Microsoft veröffentlicht eigene Java-Version

Ein neuer Meilenstein in der Geschichte von Microsoft als Förderer von Java: Für Entwickler gibt es nun eine Preview des bald fertigen eigenen OpenJDK-Builds.

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(Bild: Natalia Hanin / Shutterstock.com)

Von
  • Alexander Neumann

Microsoft hat einen eigenen Build des OpenJDK vorgestellt. De facto handelt es sich um eine quelloffene, überall einsetzbare Distribution auf Basis des OpenJDK 11.0.10+9 mit kostenlosem Long-Term Support (LTS), die Binärdateien für Java 11 umfasst und sich auf x64-Server- und Desktop-Umgebungen unter macOS, Linux und Windows nutzen lässt. Noch läuft das Angebot als Preview. Damit nicht genug, gibt es zudem ein Early Access Binary für Java 16 für Windows auf ARM, das auf dem derzeit aktuellen OpenJDK-16+36-Release basiert. Die OpenJDK-Implementierung für Windows-ARM-Geräte gibt es grundsätzlich erst seit letztem Sommer.

Geplant ist es, Java 11 bis mindestens 2024 zu unterstützen. Des Weiteren weist Microsoft auf das bevorstehende nächste Java-LTS-Release hin, eine eigene Implementierung des damit einhergehenden OpenJDK 17 will das Unternehmen veröffentlichen, sobald Java 17 fertiggestellt ist. Ebenfalls für dieses Jahr vorgesehenen ist es, das jetzt bereitgestellte OpenJDK zur Standarddistribution für Java 11 in der Azure-Cloud zu machen.

Die Binärdateien von Microsofts OpenJDK haben das Java Technology Compatibility Kit (TCK) für Java 11 wohl bestanden. Die Builds folgen offenbar denselben Skripten, die das Eclipse-Adoptium-Projekt (vormals AdoptOpenJDK) verwendet. Zu den Mitgliedern der kürzlich eröffneten Eclipse Adoptium Working Group gehört auch Microsoft. Microsoft wird Java-8-Binärdateien von Eclipse Adoptium auf Azure-verwalteten Services unterstützen, die diese eigentlich veraltete Java-Version als Ziel-Runtime anbieten. Die Idee von AdoptOpenJDK geht unter anderem auf Martijn Verburg zurück. Dessen Unternehmen jClarity hatte Microsoft 2019 übernommen. Verburg ist seitdem mittlerweile Principal Engineering Group Manager für Java bei Microsoft.

Was vor einigen Jahren noch für Überraschung gesorgt hätte – schließlich positionierte der Konzern Anfang der 2000er die eigene Programmiersprache C# als Konkurrenten zu Java, nachdem der Konzern anfangs noch eine eigene Java Virtual Machine entwickelt hatte –, verwundert heute also gar nicht mehr allzu sehr. Denn Microsoft ist schon seit etlichen Jahren in die Entwicklung vieler wichtiger Java-Projekte involviert und war Ende 2019 dem OpenJDK als Mitglied beigetreten.

Java spielt bei Microsoft eine größere Rolle. So heißt es, dass das Unternehmen "intern über 500.000 Java Virtual Machines (JVMs) einsetze – ohne alle Azure-Dienste und Kunden-Workloads – mit Anforderungen, die von Backend-Microservices über Big-Data-Systeme, Message Broker, Event-Streaming-Dienste bis hin zu Gaming-Servern reichen". Mehr als 140.000 dieser JVMs basierten bereits auf dem Microsoft Build des OpenJDK.

Die jetzige Ankündigung stammt von Bruno Borges, Cloud Advocate für Java bei Microsoft und früher mal Angestellter bei Oracle. In ihr finden sich weitere Informationen sowie eine FAQ zu weiteren Punkten für mögliche Interessenten.

(ane)