Microsoft bestätigt: xCloud und Xbox Game Pass nicht fürs iPhone

Der Konzern betont, dass es die Gaming-Dienste aus der Cloud nicht für iOS geben wird. Grund sind die App-Store-Restriktionen – die Apple weiter verteidigt.

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Der Xbox Game Pass fliegt nicht unter iOS.

(Bild: Microsoft)

Von
  • Ben Schwan

Microsoft hat bestätigt, dass es seine neuen Cloud-basierten Spieledienste nicht für Apple-Hardware geben wird – und gleichzeitig Apples App-Store-Politik scharf kritisiert. Schon zuvor hatte sich angedeutet, dass weder xCloud noch der Xbox Game Pass, die ab September starten, fürs iPhone erscheinen werden – trotz intensiver Testphase seit Februar.

In einem Statement des Softwarekonzerns heißt es nun, man sehe "keinen Weg nach vorne", um den Xbox Game Pass auf iOS zu holen, solange man den App Store verwenden muss. "Apple steht alleine da als die einzige Universalplattform, die ihren Kunden den Zugriff auf Cloud-Gaming- und Spieleabodienste verweigert", erklärt Microsoft.

Spiele würden "grundsätzlich anders behandelt". Apps, die keine Games seien, stünden unter "nachsichtigeren Regeln", selbst wenn sie interaktive Inhalte enthielten. Ganz aufgegeben hat Microsoft seinen Plan allerdings nicht – doch dazu müsste sich Apple bewegen.

Apple selbst sieht bei sich keinen Fehler. Gegenüber BusinessInsider sagte ein Sprecher, die App-Store-Regeln seien dazu da, die Kunden zu schützen sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Entwickler zu schaffen. "Unsere Kunden genießen großartige Apps und Games von Millionen von Entwicklern und Gaming-Dienste können natürlich im App Store starten, solange sie den Regeln folgen, die alle Entwickler zu befolgen haben."

Dazu gehört unter anderem, dass jedes Spiel einzeln eingereicht werden muss, damit Apples App Review sich die Titel ansieht. Zudem verlang der Konzern, dass Einzeltitel in der Suche sowie den Hitlisten des App Store auftauchen. Als Alternative nannte der Konzern neben dem App Store auch seinen integrierten Safari-Browser (sowie andere Web-Werkzeuge, "um alle iPhone- und iPad-Nutzer zu erreichen". Das dürfte weder für Microsoft noch für viele andere Spieledienste eine echte Option sein.

Neben den App-Store-Regeln, die es Spielediensten schwer machen, geht es aber auch noch um etwas Handfestes: Apples App-Store-Provision. Diese beträgt üblicherweise 30 Prozent im ersten Jahr für Aboservices, die im App Store gebucht wurden, 15 Prozent in den Folgejahren. Microsoft hatte für seinen Xbox Game Pass hier 15 US-Dollar im Monat vorgesehen für Zugriff auf anfangs 100 Spiele. Es soll "das Netflix fürs Gaming" werden. Pikant: Apple selbst hat mit Arcade einen ähnlichen Service.

Weiterhin gab es die Möglichkeit, auf Games zuzugreifen, die auf der eigenen Xbox im lokalen Netzwerk laufen. Apple betont stets, dass alle Anbieter den gleichen Satz zahlen – allerdings gab es schon vor Jahren Sonderlocken etwa für Amazons Prime Video. Zudem soll Microsoft für seine Office-365-Dienste einen Spezialpreis ausgehandelt haben. (bsc)