Microsoft gibt Debuggern Einblick in Office

Bereitgestellte Symboldateien soll Sicherheitsforschern bei der Suche nach Schwachstellen helfen und Grundlage für Performancetests bieten.

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Montreal,,Canada,-,February,28,,2019:,Microsoft,Outlook,New,Icon.

(Bild: dennizn / Shutterstock)

Von
  • Rainald Menge-Sonnentag

Microsoft veröffentlicht Symboldateien für Microsoft Office. Sie sollen beim Debuggen von Code helfen, einerseits Securityforscher bei der Suche nach Schwachstellen unterstützen und andererseits beim Entwickeln von Software und Hardware im Zusammenspiel mit Office beim Optimieren der Performance helfen.

Symboldateien entstehen beim Kompilieren und Linken eines Programms. Sie enthalten unter anderem die Variablen, Funktionsnamen und Zeilennummern mit der jeweiligen Zuweisung zwischen Sourcecode und der kompilierten Anwendung. Wer einen Debug-Build für ein Projekt in Visual Studio anstößt, erhält eine .pdb-Datei. Die Endung steht für Programmdatenbankdatei (Program Database), ein Synonym für Symboldateien unter Windows.

Ein Debugger nutzt die Zuordnungen, um beispielsweise Haltepunkte zu setzen oder die Werte von Variablen im Programmverlauf anzuzeigen. Üblicherweise liefern Firmen diese Informationen nicht aus, da sie nicht nur bei der Fehlersuche, sondern auch beim Reverse Engineering helfen können.

Die Dateien lassen sich unter anderem mit dem Windows Debugger (WinDbg), in Visual Studio und dem Prozessmonitor von Windows verwenden. Microsoft stellt die Symboldateien vor allem mit Blick auf Security und Performancetests zur Verfügung.

Sie sollen Securityforschern und - forscherinnen helfen, Schwachstellen in Microsoft-Office-Produkten zu finden und zu melden. Dank der zusätzlichen Informationen können sie zudem detailliertere Informationen beispielsweise mit Stacktraces ermitteln und an Microsoft weitergeben. Mit Stacktraces lassen sich beispielsweise die Ursachen von Programmabstürzen zurückverfolgen.

Bei der Performance zielen die Symboldateien sowohl auf die Hardware- als auch auf die Softwareentwicklung. Hardwarehersteller sollen damit bessere Diagnosemöglichkeiten für Performancetests mit Microsoft Office erhalten. Wer Anwendungen entwickelt, die mit der Office-Software zusammenarbeitet, kann die Symboldateien ebenfalls zum Tunen der Performance nutzen.

Einen zu tiefen Einblick gewähren die Symboldateien allerdings nicht. Microsoft veröffentlicht sogenannte Stripped Symbol Files. Sie enthalten lediglich die öffentlichen Symbole, die auch sourcecodeübergreifend sichtbar sind. Dazu gehören laut einer Dokumentation bei Microsoft nur globale Variablen, die als extern deklariert sind, und nicht statische Funktionen. Die Informationen, die nur innerhalb eines Codebereichs sichtbar sind, wie lokale Variablen und statische Funktionen, heißen private Symbole und fehlen in den veröffentlichten Symboldateien.

Die Symboldateien für Microsoft Office stehen ab sofort über den Microsoft Symbol Server zum Herunterladen bereit. Auf dem Server finden sich auch andere Symboldateien und Binaries zu Testzwecken, darunter Windows-Library-Symbole unter anderem für die ntdll.dll. Die Lizenzbedingungen für den Einsatz der Binaries finden sich in der Dokumentation.

Weitere Details lassen sich dem MSRC-Blog entnehmen. Die Office-Symboldateien sind für den aktuellen Build 16.0.15601.20037/ Version 2208 sowie den Developer-Build aus dem Beta-Channel 16.0.15606.20000/ Version 2209 verfügbar. Microsoft will für künftige Builds regelmäßig aktualisierte Smyboldateien bereitstellen.

(rme)