Mehr Reklame in Apples App Store ab dieser Woche

Auf der "Heute"-Seite wurde bislang nur vereinzelt Werbung für Apps gezeigt. Künftig soll dies zum Standard werden – und Entwickler müssen dafür zahlen.

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Apple Search Ads

Werbegestaltung auf der Website der Apple Search Ads.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Nutzer des App Store werden ab dieser Woche mit mehr bezahlter Reklame konfrontiert. Wie von Apple bereits im Sommer angekündigt, bekommt die offizielle Startseite des iOS-Softwareladens auf dem iPhone, das sogenannte "Heute"-Tab, eigene, große Werbeflächen. Nach Reklame-Versuchen mit ausgewählten Entwicklern wird Apples neue Einnahmequelle im Rahmen der Apple Search Ads nun auf alle interessierten Developer ausgedehnt. Das teilte der Konzern in einer E-Mail an Entwickler mit, die am Wochenende bekannt wurde.

Die Reklamefelder sollen ab dem 25. Oktober in allen App-Store-Regionen der Welt mit Ausnahme Festland-Chinas auftauchen. Erkennbar sind sie durch einen blauen Hintergrund und ein Icon ("Ad" beziehungsweise "Anzeige"). "Mit einer Anzeige auf dem 'Heute'-Tab kann Ihre App an prominenter Stelle auf der ersten Seite des App Stores erscheinen, so dass sie zu den ersten Inhalten gehört, die die Nutzer sehen, wenn sie ihren Besuch im App Store beginnen", wirbt Apple für das neue Format. In der Praxis heißt dies aber auch, dass Platz für die redaktionelle Auswahl weggenommen wird, für die der App Store bekannt ist – wer zahlt, bekommt den Platz.

Neben den Reklamefeldern im "Heute"-Tab ergänzt Apple auch die Möglichkeit, Gegenreklame zu platzieren. In einer neuen "You might also like"-Sektion ("Sie könnten auch mögen..."), die künftig auf jeder App-Unterseite eingeblendet werden kann, wird es dann möglich, eine Konkurrenzanwendung zu bewerben. Ob es auch möglich ist, seine eigene App auf der eigenen App-Unterseite zu bewerben – um auszuschließen, dass sich hier andere Programme tummeln –, blieb zunächst unklar. Für Entwickler bedeuten beide neue Werbeformen eine Wettbewerbsverschärfung, die sie zwingen könnte, sich ein Reklamebudget zuzulegen.

Apple hatte zuvor im App Store nur mit Suchwerbung gearbeitet. Die Apple Search Ads ließen sich in Form von Keywords ersteigern und tauchten dann in der App-Store-Suchergebnisliste auf, außerdem in einem "Vorschlagsbereich". Mit dem "Heute"-Tab begibt sich Apple nun in das sogenannte Display-Geschäft, mit dem nicht nur Suchergebnis-Reklame, sondern auch bestimmte Werbeplätze direkt gebucht werden können. Schon die Suchwerbung war bei Nutzern und Marktbeobachtern auf Kritik gestoßen.

Apple hat fest vor, Werbung zu einem weiteren, milliardenschweren Standbein in seinem Dienstegeschäft zu machen. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass Apple das Business in naher Zukunft auf mindestens 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr wachsen lassen will. Suchwerbung gibt es in Deutschland seit 2018. In einem nächsten Schritt soll es auch Reklame in Apple Maps und Apple Books geben.

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(bsc)