Microsoft Surface Pro X 2 angeblich mit 5G, Wi-Fi 6 und x86-64-Emulation

Laut Spekulationen plant Microsoft eine verbesserte Version des ARM-Windows-Tablets, die endlich auch x64-Software ausführt.

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Microsoft Surface Pro X mit SQ1

Von
  • Christof Windeck

Mit dem Surface Pro X verkauft Microsoft seit Ende 2019 ein Windows-10-Tablet mit dem hauseigenen ARM-Prozessor SQ1, einem Verwandten des Qualcomms Snapdragon 8cx. Laut Spekulationen könnte Microsoft noch 2020 einen Nachfolger mit mehreren Verbesserungen vorstellen, von denen die wichtigste eine Emulationsschicht auch für x86-64-Software wäre. Denn bisher können ARM-Windows-10-Geräte wie das Surface Pro X außer ARM-Software nur 32-Bit-x86-Code ausführen.

Dazu kommt noch das Problem, dass einige der via Emulator ausgeführten x86-Programme recht langsam laufen. Das mindert die Attraktivität der zwar leichten und schicken Windows-ARM-Geräte deutlich. Zudem sind Surface Pro X (Test) und Samsungs Galaxy Book S recht teuer. Das scheint sich mit den kommenden Acer Spin 7 und Lenovo Yoga 5G nicht zu ändern.

Den Gerüchten zufolge setzt Microsoft im möglicherweise Surface Pro X 2 genannten Neuling das ARM-SoC SQ2 ein, das vom Qualcomm Snapdragon 8cx Gen 2 5G abgeleitet ist. Damit würden vor allem 5G-Mobilfunk sowie WLAN nach Wi-Fi-6-Standard möglich.

Aus den sonstigen Angaben von Qualcomm zu den Snapdragon-Versionen 8cx und 8cx Gen 2 5G lassen sich ansonsten kaum Unterschiede herauslesen, insbesondere nicht zur Performance der CPU-Kerne, die jeweils von Typ "Kryo 495" sind. Dabei handelt es sich um acht Kerne, davon vier stärkere (Gold) ähnlich dem ARM Cortex-A76 und vier sparsamere (Silver) ähnlich Cortex-A55. Im Snapdragon 865 hingegen, der etwa in manchen Versionen des Samsung Galaxy S20 steckt, verwendet Qualcomm bereits weiter verbesserte Cortex-A77-Kerne (Kryo 585).

Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx

Einem verbesserten Surface Pro X käme nach der noch 2020 erwarteten Vorstellung eines MacBook mit Apple Silicon besondere Bedeutung zu: Die Geräte könnten sich bei Größe, Gewicht und Ausstattung unter anderem mit Mobilfunk und Kameras ähneln und würden Vergleiche herausfordern.

Die bisher lieferbaren ARM-Windows-Notebooks zeigen aber, dass es trotz ähnlicher Prozessoren große Unterschiede gibt. So lief das Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon im c't-Test bis zu 24 Stunden mit einer Füllung seines 42-Wattstunden-Akkus, während es beim Surface Pro X trotz ähnlichem Akku (40 Wh), aber mit anderem Display weniger als 12 Stunden waren. Zum Vergleich: Beim Galaxy Book S (Intel) mit "Lakefield" alias Core i5-L16G7 waren es bis zu 16 Stunden (Akku: 39 Wh, Test bei c't).

Es gibt auch schon länger Gerüchte, laut denen Microsoft an einer Windows-Ausführungsschicht für x64-Software auf ARM64-Prozessoren arbeitet. Dabei sind allerdings außer technischen wohl auch juristische Probleme zu lösen: Intel hatte schon 2017 nachdrücklich auf seine x86-Patente hingewiesen.

(ciw)