Microservices: Apache Software Foundation kürt APISIX zum Top-Level-Projekt

Das API-Gateway für Cloud-native Anwendungen, das auf Nginx und etcd aufbaut, verlässt nach neun Monaten den Inkubator der Open-Source-Organisation.

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(Bild: Andrey Suslov/shutterstock.com)

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Die Apache Software Foundation hat ein neues Top-Level-Projekt: APISIX ist ein API-Gateway, das auf Cloud-native Anwendungen und Microservices-Architekturen ausgelegt ist. Es entstand ursprünglich bei ZhiLiu Technology und ist seit Juni 2019 ein Open-Source-Projekt. Im Oktober 2019 hatte die Foundation es in ihren Incubator aufgenommen.

Technisch baut es auf dem Webserver und Proxy Nginx sowie dem Key-Value-Store etcd auf. APISIX besteht aus einer Kontrollschicht (Control Plane) und einer Datenebene (Data Plane). Mit der AI Plane befindet sich eine dritte Schicht derzeit noch in Planung. Sie soll das Orchestrieren von Plug-ins und die Echtzeitanalyse und die Verarbeitung von Anfragen übernehmen.

Das API-Gateway ist vor allem auf verteilte Microservices-Anwendungen ausgelegt. Es bietet dynamisches Routing und ermöglicht das Nachladen von Plug-ins und das Update von Konfigurationen im laufenden Betrieb ohne Neustart (Hot Updates & Hot Plugins). Es kann sowohl die Parameter von Anfragen (Requests) wie host, uri oder headers als auch die der Antworten (Responses) beim Weiterleiten überschreiben.

Die Architektur von APISIX kennt derzeit zwei Schichten und soll künftig eine dritte erhalten.

(Bild: Apache Software Foundation)

Für einen hochverfügbaren Einsatz lassen sich mehrere etcd-Adressen in einem Cluster konfigurieren. Zum Absichern kann das Gateway Security-Plug-ins nutzen und IP-Adressen auf einer Positiv- beziehungsweise Negativliste verwalten. Zum Authentifizieren lassen sich unter anderem JSON Web Token (JWT), key-auth und basic-auth verwenden.

Apache APISIX ist auf keine spezifische Cloud-Plattform zugeschnitten. Das Gateway lässt sich unter anderem in Kubernetes Clustern verwenden. Es läuft unter Linux und macOS und arbeitet auch auf ARM64-Plattformen. Es dient als Proxy für zahlreiche Protokolle wie TCP/UDP, gRPC, Websocket und das im Internet der Dinge verbreitete MQTT. APISIX lässt sich als HTTP(S) Forward Proxy verwenden und kann dynamisch SSL-Zertifikate laden.

Weitere Details zum Aufstieg von APISIX aus dem Inkubator zum Top-Level Projekt lassen sich der offiziellen Ankündigung bei der Apache Software Foundation entnehmen. Der Sourcecode findet sich auf GitHub, wo das Repository derzeit jedoch noch "Incubator" im Namen trägt.

(rme)