Microsoft: "Call of Duty" soll weiterhin für die Playstation erscheinen

Xbox-Chef Phil Spencer hat sich zur Übernahme von Activision Blizzard geäußert. Zumindest "Call of Duty" soll demnach weiterhin auf Playstation stattfinden.

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(Bild: Activision Blizzard)

Von
  • Daniel Herbig

Microsoft will zumindest Spiele der "Call of Duty"-Reihe auch nach der geplanten Übernahme von Activision Blizzard weiterhin auf der Playstation anbieten. Das hat Xbox-Chef Phil Spencer eigenen Angaben zufolge Sony in einem Telefonat versichert. "Ich habe bestätigt, dass wir alle bestehenden Vereinbarungen einhalten werden und 'Call of Duty' auf der Playstation behalten wollen", schreibt Spencer auf Twitter.

"Call of Duty" ist die größte Marke im Activision-Portfolio, die bisher sowohl auf Xbox- als auch auf Playstation-Konsolen veröffentlicht wurde: Laut den Analysten der NPD Group belegten "Call of Duty"-Titel in den USA 2021 Platz 1 und 2 in der Liste der meistverkauften Videospiele. Andere Titel wie die kommende "Overwatch 2" und "Diablo 4" waren ebenfalls für Sony-Konsolen angekündigt. Ob sie noch in "bestehende Vereinbarungen" fallen, ist unklar. Möglicherweise kommen sie ohnehin auf den Markt, bevor die Übernahme abgeschlossen ist.

Grundsätzlich neigt Microsoft dazu, die Spiele seiner eigenen Studios exklusiv auf den eigenen Plattformen anzubieten. "Forza", "Halo" und "Fable" gibt es beispielsweise nicht für die Playstation. Auch kommende Titel des mittlerweile gekauften Studios Bethesda werden wohl nicht auf Sony-Konsolen spielbar. Bestätigt ist das für "Starfield", auch "The Elder Scrolls 6" wird mit großer Wahrscheinlichkeit nur auf Xbox und PC erscheinen.

Trailer zu "Call of Duty: Vanguard"
(Quelle: Call of Duty)

Dass Microsoft "Call of Duty"-Spiele auch nach der geplanten Übernahme von Activision Blizzard auf der Playstation anbieten möchte, könnte auch strategische Gründe haben. Internationale Wettbewerbshüter, die in den kommenden anderthalb Jahren den 69 Milliarden US-Dollar schweren Kauf des Spieleunternehmens abnicken sollen, werden prüfen, ob durch den Deal ein Monopol entstehen könnte. Eine Absichtserklärung, den Konkurrenten nicht komplett aussperren zu wollen, könnte dabei den Unterschied ausmachen.

Die Übernahmepläne haben Microsoft und Activision Blizzard am Dienstag bekanntgegeben. Es wäre der teuerste Tech-Deal in der Geschichte. Laut eigenen Angaben würde Microsoft durch die Übernahme zum drittgrößten Spieleunternehmen der Welt hinter Tencent und Sony avancieren. Der Deal soll im Juni 2023 abgeschlossen sein.

(dahe)