Microsoft zeigt Trick zur Umgehung der Windows-11-Anforderungen

Microsoft zeigt, wie Windows 11 auf Computern mit eigentlich nicht unterstützter Hardware zu installieren ist. Gleichzeitig warnt Microsoft davor.

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Altes Motherboard in geöffnetem Gehäuse mit CPU, Kühler, Lüfter, Kabeln

Eigentlich verlangt Microsoft relativ moderne Hardware für Windows 11. Uneigentlich gibt Microsoft es auch ein bisschen billiger. Zu alt darf der PC aber auch nicht sein.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Günter Born

Microsofts Support zeigt Möglichkeiten auf, Windows 11 auf Maschinen zu installieren, die die Systemanforderungen hinsichtlich CPU-Kompatibilität und TPM 2.0 nicht erfüllen. Voraussetzung für den Kniff ist offenbar TPM 1.2. Gleichzeitig warnt der Support aber davor, das in die Tat umzusetzen.

Microsoft stellt für Windows 11 Minimalanforderungen an die Hardware, die viele aktuelle Systeme nicht erfüllen. Neben TPM 2.0-Unterstützung sind auch nur ganz bestimmte CPUs von Intel und AMD als kompatibel zu Windows 11 eingestuft.

Nach der allgemeinen Freigabe von Windows 11 zum 5. Oktober 2021 steht so mancher Benutzer vor dem Problem, dass das Windows-11-Setup das Upgrade verweigert, weil der Computer das eine oder andere Hardware-Kriterium nicht erfüllt. Übrigens: Manche Geräte können von TPM 1.2 auf TPM 2.0 hochgerüstet werden, womit es dann vielleicht doch mit Windows 11 klappt.

Im Supportbeitrag Möglichkeiten zum Installieren von Windows 11 beleuchtet der Windows-Hersteller verschiedene Möglichkeiten zur Installation von Windows 11. So ist bei kompatiblen Systemen beispielsweise ein Upgrade aus Windows 10 mittels Windows Update möglich. Auch die Upgrade-Installation über die Datei Setup.exe eines Installationsmediums wird aus Windows 10 unterstützt.

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Als dritte Option besteht die Möglichkeit, sich ein Installationsmedium, zum Beispiel über das Media Creation Tool, zu erstellen, damit zu booten, und dann Windows 11 zu installieren. In allen diesen Varianten verweigert das Setup aber die Installation von Windows 11, wenn die Mindestanforderungen nicht erfüllt sind, weil beispielsweise TPM 2.0 nicht unterstützt oder keine kompatible CPU gefunden wird.

Windows 11 prüft im laufenden Betrieb nicht, ob TPM 2.0 vorhanden ist, sondern nur bei der Installation des Betriebssystems. Das Betriebssystem läuft zudem auf CPUs, die nicht auf der Kompatibilitätsliste stehen. Um Nutzern zumindest die Möglichkeit zu geben, Windows 11 testweise auf solchen Maschinen zu installieren und auszuprobieren, hat Microsoft eine Möglichkeit zur Umgebung bestimmter Prüfungen beim Setup vorgesehen.

Wird TPM 1.2 auf einer Maschine mit Windows 10 unterstützt, kann der Anwender vor der Windows-11-Installation den Registrierungseditor regedit.exe mit administrativen Berechtigungen starten und dann zum Schlüssel

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setup\MoSetup

navigieren. In diesem Schlüssel muss der 32-Bit-DWORD-Wert AllowUpgradesWithUnsupportedTPMOrCPU eingetragen und auf 1 gesetzt werden. Das deaktiviert die Routine zur Prüfung auf TPM 2.0 sowie kompatible CPUs bei der Installation. Windows 11 sollte sich dann als Upgrade über ein lauffähiges 64-Bit-Windows 10 installieren lassen.

Die Preisgabe dieses Registry-Eintrags zur Umgehung der TPM- und CPU-Prüfung erfolgt möglicherweise vor dem Hintergrund, dass nicht genügend Windows-11-kompatible Hardware bereitsteht. Und sicherlich möchte Microsoft den breiten Einsatz von im Internet verfügbaren Installations-Scripten vermeiden, die die Kompatibilitätsprüfung durch Löschung der Datei appraiser.dll abschalten.

Microsoft rät aber deutlich davon ab, Windows 11 auf Computern zu installieren, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Es seit mit nicht spezifizierten Problemen zu rechnen. Zudem hat Microsoft bereits verlauten lassen, dass es für unzulängliche Windows-11-Systeme möglicherweise keine Sicherheitsupdates, Funktionsupdates und Treiber mehr bereitstellt.

So warnt Microsoft vor der Umgehung der Systemanforderungen

(Bild: Microsoft/Screenshot)

Für Nutzer, die Windows 11 mit dem obigen Registrierungskniff trotzdem installieren, hält Microsoft sogar einen Haftungsausschluss bereit. Das Setup zeigt eine deutliche Warnung an, deren Kenntnisnahme der Nutzer explizit bestätigen muss.

(ds)