Microsoft Build: Neues bei Teams, WSL und PowerToys

Neben Neuerungen für Azure- und Windows-Entwickler stellt Microsoft auf der virtuellen Entwicklerkonferenz Build 2020 auch neue Funktionen für Endanwender vor.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 40 Beiträge

Ungewohntes Bild: Microsoft-Sprecher Frank Shaw verkündete die Neuerungen zur Build 2020 nicht aus einem Studio, sondern aus der heimischen Küche. Zu sehen gab es neben Neuerungen in Microsoft-Produkten auch Backrezepte.

Update
Von

Microsofts Build ist traditionell der Ort, an dem sich tausende Windows-Entwickler und Nutzer von Azure mit Microsoft-Mitarbeitern treffen und an dem neue Funktionen für die Entwickler-Communities vorgestellt werden. Das Unternehmen nutzt die Plattform aber auch immer, um Funktionen für Endnutzer vorzustellen. Auch bei der rein digitalen Livestream-Ausgabe der Build 2020 gab es neben Vorstellungen für Entwickler einige Ankündigungen für Windows- und Office365-Nutzer.

Microsoft-CEO Satya Nadella hält die Eröffnungs-Keynote der Konferenz mit Wohnzimmer-Optik im Hintergrund.
News von der Build 2020

Das Windows Subsystem for Linux, bisher nur für Linux-Anwendungen auf der Kommandozeile gedacht, soll eine Unterstützung für grafische Oberflächen bekommen. Schon direkt nach dem Start des WSL kamen Anwender auf die Idee, grafische Oberflächen darüber auszuführen – über den Umweg eines X-Servers wie Xming war das auch mit etwas Bastelarbeit möglich. Diesen Umweg soll es, so Microsoft, in Zukunft nicht mehr brauchen. Einen genauen Zeitplan für die allgemeine Verfügbarkeit dieser Funktion gibt es, ebenso wie technische Details zur Umsetzung, bisher noch nicht.

Von den Änderungen profitieren sollen auch Anwendungen, die ohne grafische Ausgabe auf die Rechenleistung von GPUs zugreifen müssen – etwa für das Training von neuronaler Netze.

Mit der Neuauflage der PowerToys, einer Sammlung von Funktionen für erfahrene Windows-Benutzer, will Microsoft weiter beweisen, dass man auf Kundenwünsche hören und neue Funktionen abseits der Release-Zyklen von Windows als Open-Source-Software entwickeln kann. Version 0.18, die pünktlich zum Start der Konferenz erschien, bekommt zwei neue Funktionen. Mit dem "Keyboard Remapper" kann man Tastendrücke abfangen und neu belegen. "PowerToys run" ist ein Schnellstart-Dialog, den man per Tastendruck öffnen kann. Über ihn kann der Nutzer mit Auto-Vervollständigung Programme und Dateien suchen und öffnen – schneller als über das Startmenü, das in der Standardeinstellungen zunächst Bing mit jeder Suchanfrage behelligt.

Dass man sich dabei an der Spotlight-Suche von Apples macOS und Tools wie Alfred inspirieren ließ, ist – und auch das gehört zum neuen Image, das man vermitteln will – gut dokumentiert. Im Wiki bei GitHub ist die Analyse der Marktmitbewerber öffentlich einsehbar.

Kleinere Ankündigungen gibt es für Microsoft Teams, seit einigen Monaten das Microsoft-Produkt mit der größten Aufmerksamkeit. Nutzer oder Administratoren, die häufiger Teams (also Teilgruppen einer Organisation) in Microsoft Teams erstellen, mussten sich bisher durch einen Dialog durchklicken und viele Fragen beantworten. Diese stumpfe Tätigkeit soll mit Vorlagen für verschiedene Anlässe wegfallen. Administratoren sollen eigene Vorlagen für Teams erstellen können. Die Funktion soll in wenigen Monaten fertig sein.

Für eine eher kleinere Schnittmenge von Nutzergruppen gibt es eine neue Integration: Nutzer des neuen Edge auf Chromium-Basis und Freunde von Rezept-Ideen und Einrichtungstrends, die diese mit anderen teilen wollen, bekommen eine Pinterest-Integration in Edge.

Spitze Zielgruppe: Nutzer von Edge und Pinterest bekommen eine Integration des Dienstes in ihrem Browser.

Unternehmen, die Edge als unternehmensweiten Browser einsetzen, können ihren Mitarbeitern Arbeits-Ressourcen auf der Bing-Suchseite einblenden.

[Update vom 19.05.2020, 18:50] Hinweis ergänzt, dass PowerToys 0.18 veröffentlicht wurden. (jam)