Mercedes EQS SUV: Elektrisches SUV für anspruchsvolle Kunden

Der Mercedes EQS bekommt einen gewaltigen SUV-Ableger. Technisch bleiben größere Überraschungen aus.

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Mercedes EQS SUV

(Bild: Mercedes)

Von
  • Martin Franz
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Losgelöst von einem engen Budgetrahmen lassen sich manche Kompromisse umgehen, die unumgänglich sind, wenn die Masse die Zielgruppe ist. Autos wie Porsche Taycan (Test), Tesla Model S oder Mercedes EQS (Test) zeigen dies in einigen Bereichen ziemlich deutlich. Große Batterie und rasantes Ladetempo dürfen hier vorausgesetzt werden, bei Preis ab 100.000 Euro aufwärts darf man mit einer sehr anspruchsvollen Kundschaft rechnen. Mercedes hat mit seinem neuesten Elektroauto genau diese Käufer im Visier. Sie bekommen ein riesiges E-SUV, das Maßstäbe setzen soll.

Technisch bleiben größere Überraschungen aus. Mercedes nutzt die Plattform, die schon in der EQS-Limousine verwendet wird. Die Batterie ist in allen Versionen nutzbare 107,8 kWh mächtig und kann im Idealfall mit bis zu 200 kW geladen werden. Optional kann an Wechselstrom mit bis zu 22 kW geladen werden, serienmäßig mit maximal 11 kW. Die Reichweite soll je nach Antrieb zwischen 500 und 660 km liegen. Zum Verkaufsstart im Herbst sind zunächst drei Antriebe geplant:

Antrieb Leistung in kW Drehmoment in Nm Antrieb
450 265 568 hinten
450 4Matic 265 800 Allrad
580 4Matic 400 858 Allrad

Dabei wird es nicht bleiben, denn in der Limousine sind in Form des EQS 53 4Matic+ bis zu 484 kW lieferbar. Angesichts dessen, dass die fernöstliche Konkurrenz zum Teil inzwischen mit vierstelligen PS-Werten antritt, darf – oder muss – man damit rechnen, dass auch Mercedes in den Bereich von 700 plus X kW vordringen wird. Audi, Porsche und BMW werden dieser Richtung folgen. Nicht etwa, weil es für die realisierbaren Fahrleistungen relevant wäre, sondern weil es eine zahlungsbereite, solvente Kundschaft gibt, die das für wichtig erachtet.

Sie nimmt den Luxus dieser Fahrzeugklasse gern in Form einer Limousine, zunehmend aber noch lieber als SUV entgegen. Für europäische Verhältnisse sind die Abmessungen des EQS SUV gewaltig, doch in den USA, wo der Riese auch gebaut wird, ist man diesbezüglich andere Dimensionen gewohnt. 5,13 Meter Länge sind dort bestenfalls gehobene Mittelklasse. Die Platzverhältnisse, die 3,21 Meter Radstand ermöglichen, nutzt Mercedes für eine dritte Sitzreihe, die sich nicht nur für Kinder eignet – in den USA ein wichtiges Kaufargument. Die zweite Reihe fährt elektrisch um bis zu 30 cm vor, um den Einstieg zu erleichtern. Der Kofferraum fasst je nach Sitzkonfiguration zwischen 565 und 2020 Litern.

Mercedes EQS SUV (9 Bilder)

Der EQS als SUV ist nur der Anfang einer Reihe von noblen E-SUVs von Mercedes. Etwas weniger mächtige Modelle folgen.

Trotz der üppigen Dimensionen und einem Leergewicht von mehr als 2,5 Tonnen soll sich das SUV handlich fahren, verspricht Mercedes. Zu diesem Eindruck soll unter anderem die Hinterachslenkung beitragen, die bis zu zehn Grad einlenkend den Wendekreis auf knapp elf Meter reduziert. Natürlich hilft auch hier der durch die Batterien vergleichsweise niedrige Schwerpunkt. Erwarten dürfen die Kunden dennoch ein großes, schweres Fahrzeug, was beim Fahren keinen Zweifel an diesem Umstand lassen dürfte.

Das EQS-SUV, das erstaunlicherweise nicht GQS getauft wurde, ist nur der Anfang einer Reihe von E-SUVs, die Mercedes in den kommenden Jahren vorstellen wird. Für die Kundschaft, denen ein EQS SUV zu gewöhnlich erscheint, hat Mercedes noch einen entsprechenden Maybach in Vorbereitung. Fest gerechnet werden darf außerdem mit einem SUV-Ableger des Mercedes EQE und einem batterieelektrischen GLC. Damit hätte Mercedes, inklusive EQA und EQB, insgesamt fünf E-SUV auf dem Markt, die unterschiedliche Käuferschichten ansprechen.

(mfz)