Microsoft Flight Simulator: Ultimative Immersion dank VR-Modus, SDK für alle

Schreibtisch-Piloten können ihre Multimonitor-Setups bald abbauen: Der Flight Simulator wird VR-Brillen unterstützen und dank offenem SDK auch Zusatzinhalte.

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Der Microsoft Flight Simulator erscheint am 18. August 2020.

(Bild: Microsoft)

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Die PC-Version des Microsoft Flight Simulator wird auch Virtual-Reality-Brillen unterstützen. Dies kündigte Microsofts zuständiger Entwicklungschef Jörg Neumann gegenüber Pressevertretern an. Dabei fokussiert man sich zunächst auf die VR-Brille HP Reverb G2, die ab dem Herbst für rund 600 Euro erhältlich sein soll und in Zusammenarbeit von Microsoft, HP und Valve entwickelt wurde. Ein kostenloses VR-Update soll für den Flight Simulator im Herbst erscheinen. Microsoft zeigte in einer Vorab-Onlinepräsentation bereits einen Ausschnitt aus dem VR-Modus, der eine besonders hohe Immersion verspricht. Die Unterstützung für andere VR-Brillen soll einige Monate später folgen.

Nach der Veröffentlichtung des Spiels am 18. August 2020 plant Microsoft regelmäßige Aktualisierungen: Alle zwei bis drei Monate sollen kostenlose World Updates erscheinen, die den Fokus auf Gebiete mit brandneuen Satellitendaten richten. Beispielsweise will Microsoft in solchen Gebieten Flughäfen detaillierter gestalten und Missionen integrieren, etwa Landungsherausforderungen, sodass Spieler solche Gebiete auch kennenlernen. Ebenfalls alle zwei bis drei Monate sollen kostenpflichtige DLCs erscheinen, die das Spiel deutlich erweitern sollen – Neumann sprach etwa von Helikoptern samt Helikopterlandeplätzen. Hinzu kommen regelmäßige Programm-Updates, um etwa Fehler zu beheben oder die Performance zu verbessern. Microsoft plant, mindestens einmal pro Monat ein "wesentliches" Update für den Flight Simulator herauszubringen.

Microsoft Flight Simulator 2020: Bildqualität Offline vs. Online (10 Bilder)

Offline-Modus: Die Gegend um Seattle bleibt erkennbar

(Bild: Microsoft)

Microsofts Flight Simulator simuliert nicht nur das Fliegen, sondern auch Luftströmungen, Wolkenbewegungen und das Wetter.

(Bild: Microsoft)

Die Entwickler betonten außerdem, dass der Flight Simulator wie auch die Vorgängerversion offen für Produkte von Third-Party-Entwicklern sein wird. Ein eigenes Team kümmert sich demnach nur um das Software Development Kit (SDK), das kostenlos für alle zur Verfügung stehen soll. Das SDK besteht aus drei Komponenten: Aircraft Editor, Scenery Tool und Mission Editor. Über den Aircraft Editor lassen sich etwa 3D-Flugmodelle und glTF-Dateien importieren und Flugzeug- sowie Cockpit-Animationen erstellen. Das Scenery Tool ist ein Welteneditor für Flughäfen, Städte und sämtliche Landschaftsbestandteile wie Berge oder Wälder. Der Mission Editor erlaubt das Erstellen von Tutorials und Missionen.

Microsoft betonte, das SDK für viele Jahre unterstützen zu wollen. Derzeit hätten schon über 400 externe Entwickler Zugriff auf das SDK. Als einige wichtige Partner nennt Microsoft die Firmen Aerosoft, Gaya, orbx, Carenado, PMDG, flyTampa, Vatsim, Honeycomb, VirtualFly North America und Thrustmaster. Aerosoft will innerhalb des ersten Jahres 20 Flughäfen für den Flight Simulator bereitstellen, etwa Paderborn und Trondheim. Gaya bringt zum Erscheinen des Spiels vier bis sechs Flughäfen, etwa Berlin-Tegel, Wien, Zell am See und Nagasaki; orbx bringt beispielsweise Graz, Fairways, Page und Saint Helena. Carenado steuert mehrere Flugzeuge bei, etwa die Piper PA44 Seminole, Mooney 20R Ovation; Aerosoft die Bombardier CRJ, PMDG die Boeing 777.

Microsoft Flight Simulator: Bilder aus der Preview-Version (23 Bilder)

Bilder aus der Preview-Version
(Bild: Microsoft)

Zu Zusatzinhalten vorheriger Versionen ist der neue Microsoft Simulator nicht kompatibel – eine vergleichsweise große, gemeinsame Codebasis kann das Konvertieren allerdings erleichtern. So habe man zwar insgesamt noch Millionen von Zeilen an altem Code aus dem FSX – allerdings auch Millionen von neuen Zeilen Code, so die Entwickler. Manche Systeme funktionierten noch wie im FSX, andere wurden stark überarbeitet.

Microsoft Flight Simulator 2020 soll am 18. August erscheinen – und das Genre der Flugsimulationen durch das Streaming von 3D-Weltdaten aus der Cloud und ein realistisches Flugmodell auf eine neue Ebene hieven. Den Flight Simulator gibt es in drei Editionen für 70 Euro (Standard), 90 Euro (Deluxe) und 120 Euro (Premium-Deluxe), die aufsteigend nach dem Preis jeweils mehr Flugzeuge und mehr akkurat simulierte Flughäfen enthalten. So sind hochdetaillierte Modelle der Flughäfen Frankfurt, San Francisco und London Heathrow nur bei der teuersten Version dabei. Jede Version erhält uneingeschränkten Zugriff auf alle Cloud-Daten. Neben den Online-Verkaufsversionen via Windows Store und Steam gibt es die Standard- und Premium-Ausgaben auch als Disc-Version mit 10 DVDs, die von Aerosoft vertrieben wird. Die Xbox-Version soll später erscheinen und den Xbox Adaptive Controller unterstützen.

Vorab stellte Microsoft für eine eingeschränkte Gruppe bereits Zugänge zur Alpha und weiter fortgeschrittenen Preview-Version zur Verfügung. Diese aus knapp 60.000 Dateien bestehende Grundversion belegt rund 94 GByte auf der Festplatte. Sie enthält 20 Flugzeuge und 30 hochdetaillierte Flugzeuge, 8 Tutorials und 24 Landeübungen und entspricht in großen Teilen der normalen Standardversion. heise online konnte bereits erste Benchmarks mit dieser Preview-Version durchführen – ein ausführlicher Artikel erklärt, wie das Spiel auf verschiedenen Systemkonfigurationen läuft. Die minimalen und empfohlenen Systemvoraussetzungen für den Flight Simulator hatte Microsoft bereits bekannt gegeben.

Wir haben bereits einige Stunden in der Alpha verbracht. Unsere Eindrücke sowie einen Vergleich zwischen gescannter und generierter Stadtlandschaft gibts im Video.

Siehe dazu auch:

(mfi)