Meta plant Streichung von Reality-Labs-Projekten

Reality Labs steht im Mittelpunkt von Metas Metaverse. Um sich besser darauf konzentrieren zu können und Kosten einzusparen, sollen andere Projekte entfallen.

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(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

Von
  • Oliver Bünte

Facebooks Mutterkonzern Meta will Projekte seiner Reality Labs streichen. Meta wolle sich damit strategisch stärker auf die Entwicklung von Hardware und das Metaverse konzentrieren, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Welche Projekte konkret gestrichen werden sollen, verriet Meta-CTO Andrew Bosworth während einer öffentlichen Fragestunde für Mitarbeiter am Dienstag nicht, schreibt Reuters. Es soll jedoch noch in der laufenden Woche mitgeteilt werden, welche Änderungen konkret vorgenommen werden sollen. Eine Meta-Sprecherin sagte demnach, dass es sich Reality Labs nicht mehr leisten könne, einige der laufenden Projekte durchzuführen, weitere Projekte müssen verschoben werden. Entlassungen von Mitarbeitern seien aber nicht geplant.

Die anstehenden Änderungen sind offensichtlich Teil der von Meta im April angekündigten Kostensenkungen, die ausgerufen worden waren, weil das Wachstum der täglich aktiven Facebook-Nutzer nicht den Erwartungen entspricht und die Performance der Facebook-Aktie seit Jahresbeginn zurückgegangen ist. Konkret plant Meta, die Gesamtausgaben für 2022 auf 87 bis 92 Milliarden US-Dollar, etwa 83,2 bis 88 Milliarden Euro, zu senken. Zuvor waren Ausgaben in Höhe von 90 bis 95 Milliarden Dollar eingeplant gewesen. Dazu sollte einer Unternehmensankündigung zufolge ein überwiegender Teil der Stellen auf mittlerer und höherer Ebene gestrichen werden.

Zu den Verlusten hat Reality Labs einiges beigetragen. Allein 2021 büßte das Unternehmen rund 10,2 Milliarden US-Dollar ein, im ersten Quartal 2022 bereits 3 Milliarden Dollar. Ein Gutteil dürfte für neue Mitarbeiter verwendet worden sein. 2021 kamen nach Angaben von Reuters 13.000 Mitarbeiter hinzu, knapp 6000 weitere in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres.

Dass Reality Labs, das im Zentrum von Metas Metaverse-Entwicklung steht, über Jahre Verluste einfahren wird, ist auch Meta-Chef Mark Zuckerberg bewusst. Er geht davon aus, dass es rund ein Jahrzehnt dauern könnte, bis Reality Labs Geld abwirft. Finanziert werden muss das aus anderen Quellen wie Facebook, Instagram und WhatsApp. Zuckerberg hatte im April gegenüber Investoren beteuert, dass die Dienste in den kommenden Jahren noch genügend Wachstum und Einkommen generieren würden, um die Investitionen in Reality Labs finanzieren zu können. Überdies soll es gelingen, die Gewinne weiter zu steigern. Das sei aber 2022 nicht zu erreichen, fügte Zuckerberg nach Angaben von Reuters hinzu.

Reality Labs ist aus der Übernahme des Virtual-Reality-Geschäfts von Oculus 2014 hervorgegangen und gehört zur Meta-Tochter Facebook mit dem Schwerpunkt der Entwicklung von Hardware und Software für Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Neben der Arbeit am Metaverse beschäftigt sich das Team mit der Entwicklung von Videotelefonie-Geräten und VR/AR-Brillen. Dazu gehört auch das Mixed Reality Headset mit Gesichts- und Augenerkennung unter der Bezeichnung Project Cambria, das zusammen mit drei weiteren Datenbrillen bis 2024 erscheinen soll.

(olb)