Meteorschauer: Eta Aquarid am Firmament

Bereits am Dienstagabend können die Meteore am Himmel erblickt werden. Es handelt sich um Bruchstücke des Kometen 1P/Halley.

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Übersichtsgrafik der NASA

Um den 6. Mai herum sind die ETA-Aquarid-Meteore dieses Jahr am Besten zu sehen.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Von
  • Teo Lukas

Nur wenige Wochen nachdem die Lyriden den Nachthimmel erhellt haben, bietet der Eta-Aquariden-Meteorschauer sein eigenes spektakuläres Schauspiel. Dieser jährliche Meteoritenschauer ist für Himmelsbeobachter auf der Südhalbkugel etwas dramatischer, aber es lohnt sich, von so ziemlich überall aus nach ihm Ausschau zu halten.

Die Eta-Aquariden sind wie jedes Jahr Anfang Mai besonders gut sichtbar. Diese Meteore treffen mit einer Geschwindigkeit von etwa 66 km/s auf die Erdatmosphäre. So schnelle Meteore können glühende "trains" (glühende Trümmerstücke im Nachlauf des Meteors) hinterlassen, die mehrere Sekunden bis Minuten andauern. Im Allgemeinen können 30 Eta-Aquariden-Meteore pro Stunde während ihres Höhepunkts gesehen werden.

Die Eta-Aquariden sind sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel während der Vorabenddämmerung zu sehen, heißt es in einer Mitteilung der NASA. Die Südhalbkugel ist für die Beobachtung der Eta-Aquariden vorzuziehen. Auf der Nordhalbkugel werden stündlich nur etwa zehn Meteore beobachtet. Dies ist auf den Beobachtungsort des Radianten von verschiedenen Breitengraden aus zurückzuführen. In diesem Jahr sind die Meteore voraussichtlich in der Nacht zum 06. Mai am Besten zu sehen. Die Beobachtung könnte sich aber auch schon in der Nacht davor lohnen.

Ihr Radiant – der Punkt am Himmel, aus dem die Eta-Aquariden zu kommen scheinen – ist das Sternbild Aquarius, der Wassermann. Dieses Sternbild befindet sich auf der südlichen Hemisphäre höher am Himmel als auf der nördlichen. In der nördlichen Hemisphäre sind die Eta-Aquariden-Meteore häufiger als "Earthgrazer" zu sehen. Earthgrazers sind lange Meteore, die am Horizont die Erdoberfläche zu überfliegen scheinen.

Die NASA empfiehlt zum Meteorschauer-Schauen einen Ort weit weg von Stadt- oder Straßenbeleuchtung. Als Ausrüstung empfiehlt die Weltraumbehörde Schlafsack, Decke und Gartenstuhl. Denn der Blick sollte mit den Füßen in Richtung Osten gen Himmel gerichtet werden. "Nach etwa 30 Minuten in der Dunkelheit werden sich Ihre Augen daran gewöhnen und Sie werden beginnen, Meteore zu sehen. Seien Sie geduldig – das Spektakel dauert bis zur Morgendämmerung", rät die NASA. Sie stellt auch eine Übersicht zur Verfügung, von wo aus das Spektakel am Besten zu sehen ist.

Meteore entstehen aus den Überresten von Kometenpartikeln und Teilen zerbrochener Asteroiden. Wenn Kometen um die Sonne kreisen, hinterlassen sie eine staubige Spur. Jedes Jahr durchquert die Erde diese Trümmerspuren, wodurch die Bruchstücke mit unserer Atmosphäre kollidieren, wo sie zerfallen und feurige und bunte Streifen am Himmel erzeugen.

Die Weltraumtrümmerteile, die mit unserer Atmosphäre interagieren und die Eta-Aquariden erzeugen, stammen vom Kometen 1P/Halley. Jedes Mal, wenn Halley in das innere Sonnensystem zurückkehrt, wirft sein Kern eine Schicht aus Eis und Gestein ins All ab. Die Staubkörner werden schließlich zu den Eta-Aquariden im Mai und den Orioniden im Oktober, wenn sie mit der Erdatmosphäre kollidieren.

Der Komet Halley braucht etwa 76 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden. Das letzte Mal, dass der Komet Halley von zufälligen Beobachtern gesehen wurde, war im Jahr 1986. Komet Halley wird erst im Jahr 2061 wieder in das innere Sonnensystem eintreten. Der 16 x 8 x 8 Kilometer messende Komet ist eines der am wenigsten reflektierenden – also dunkelsten – Objekte im Sonnensystem mit einer sogenannten Albedo von bloß 0,03.

(tol)