ingenieurinnen und Informatiker sind die Zielgruppe der Business Schools, die eine solche Ausbildung anbieten. "Ein MBA-Abschluss führt strategisch in eine Führungsposition", sagt Ziegler. Die Ausbildung beschreibt sie als "ein inhaltlich kurzes aber intensives und internationales BWL-Studium, das meist berufsbegleitend absolviert wird". Der Abschluss an einer Top-Business-School führt oft schnurstracks ins Top-Management.

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Ziegler rät nicht grundsätzlich zum MBA. "Es kommt auf die Karriereziele an." Wer aus der Forschung und Entwicklung ins Management will, sollte sich das überlegen. "Für manche Positionen ist der Abschluss für Ingenieure und andere technische Akademiker dort sogar eine Voraussetzung." Interessant kann ein MBA auch für eine berufliche Neuorientierung sein. "Wer in der Forschung und Entwicklung bleiben möchte, sich aber akademisch weiterbilden will, der ist mit einer Promotion besser beraten." Damit wird man zur absoluten Spezialistin oder zum Spezialisten.

MBA-Programme bilden generalistisch aus. "Wir vermitteln ein breites Wissen und decken dabei alle für eine Management-Tätigkeit relevanten Gebiete ab ", sagt Dr. Nina Landauer, Programmdirektorin an der Mannheim Business School. Die bietet drei Programme an: Executive MBA berufsbegleitend, gemeinsamer Executive MBA mit der Wirtschaftshochschule Grande École ESSEC in Paris, ebenfalls in Teilzeit. Diese Studiengänge richten sich an erfahrene Fach- und Führungskräfte. Für Young Professionals gibt es den MBA in Full- und Part-Time, so wie ihn Nico Dahl studiert hat. Vorausgesetzt werden mindestens drei Jahre Berufserfahrung nach dem ersten akademischen Abschluss.

Das Programm dauert zwei Jahre, etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden pro Kurs aufgenommen. Sie sind im Durchschnitt um die 30 Jahre. Die größte Berufsgruppe ist mit einem Drittel bis zur Hälfte Ingenieure, zu denen auch Informatiker zählen. Die Teilnahme kostet 39.500 Euro. Das ist viel Geld, das sich aber rasch amortisiert: Laut Ranking der Financial Times haben die Absolventinnen und Absolventen des Vollzeit MBA in Mannheim einen Gehaltszuwachs von 89 Prozent drei Jahre nach Abschluss gegenüber dem letzten Gehalt vor dem Studienbeginn. "Rankings und eigene Erhebungen zeigen uns, dass sich unsere MBA- und Executive-MBA-Programme in vielen Fällen signifikant auf Karriere- und Gehaltsentwicklung auswirken", sagt Landauer.

Die Mannheim Business School gehört zur Universität Mannheim und die ist führend in den Wirtschaftswissenschaften an Deutschlands Hochschulen. Sie ist von allen drei internationalen Organisationen akkreditiert – nur etwa ein Prozent aller Business Schools weltweit haben diesen akademischen Ritterschlag, der als Gütesiegel in der akademischen Landschaft gilt. In MBA-Rankings rangieren die Mannheimer regelmäßig auf den vorderen Plätzen.

Die Auswahl an MBA-Programmen ist groß. Im deutschsprachigen Raum gibt es um die 300 Möglichkeiten. "Mit MBAs lässt sich im Bildungsmarkt viel Geld verdienen, das führte in den vergangenen Jahren zu einer Inflation an Angeboten", sagt Daniel Vergara, Headhunter im Executive Search beim Personaldienstleister Robert Half. Wer sich für einen MBA entscheidet, sollte darauf achten, dass die anbietende Business School akkreditiert ist. "An einem renommierten Institut bekommt man Zugang zu sehr wertvollen Netzwerken. Der ist Gold wert und kann viel beim Aufstieg helfen." Ehemalige Kommilitonen, die heute im Management sitzen, können den Gang einer Bewerbung im Unternehmen gezielt lenken, andere haben vertrauliche Informationen, wieder andere einen fachlichen Rat. Allein schon wegen solcher Kontakte würden manche noch mehr Geld bezahlen.

Vergara sucht im Auftrag von Unternehmen Manager und Expertinnen. "Dass ausdrücklich Kandidaten mit MBA-Abschluss gesucht werden sollen, wird verschwindend gering gewünscht." Je höher die Position, je internationaler die Firma und je komplexer die Aufgabe, desto relevanter wird ein MBA. "Der MBA ist Grundlage für die Beurteilung einer Rolle, die Tür dafür muss der Mensch aber selbst aufmachen."

Nico Dahl hat im Herbst 2016 sein MBA-Studium erfolgreich beendet. "Ich verstehe nun, wie Firmen ticken und kann bei uns im Management mitreden." Nach dem MBA hatte er das Glück, dass eine passende Stelle frei war. Er leitet nun die Digitalisierung bei seinem Arbeitgeber. So hat der eine Schritt zum nächsten geführt. Dahl ist überzeugt: "Ohne MBA wäre ich nicht so weit, wie ich es jetzt bin."

(kbe)