Microsoft-Analyse: Mehr Burnout-Anzeichen, schlechtere Work-Life-Balance

Laut einer Datenauswertung und Umfrage, haben Burnout-Gefühle in den vergangenen Monaten teilweise stark zugenommen. Privates ist schlechter vom Job abgegrenzt.

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(Bild: tsyhun/Shutterstock.com)

Von
  • Kristina Beer

Microsoft hat eine Analyse veröffentlicht, um Veränderungen im Arbeitsleben durch die Coronavirus-Pandemie aufzuzeigen. Die Pandemie habe die Zahl der Burnout-Empfindungen erhöht, aber auch gezeigt, wie etwa Arbeitswege gegen die Entgrenzung der Arbeit helfen. Um Stresssymptome zu mildern, empfiehlt der Konzern unter anderem Meditationen. Deutschland sticht in einer Auswertung auf den ersten Blick positiv hervor.

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Die Daten für die Untersuchung hat das Unternehmen aus seiner hauseigenen Anwendung Microsoft Teams für den Zeitraum Januar bis August bezogen. Zudem wurden mehr als 6000 Menschen aus acht Ländern (Australien, Brasilien, Deutschland, Japan, Indien, Singapur, Großbritannien und die USA) befragt, die Remote oder auch weiterhin im Direktkontakt arbeiteten.

Besonders signifikante Unterschiede hätten sich bei der Einschätzung von Burnouts gezeigt. Als ausgebrannter haben sich besonders befragte Brasilianerinnen und Brasilianer bezeichnet – knapp 45 Prozent von ihnen gaben dies an. In Deutschland habe dieses Gefühl nur um 10 Prozent zugenommen, während auch die Mehrarbeit in Teams nur gering war.

Microsoft hat versucht, Zusammenhänge zwischen den Umfrageergebnissen und der Datenanalyse zu finden

(Bild: Microsoft)

Laut Microsoft gebe es viele Faktoren, die ein Gefühl des Burnouts befeuern; die Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken, soll aber zu den bedeutenderen Einflüssen gehören.

Gemäß den Umfragen ergab sich für Menschen im Homeoffice eine Stresszunahme dadurch, dass Privatleben und Arbeit sich zu sehr verschränkten und der Kontakt zu Kolleg:innen fehlte. Bei Menschen mit Arbeit im Direktkontakt dominierte hingegen die Angst, sich nicht ausreichend schützen zu können und die Arbeitsmenge nicht zu schaffen.

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So nutzten Menschen in Australien Microsoft Teams 45 Prozent mehr, zugleich formulierten Australierinnen und Australier trotzdem wesentlich weniger, sich ausgebrannter zu fühlen. Sie lagen im Burnout-Mittelfeld. In Brasilien – mit dem höchsten gemessenen Burnout-Wert – lagen die offiziellen Infektionszahlen in der ersten Jahreshälfte hingegen höher als in Australien, während nur zu 21 Prozent mehr via Teams gearbeitet wurde.

Für Menschen, die Microsoft Teams nutzten, zeigte sich auch eine Arbeitszeitverschiebung mit mehr Arbeitseinsätzen nach 17 Uhr. Knapp 70 Prozent der Befragten tauschten sich noch nach dem offiziellen Feierabend in Arbeits-Chats aus. Insgesamt wurden die Teams-Chats zu 48 Prozent mehr genutzt und die virtuellen Meetings nahmen um 55 Prozent zu.

Die Arbeit, die mit Teams bestritten wurde, ist deutlich mehr geworden

(Bild: Microsoft)

Um die Work-Life-Balance auch im Homeoffice besser zu gewährleisten, empfiehlt Microsoft auf Grundlage seiner Umfrage und auch einer älteren Studie aus 2017, das Homeoffice offiziell zu beginnen und zu beenden. Dafür werde das Unternehmen (im Rahmen der Ignite-Konferenz) in Teams neue Funktionen einführen, die die Distanz, die normalerweise ein Arbeitsweg mit sich bringen kann, zumindest virtuell aufbaut. Zusätzlich sollen virtuelle Assistenten und die Meditationsfunktion "Headspace" helfen.

Um einer Entgrenzung der Arbeit in Deutschland durch mehr Homeoffice entgegenzuwirken, plant Arbeitsminister Hubertus Heil ein Homeoffice-Gesetz, das sich besonders dem Arbeitnehmerschutz widmen will.

(kbe)