"Mit Apple Watch entsperren": Praktisch, aber nicht perfekt

Apples neues Feature für Face-ID-iPhones soll Maskenträgern das Leben erleichtern. Aus Sicherheitsgründen ist es aber eingeschränkt.

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Handy-Bedienung mit Maske.

(Bild: Elizaveta Galitckaia / Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Mit iOS 14.5 kam eine lange erwartete Funktion auf iPhones mit Face-ID-Gesichtserkennung: Die Entsperrung der Geräte auch mit Corona-bedingter Maske. Das funktioniert, solange jemand eine Apple Watch trägt, die den gleichen Apple-ID-Account verwendet – Handy und Computeruhr kommunizieren direkt miteinander.

Das seit Februar bekannte Feature funktioniert in der Praxis gut. Nutzern, die eine Apple Watch und ein Face-ID-kompatibles iPhone haben (ab iPhone X), wird die Funktion automatisch angeboten. Sie muss in den Systemeinstellungen im Bereich Face ID und Codesperre aktiviert werden. Dies kann einige Sekunden dauern, so lange läuft ein "Spinner" durch. Nach maximal einer halben Minute sollte das aber erledigt sein.

Im täglichen Betrieb funktioniert "Entsperren mit Maske" so: Sie wischen wie üblich zum Entsperren des iPhones nach oben, spüren eine kurze Vibration an der Watch und können Ihr Smartphone auch schon nutzen. Der Vorgang läuft laut Apple-Angaben nur dann ab, wenn der Face-ID-Sensor ("TrueDepth") einen Menschen mit Maske erkennt. So soll vermieden werden, dass sich beliebige Personen das iPhone greifen und es "einfach so" entsperren. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das iPhone direkt von der Apple Watch aus zu sperren – mit einem einzigen Druck auf einen Button, der sofort bei Entsperrung angezeigt wird.

Die Funktion greift nur an einer Stelle: dem Entsperren des iPhones selbst. Andere Face-ID-Funktionen wie Apple Pay, das Einkaufen im App Store oder das Öffnen von Apps per Gesichtserkennung werden mit dem Feature nicht unterstützt – laut Apple aus Sicherheitsgründen. Nervig daran ist, dass nicht jeder App-Anbieter den Fallback auf den Geräte-PIN-Code in seiner Anwendung implementiert hat, wenn Face ID nicht greift – in manchen Apps funktioniert das, andere sind bockig und verlangen die Eingabe des jeweiligen (langen) Passworts, wenn man Maske trägt. Hier wäre es schön gewesen, wenn Apple eine systemweite Lösung parat hätte. (bsc)