Maximal 32 Bit: Preis für die teuerste Aktie zu hoch für die NASDAQ-Technik

In bestimmte Datenfeeds übermittelt die US-Technologiebörse Aktienkurse in 32 Bit. Die Hauptaktie der Holding von Warren Buffett ist dafür bald zu teuer.

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(Bild: Zakharchuk/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Mit einem Preis von gegenwärtig 422.438 US-Dollar liegt die teuerste Aktie der Welt aktuell nur noch knapp unter einem technisch bedingten Höchstwert des NASDAQ, was die US-Börse vor Probleme stellt. Die musste bereits die Veröffentlichung des aktuellen Kurses der A-Aktie der US-Holding Berkshire Hathaway auf bestimmten Kanälen einstellen, um technische Probleme zu verhindern, berichtet das Wall Street Journal. Bis zum 17. Mai soll es nun ein technisches Update geben, damit die Börse auch mit dem erwarteten weiteren Kursanstieg der Holding von US-Investor Warren Buffett zurechtkommt.

Hintergrund der technischen Probleme ist dem Bericht zufolge die Übermittlung der Aktienkurse in Echtzeit an verschiedene Datenbanken, wie sie etwa von Online-Brokern und Finanz-Webseiten verwendet werden. Dafür stehen demnach pro Aktienkurs genau 32 Bit zur Verfügung und weil der Wert jeweils auf vier Stellen nach dem Komma ausgegeben wird, ergibt sich ein Maximalwert von genau 429.496,7295 US-Dollar pro Aktie. Davon ist die mit großem Abstand teuerste Aktie der Welt nun nicht mehr weit entfernt und Analysten erwarten, dass sie die Marke bald reißt, schreibt die US-Zeitung.

Bis das nun nötige technische Update fertig und eingespielt ist, soll die Übermittlung des Aktienkurses auf diesem Weg unterbrochen werden, wenn der mehr als 98 Prozent des Maximalwerts erreicht, zitiert das Wall Street Journal. Das ist inzwischen der Fall und der Aktienkurs sei von den betroffenen Datenströmen "tatsächlich verschwunden", habe eine NASDAQ-Sprecherin bestätigt. Das könne für bestimmte Aktienhändler ein Problem bedeuten, wenn sie den Echtzeit-Kurs nicht auf anderem Wege einspielen. Bei der Handels-App Robinhood ist das offenbar der Fall, obwohl die eigentlich auf die betroffenen Feeds setze.

Zwar ist die technische Grundlage des Problems klar, aber eine gewisse Mitschuld trägt auch Warren Buffett, legt die Zeitung nahe – wenn auch unabsichtlich. Lange hätten die Preise einzelner Aktien den Wert von 100 US-Dollar nicht überschritten, bis sich der Star-Investor geweigert habe, die A-Aktie der eigenen Holding aufzuteilen. Inzwischen liegt sie mit über 420.000 US-Dollar pro Aktie weit über der zweitteuersten, die auf rund 5100 US-Dollar kommt. Buffett will demnach keinen Aktiensplit, um unerfahrene Investoren vom Einstieg abzuhalten, die nur kurzfristige Ziele im Blick hätten. Das ist auf anderen Wegen über Online-Anbieter inzwischen zwar möglich und von Berkshire Hathaway gibt es inzwischen auch eine günstigere B-Aktie, für die A-Aktie stehe kein Aktiensplit in Aussicht.

(mho)