Medien: Microsoft will Discord für 10 Milliarden US-Dollar übernehmen

Mehrere US-Medien berichten, dass Microsoft mit den Verantwortlichen von Discord über eine Übernahme verhandelt. Das passt zur Strategie des US-Konzerns.

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(Bild: Davuja/Shutterstock.com)

Von
  • Martin Holland

Microsoft verhandelt angeblich mit Discord über eine Übernahme des Messengers, als Kaufpreis sind mehr als 10 Milliarden US-Dollar im Gespräch. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf ungenannte Personen, die mit den Verhandlungen vertraut seien. Noch seien die Gespräche aber in einer frühen Phase, ein Vertragsabschluss stehe nicht unmittelbar bevor. Discord ist vor allem bei Gamern beliebt, hat sich inzwischen aber auch als regulärer Messenger etabliert.

Discord wurde von Jason Citron und Stan Vishnevskiy entwickelt und 2015 für die Öffentlichkeit freigegeben. Anfangs handelte es sich dabei um eine Plattform, auf der vor allem Gamer kommunizierten – nicht nur während des Spielens selbst. Verfügbar sind Text-, Sprach- und Videochats. Zentral sind dabei kleine Gemeinschaften, in denen sich Nutzer und Nutzerinnen je nach Interesse zusammenschließen können. Auch heise online betreibt eine solche Discord-Community. Der Messenger kommt nach eigenen Angaben auf "100 Millionen aktive Nutzer im Monat, die bis zu vier Stunden am Tag miteinander kommunizieren". Die Zielgruppe ist dabei inzwischen aber nicht mehr nur aufs Gaming beschränkt.

Sollte Microsoft Discord tatsächlich übernehmen, würde der Dienst zum hauseigenen Ökosystem rund um die XBox-Konsolen passen. Der US-Konzern kauft schon seit Längerem erfolgreiche Internetangebote, die große Nutzergemeinden aufweisen. 2016 hatte Microsoft das Business-Netzwerks LinkedIn für mehr als 26 Milliarden US-Dollar übernommen, 2018 folgte für 7,5 Milliarden US-Dollar die Softwareentwicklungs-Plattform GitHub. Milliardenschwere Übernahmeangebote für die Video-App TikTok und die Online-Pinnwand Pinterest waren in den vergangenen Monaten gescheitert. Microsoft zielt wohl unter anderem darauf ab, große Online-Communitys auf die eigene Azure-Plattform zu bringen, auch um Nutzungsdaten für andere Geschäftsbereiche verwenden zu können.

(mho)