Messenger für Firmen und Behörden: Threema bietet On-Premises-Variante an

Unternehmen können den Messenger Threema nun auch auf eigenen Servern betreiben. Das soll für ein besonders hohes Sicherheitsniveau sorgen.

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(Bild: Threema Gmbh)

Von
  • Christian Wölbert

Unternehmen und Behörden können den Messenger Threema ab sofort auch auf einem hauseigenen Server betreiben. Beim neuen Produkt "Threema OnPrem" laufe der Nachrichtenversand ausschließlich über den Server des Kunden, auch die Administration erfolge komplett dort, erklärt die Schweizer Threema GmbH in einem am Dienstag veröffentlichten Blogeintrag.

Threema-Nachrichten sind – unabhängig von der Produktvariante – stets Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Mit Threema Work gibt es außerdem schon seit 2016 ein Angebot für Unternehmen und Behörden. Nachrichtenvermittlung und Administration laufen dabei über Threema-Server in der Schweiz.

Manche Unternehmen und Behörden hätten aber noch höhere Ansprüche an die Datenhoheit und sähen Software-as-a-Service (Saas) kritisch, erklärte Threema-Chef Martin Blatter im Gespräch mit heise online. Für diese biete man nun zusätzlich die On-Prem-Variante an. "Zum Beispiel wollen manche Kunden das Administrationsportal lieber auf einem eigenen Server hosten."

Funktional sind Threema OnPrem und das SaaS-Angebot Threema Work weitgehend identisch. Nutzer der On-Premises-Variante können jedoch ausschließlich intern kommunizieren, also nur mit Nutzern derselben Instanz. Dies biete auch Schutz vor Attacken von außen, erklärte Blatter: "Viele Kunden sorgen sich vor Malware und Social-Engineering-Angriffen." Nutzer von Threema Work können standardmäßig auch mit Externen kommunizieren, das lässt sich jedoch auch deaktivieren.

Als Grundvoraussetzung für Threema OnPrem nennt das Unternehmen einen Linux-Server mit Docker. Für bis zu 1000 Nutzer sollen 4 CPU-Kerne und 8 GByte RAM ausreichen, für bis zu 100.000 Nutzer 8 weitere CPU-Kerne und 32 GByte zusätzlicher Arbeitsspeicher.

Für die Server-Lizenz, Support und Updates verlangt der Threema eine jährliche Grundpauschale. Hinzu kommen Lizenzen für die Endnutzer. Konkrete Summen will Threema auf Anfrage nennen. Die Saas-Variante Threema Work wird dem Anbieter zufolge von über 5000 Organisationen genutzt, zum Beispiel von Bosch, Daimler und Edeka.

Neben Threema tummeln sich zahlreiche weitere Anbieter auf dem Markt für verschlüsselnde Unternehmens- und Behördenmessenger. Einige Konkurrenten bieten auch On-Premises-Varianten an, zum Beispiel Stashcat und Wire.

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(cwo)