Megafusion reloaded: UPC Schweiz übernimmt Mobilfunker Sunrise

Die abgesagte Fusion von Sunrise und UPC kommt doch zustande: Freenet macht den Weg frei und verkauft seine Anteile für eine gute Milliarde an Liberty Global.

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Bis Ende des Jahres soll Sunrise mit UPC unter einem Dach sein.

(Bild: Sunrise)

Von
  • Volker Briegleb

Die zunächst geplatzte Megafusion auf dem Schweizer Telekommunikationsmarkt findet nun doch statt, nur unter anderen Vorzeichen. Der US-Riese Liberty Global übernimmt den Mobilfunkanbieter Sunrise und fusioniert ihn mit seiner Schweizer Kabeltochter UPC.

Die Übernahme, der der Verwaltungsrat von Sunrise bereits zugestimmt hat, soll bis Ende des Jahres über die Bühne gehen, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit.

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Im vergangenen Jahr waren Pläne des Sunrise-Managements für eine Übernahme von UPC unter anderem am Widerstand von Großaktionär Freenet gescheitert. Der deutsche Konzern wollte der für die Übernahme notwendigen Kapitalerhöhung nicht zustimmen. Nach dem geplatzten Deal war das Sunrise-Management zurückgetreten.

Nun hat Freenet zugestimmt, seine Sunrise-Anteile zu verkaufen. Liberty Global bietet 110 Schweizer Franken (etwa 103 Euro) pro Sunrise-Aktie. Das Papier notierte zuletzt um die 85 Franken. Damit wird Sunrise insgesamt mit rund 6,3 Milliarden Euro bewertet. Bei 45,3 Millionen ausstehenden Aktien sind die 24 Prozent Anteile von Freenet gut 1,1 Milliarden wert.

Liberty Global will UPC und Sunrise zu einem integrierten Telekommunikationsanbieter verschmelzen, der Kabel-TV, Festnetz und Mobilfunk aus einer Hand anbieten kann. Sunrise hat in der Schweiz rund 2,5 Millionen Mobilfunkkunden und 500.000 Festnetzkunden. UPC zählt rund eine Million Kabelkunden. Mit der Fusion entstünde ein schlagkräftiger Wettbewerber für den mehrheitlich staatseigenen Marktführer Swisscom.

(vbr)