Messenger Telegram löscht rechtsradikale Gruppenchats

Telegram hat Dutzende öffentliche Gruppen gelöscht, in denen es Gewaltaufrufe gab – die meisten davon sollen rechtsradikale Hintergründe haben.

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(Bild: Alexander Yakimov/Shutterstock.com)

Von
  • Eva-Maria Weiß

Nun geht auch Telegram gegen Aufrufe zu Gewalt vor und hat Dutzende öffentliche Gruppen gelöscht und blockiert, in denen es Gewaltaufrufe gegeben haben soll. Ein Sprecher des Messengers hat TechCrunch bestätigt, dass viele der Gruppen dem rechtsradikalen und White-Surpremacy-Spektrum zugeordnet werden können. Die Durchsicht seitens Telegram dauert noch an.

Zahlreiche soziale Netzwerke haben nach dem Sturm auf das Kapitol in den USA ihre Richtlinien verschärft und versuchen ein härteres Durchgreifen gegen potenzielle Gewaltaufrufe. "Unsere Nutzungsbedingungen verbieten öffentliche Aufrufe zu Gewalt", zitiert TechCrunch Mike Ravdonikas, Sprecher von Telegram. Die nun gesperrten Kanäle hätten Tausende Menschen erreicht. Telegram werde die Situation weiterhin genau im Auge behalten.

Laut TechCrunch haben einige Gruppen Backups erstellen können und diese an anderen Orten veröffentlicht sowie den Abonnenten Empfehlungen ausgesprochen, wo man sich weiterhin austauschen könne, sollten die bisherigen Gruppen und Konten gesperrt werden.

Gleichwohl kann Telegram auf Millionen neue Nutzer blicken. Dies hängt allerdings eher mit der neuen Datenschutzrichtlinie von WhatsApp zusammen, in der es heißt, dass außerhalb der Europäischen Region Daten mit allen Facebook-Unternehmen auch zu Werbezwecken geteilt werden. Hinzu kommen Falschinformationen, in denen behauptet wird, Facebook könne Nachrichten mitlesen – diese sind weltweit weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Facebook hat ebenso wie Twitter und YouTube die Konten des noch amtierenden US-Präsidenten Donald Trump gesperrt, da dieser dazu aufgerufen hatte, nach Washington zum Kapitol zu kommen. Das Risiko, Donald Trump seinen Account nach einer eintägigen Sperre zurückzugeben sei einfach zu groß, sagt Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Es habe sich gezeigt, dass Trump die verbleibende Zeit im Amt dazu nutzen wolle, den friedlichen Wechsel an der Spitze des Landes zu unterminieren.

(emw)