Missstände bei iPhone-Fertigung: Apple setzt Foxconn-Fabrik auf "Bewährung"

Nach einer Massenlebensmittelvergiftung und Protesten versprechen Apple und Foxconn, die Bedingungen in einem indischen iPhone-Werk zu verbessern.

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Tim Cook auf Besuch in Indien

Apple-Chef Tim Cook auf einer Indien-Reise 2016. Den riesigen indischen Smartphone-Markt hat Apple bislang kaum erschlossen.

(Bild: dpa, Divyakant Solanki)

Von
  • Leo Becker

Apple hat Missstände in einem Foxconn-Werk in Indien eingeräumt, in dem iPhones gefertigt werden. Unabhängige Prüfer haben Mängel in "entfernten" Schlaf- und Essensbereichen festgestellt, teilte der Konzern gegenüber US-Medien mit. Gemeinsam mit Foxconn möchte Apple nun sicherstellen, dass schnellstmöglich "korrigierende Maßnahmen" gesetzt werden. Welche konkreten Mängel bei Lebensmittelsicherheit und Unterkünften entdeckt wurden, verrät das Unternehmen nicht.

Auslöser der Apple-Prüfung war offenbar eine Massenlebensmittelvergiftung unter Arbeiterinnen der Fabrik: Über 150 Beschäftigte mussten im Dezember kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden, weitere 250 ambulant. Im Anschluss kam es zu Protesten Beschäftigter und deren Angehörigen. Unter anderem blockierten sie eine Autobahn für mehrere Stunden, bis die Polizei die Demonstration beendete.

In dem nahe der Stadt Chennai gelegenen Werk werden Berichten zufolge iPhones der Modellreihe 12 produziert. Demnach sollte dort bald die Endfertigung des aktuellen iPhone 13 anlaufen. Apple hat das Foxconn-Werk nach eigenen Angaben auf "Bewährung" gesetzt, wie die Firma gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angegeben hat. Nähere Details nennt Apple nicht.

Nach gewaltsamen Protesten in einem anderen indischen Werk hat Apple vor einem Jahr bereits den Auftragsfertiger Wistron Bewährung erteilt – und damals erläutert, die Firma erhalte keine neuen Aufträge mehr, bis die Probleme ausgeräumt sind. Foxconn kündigt an, das Management der Fabrik umstrukturieren und die Missstände ausräumen zu wollen.

Apple hat die noch junge Fertigung von iPhones in Indien in den vergangenen Monaten offensichtlich aggressiv hochgefahren. Bislang dürften die dort produzierten Geräten, oft ältere Baureihen, hauptsächlich für den lokalen Markt bestimmt sein. Mit dem Ausbau Indiens als Produktionsstandort könnte Apple längerfristig seine Abhängigkeit von China verringern.

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(lbe)