Microsoft-Tochter: QA-Tester bei Zenimax wollen Gewerkschaft gründen

Bei Zenimax könnte sich die größte Videospiel-Gewerkschaft der USA formen. Dass Microsoft dem nicht widerspricht, hängt auch mit Activision Blizzard zusammen.

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(Bild: pio3/Shutterstock.com)

QA-Tester bei der Microsoft-Tochter Zenimax möchten eine Mitarbeiterorganisation gründen. Eine Mehrheit der Angestellten in der Qualitätssicherung habe sich für den Schritt entschieden, teilte ZeniMax Workers United am Montag mit. Unterstützung kam von der Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA).

ZeniMax Workers United wäre nicht nur die größte Videospiel-Mitarbeiterorganisation in den USA, sondern auch die erste Gewerkschaft innerhalb von Microsoft. Unter dem Zenimax-Schirm arbeiten die QA-Tester unter anderem bei Bethesda an Titeln wie "Starfield".

Ziele von ZeniMax Workers United umfassen faire Behandlung aller Angestellten und angemessene Gehälter, schreibt die Organisation. Auch Möglichkeiten zum Karriereaufstieg im Unternehmen sollen gefördert werden. QA-Tester werden in der Spielebranche vergleichsweise niedrig bezahlt.

Dass Microsoft sich nicht gegen die Gründung einer Gewerkschaft stellt, wie es andere Tech-Riesen aus den USA wie Amazon und Apple vehement versuchen, hat auch strategische Gründe. Microsofts geplante Übernahme von Activision-Blizzard wird von Wettbewerbshütern penibel geprüft. Die CWA, die wichtigste Gewerkschaftsorganisation für die Tech-Branche in den USA, hatte zuerst Bedenken an dem Deal angemeldet. Nachdem Microsoft versichert hatte, die Gewerkschaftsbildung bei Activision Blizzard nicht behindern zu wollen, zog sie ihren Protest zurück.

Im Sommer signalisierte Microsoft außerdem, dass diese Verpflichtung zur Neutralität in Gewerkschaftsfragen auch für bestehende Abteilungen innerhalb des Unternehmens gelte. Der Fall von Zenimax Workers United zeige, dass Microsoft diese Zusage ernst meint, kommentierte die CWA auf Twitter.

Microsoft hatte Zenimax Media im Frühjahr 2021 für 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft, um sein Portfolio von Eigenentwicklungen mit Marken wie "Fallout", "The Elder Scrolls" und "Doom" zu stärken.

(dahe)