Micro-Four-Thirds: OMDS streicht den Namen Olympus von Kameras

Olympus-Nachfolger OMDS muss ohne den traditionsreichen Namen auf seinen Kameras auskommen. Infos zu einem neuen Produkt gibt es ebenfalls.

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OMDS muss künftig ohne den Markennamen "Olympus" auskommen. Die Kameras sollen künftig den Namen "OM System".

(Bild: OMDS)

Von
  • Sophia Zimmermann

Der Markenname "Olympus" ist Geschichte – zumindest auf Kameras. Das gab der Präsident von OM Digital Solutions in einer Videobotschaft bekannt. Anfang des Jahres ging die Kamerasparte von Olympus in diesem Unternehmen auf. Sugimoto gab außerdem Einblicke in die künftige Firmenstrategie: So wolle man alle derzeitigen Geschäftsfelder weiterverfolgen. Dazu gehören neben Kameras und Objektiven auch Diktiergeräte, Audiorekorder und Ferngläser.

Alle künftigen OMDS-Produkte tragen den Markennamen "OM System".

(Bild: OMDS)

Alle neuen Produkte werden künftig den Markennamen "OM System" tragen. "Man befreie sich von seinem Erbe, um ein neues Kapitel aufzuschlagen", heißt es in dem Video. Zu groß soll der Befreiungsschlag aber offenbar dann doch nicht seien, darauf deutet zumindest der Nachsatz: "Unser Name mag sich ändern, aber wer wir sind und für was wir stehen, nie."

Man befinde sich in der finalen Entwicklungsphase einer neuen Kamera innerhalb des Micro-Four-Thirds-Systems (MFT). Mehr Informationen dazu gibt es nicht, lediglich die Bitte, künftig nach ebensolcher Ausschau zu halten.

Die bereits Anfang des Jahres in Aussicht ausgestellte Wow-Kameras kündigte OMDS jedenfalls nicht an. Dass man bisher noch keinerlei Infos zu diesem Produkt rausgerückt hat, stimmt nicht gerade optimistisch, dass es in naher Zukunft auf den Markt kommt. Die Spekulationen darüber, welche technischen Daten es haben könnte, schießen entsprechend wild umher: So ist immer wieder von einem neuentwickelten Sensor mit Global Shutter die Rede und einem der Olympus E-M1 III ähnlichen Gehäuse.

Bei einem Global Shutter handelt es sich um eine Verschlusstechnik, bei der alle Zeilen eines Bildes gleichzeitig belichtet und ausgelesen werden. Das ist beispielsweise für die Aufnahme bewegter Objekte von Vorteil, da diese so nicht verzerren. Ähnliche Gerüchte gab und gibt es auch zur Panasonic GH6.

Zu dieser bereits im Frühjahr angekündigten Micro-Four-Thirds-Kamera, gab Panasonic Japan heute ebenfalls ein Statement ab. Anlass ist das 20. Jubiläum der Marke Lumix. Erhellend sind diese Zeilen allerdings ebenfalls nicht, denn darin heißt es: Die GH6 befinde sich noch immer in der Entwicklung. Sensor und Prozessoreinheit seien Neuentwicklungen. Man wolle die Kamera so konstruieren, dass sie Videos unbegrenzt aufzeichnen könne und dabei in der empfohlenen Betriebstemperatur bleibe. Mehr könne man im Moment nicht verraten.

Panasonic setzt bei seinen Micro-Four-Thirds-Modellen wie der Lumix GH5 II einen deutlichen Videoschwerpunkt.

(Bild: Panasonic)

Klar scheint damit jedoch, dass ein Marktstart der GH6 noch in diesem Jahr unwahrscheinlich ist. Grundsätzlich will Panasonic am Micro-Four-Thirds-System festhalten. Dass dabei vor allem Video im Fokus steht, macht der Hersteller bereits seit einiger Zeit klar. Das einzige Modell, dass er in der MFT-Familie in diesem Jahr auf den Markt brachte, war die GH5 Mark II, die sich vor allem an Filmschaffende richtete. Sie zeichnet Videos mit 4096 × 2160 Pixeln mit 60 Bildern pro Sekunde bei 4:2:0 10-Bit auf. Über HDMI kann sie die Daten außerdem simultan in 4:2:2 10-Bit ausgeben.

Beide Ankündigungen versetzen die Micro-Four-Thirds-Gemeinde weiter in Lauerstellung. Die nächste große "Wow"-Kamera wird es zumindest in diesem Jahr wohl nicht mehr geben.

Das MFT-System gehörte zu einem der ersten spiegellosen Familien am Markt und mittlerweile wohl auch zur umfangreichsten in Bezug auf Gehäuse und Zubehör. Der Fokus lag zunächst auf besonders handlichen, preisbewussten Allroundern. Mittlerweile dominieren aber auch hier vor allem teure Semi-Profimodelle, die sich, wie im Fall der Olympus OM-D E-M1 (III), an Naturfotografen richten oder eben an Videografen, wie im Fall der jüngsten Panasonic-Modelle.

Begründet wurde das MFT-System von Olympus und Panasonic. Ersterer Hersteller verabschiedete sich im vergangenen Jahr aus dem Kameramarkt. Diese Sparte ist mittlerweile im Unternehmen OMDS (Om Digital Solutions) aufgegangen, das Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Service fortführen will und in diesem Jahr bereits die Olympus E-P7 auf den Markt brachte. Neue Akzente suchte man allerdings vergebens, vielmehr handelte es sich bei dem Gerät um ein solides Weiterso.

Panasonic hat seine Micro-Four-Thirds-Kameras zunehmend in Richtung Video entwickelt und fährt seit einiger Zeit außerdem zweigleisig. Mit den Lumix-S-Modellen bietet der Hersteller außerdem spiegellose Systemkameras mit Vollformatsensor an. Auch sie haben eine klare Ausrichtung auf Bewegtbild.

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(ssi)