McAfee wird in einem 14-Milliarden-Dollar-Deal von Finanzinvestoren übernommen

Eine Gruppe von Finanzinvestoren kauft den Cybersicherheitskonzern McAfee für eine zweistellige Milliardensumme – und wird ihn wohl von der Börse nehmen.

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(Bild: Sundry Photography/Shutterstock.com)

Von
  • Andreas Knobloch

Ein Konsortium unter der Führung der US-Private-Equity-Firma Advent International wird das IT-Sicherheitsunternehmen McAfee in einem 14-Milliarden-Dollar-Deal übernehmen. Das teilte McAfee am Montag mit. Die Übernahme erfolgt in einer Zeit, in der die pandemiebedingte Umstellung auf Home Office und die Zunahme von Cyberangriffen die Nachfrage nach Antiviren- und digitaler Sicherheitssoftware erhöht haben.

Nach Angaben von McAfee zahlt das von Advent angeführte Konsortium, zu dem unter anderem die Beteiligungsgesellschaften Permira, Crosspoint Capital und Canada Pension Plan Investment Board gehören, 26 US-Dollar je Aktie. Der Cybersicherheitskonzern wird damit inklusive Schulden mit mehr als 14 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Transaktion soll in der ersten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Die Finanzinvestoren planen, McAfee von der Börse zu nehmen. Das Unternehmen soll sich künftig auf Sicherheitsanwendungen für Privatkunden konzentrieren.

Das 1987 von dem US-amerikanischen Technologieunternehmer John McAfee gegründete Unternehmen war das erste, das ein kommerzielles Antivirenprogramm auf den Markt brachte. Bereits 1994 zog sich Namensgeber McAfee aus dem Unternehmen zurück; 2006, zwei Jahre nach dem Börsengang der Firma, soll John McAfee seine letzten Aktien verkauft haben. Später zog er nach Belize und gründete eine Reihe von Start-ups. Ende Juni dieses Jahres starb John McAfee in einem spanischen Gefängnis. Zuvor hatte ein Gericht seine Auslieferung an die USA zugelassen. Die US-Staatsanwaltschaft warf McAfee Steuerhinterziehung sowie vorsätzliche Unterlassung von Steuererklärungen vor.

Das Unternehmen McAfee wurde 2011 von Intel gekauft. Damals war John McAfee selbst schon nicht mehr daran beteiligt. Im Jahr 2014 wurde es in Intel Security umbenannt – sehr zur Freude von John McAfee, der mit der seiner Meinung nach "schlechtesten Software auf dem Planeten" nicht mehr in Verbindung gebracht werden wollte. Doch die Freude währte nicht lange: 2017 spaltete Intel das Unternehmen ab. Es heißt seitdem wieder McAfee und ist wieder börsennotiert. Der zweite Börsengang von McAfee war rund 740 Millionen US-Dollar schwer. In den vergangenen Jahren hat McAfee sein Hauptgeschäft mit Cybersicherheitssoftware durch Preiserhöhungen, neue Partnerprogramme und gute Kundenbindung gestärkt.

(akn)