Microsoft kauft Sprachverarbeitungs-Spezialist Nuance für 19,7 Milliarden Dollar

Für Microsoft ist es die zweitgrößte Übernahme eines Unternehmens. Mithilfe von Nuance will Microsoft stärker im digitalen Gesundheitswesen mitmischen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 69 Beiträge

(Bild: StockStudio/Shutterstock.com)

Update
Von
  • Oliver Bünte

Der Software-Konzern Microsoft hat mit dem Spezialisten für Sprachverarbeitung und Künstliche Intelligenz (KI) Nuance die Übereinkunft getroffen, das Unternehmen für 19,7 Milliarden US-Dollar, etwa 16,6 Milliarden Euro, zu übernehmen. Dies gab Microsoft am Donnerstag bekannt. Microsoft will die Techniken von Nuance dazu benutzen, um Cloud-Angebote im Gesundheitswesen auszubauen. Der Gesamtpreis ergibt sich aus einem Kaufpreis von 16 Milliarden US-Dollar (56 US-Dollar pro Aktie) in bar zuzüglich der Schulden von Nuance.

Schon im Vorfeld der Übernahme gab es Hinweise auf eine Übernahme von Nuance durch Microsoft. Bereits 2019 haben sich beide Unternehmen zusammengetan, um Verwaltungsarbeiten in Kliniken zu digitalisieren. Dabei geht es vor allem um die Automatisierung von Dokumentationen. Microsoft verspricht sich von dem jetzigen Zusammenschluss, eine große Scheibe vom Geschäft mit Telemedizin-Diensten abzuschneiden, die durch die Coronavirus-Pandemie einen großen Boom erfahren haben, da medizinische Konsultationen von Ärzten vermehrt online stattfinden.

Microsoft-Chef Satya Nadella setzt dabei auf das KI-Wissen von Nuance. "KI ist die Technik mit höchster Priorität, das Gesundheitswesen die dringendste Anwendung", sagte Nadella und macht damit deutlich, dass Microsoft seine Bemühungen im Medizinbereich deutlich ausbauen will.

Pro Nuance-Aktie legt Microsoft 56 Dollar auf den Tisch. Damit liegt das Angebot etwa 22,9 Prozent über dem letzten Schlusskurs der Nuance-Aktie. Für Microsoft ist es die zweitgrößte Übernahme nach LinkedIn. 2016 hatte Microsoft das Karriere-Netzwerk LinkedIn für 26,2 Milliarden US-Dollar gekauft.

An der Firmenstruktur soll sich nicht viel ändern, heißt es weiter. So bleibt der bisherige CEO von Nuance, Mark Benjamin, weiter im Amt. Er berichtet künftig an Scott Guthrie, Vizepräsident der Sparte Cloud & KI bei Microsoft.

Bei der Abwicklung der Übernahme erhält Microsoft Unterstützung des Investment-Banking-Unternehmens Goldman Sachs, Nuance wird von dem Investment-Banking-Unternehmen Evercore unterstützt.

[Update v. 13.04.2021, 07:52 Uhr]: Gesamtpreis auf 19,7 Milliarden Dollar korrigiert. (olb)