Mastercard öffnet sein Netzwerk für Kryptogeld

Kryptowährungen as a Service: Über Mastercard sollen Banken, Händler und andere Partner bald Dienstleistungen wie etwa Handel mit Bitcoin anbieten können.

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(Bild: BobNoah/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Der Kreditkartenanbieter Mastercard will Services rund um Kryptowährungen in sein Zahlungsnetzwerk integrieren. Zunächst in den USA will das Unternehmen angebundenen Händlern, Fintechs und Banken ermöglichen, via Mastercard Kryptowährungs-Dienste anzubieten. Das könne etwa Kauf, Verkauf und Aufbewahrung von Kryptogeld umfassen, aber auch Ausgabe von Debitkarten, die Zahlungen mit Bitcoin & Co. erlauben, sowie Loyalitätsprogramme, bei denen Treuepunkte in Kryptoform spendiert werden.

Infrastruktur für dieses Crypto-as-a-Service-Projekt liefert das Fintech Bakkt, mit dem Mastercard dafür zusammenarbeitet. So werden laut Pressemitteilung etwa die nötigen Wallets bei Bakkt gehostet. Bakkt war ursprünglich eine Tochterfirma des US-Börsenbetreibers Intercontinental Exchange und ist inzwischen ein eigenständiges und seit vergangener Woche börsennotiertes Unternehmen. 2019 startete Bakkt als Handelsplatz für Futures auf den Bitcoin und hat sich inzwischen zu einem umfassenden Dienstleister rund um Kryptowährungen entwickelt.

Welche Kryptowährungen genau diese Integration umfassen soll, führten die beiden Partner noch nicht aus. Auch wie es mit der Erweiterung auf Märkte außerhalb der USA steht, ist zur Stunde noch offen. Überraschend ist der Schritt jedenfalls nicht, Mastercard hatte bereits im Februar angekündigt, sich stärker für die Kryptowelt öffnen zu wollen. Zuletzt hatte der Kreditkartenriese im September den Krypto-Monitoringdienst Ciphertrace für eine nicht genannte Summe erworben.

Mit eigenen Angaben nach 2,8 Milliarden ausgegebenen Mastercards weltweit sowie 20.000 Partnerbanken könnte Mastercards neuer Service einen großen Meilenstein auf dem Weg der Kryptowährungen in den Mainstream markieren. Abzuwarten ist natürlich, wie viele von Mastercards Partnern dann auch tatsächlich Kryptodienstleistungen bei sich implementieren. Die Hürden dafür sinken jedenfalls.

Mastercards großer Konkurrent Visa hatte ebenfalls im Februar ein vergleichbares Projekt angekündigt, das Banken ermöglichen soll, der Kundschaft Kryptogeldhandel anzubieten, ohne dafür eigene Infrastruktur aufbauen zu müssen. Mit "Crypto APIs" will man ein Backend bieten, an das die Geldhäuser leicht andocken können. Die Aufbewahrung der Kryptowährungen übernimmt dabei das Unternehmen Anchorage, an dem Visa beteiligt ist.

(axk)