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Mit Weitblick: Fisheye- und Weitwinkelobjektive richtig einsetzen Kommentare

Mit extremen Weitwinkeln gelingen bisweilen spektakuläre Bilder und ungewöhnliche Sichten auf die Welt des Kleinen ebenso wie des Großen. Dennoch sollte man Superweitwinkel und Fisheye-Objektive mit Bedacht verwenden.

Und was sich darin fängt. Was interessieren da die menschlichen Konstruktionen, die sich über den Fluss spannen?

Die Welt der Spinne

Im Fotokurs lernen Sie, dass man für Makroaufnahmen - beispielsweise von Insekten - längere Brennweiten (etwa 100 bis 180 mm) mit einem gebührenden "freien Arbeitsabstand" (das ist das, was nach der minimalen Einstellentfernung zwischen Film- bzw. Sensorebene und Motiv noch zwischen Frontlinse und Motiv übrigbleibt) verwenden soll, um die Tiere nicht aufzuschrecken, oder Licht abzuschatten. Tatsächlich ist bei der Spinnenaufnahme der "freie Arbeitsabstand" gerade mal 1,2 cm – das heißt, die Spinne sitzt schon fast auf der Frontlinse.

Entsprechend wenig amüsiert war sie von der Fotoaktion. Dafür kommt die weite Umgebung, statt in völliger Unschärfe zu versinken, einigermaßen erkennbar mit ins Bild – Die Spinne erscheint riesengroß, ihr Netz scheint den ganzen Inn zu überspannen. Um wirklich in die Welt des Kleinen einzutauchen, muss man sehr kurze Brennweiten verwenden. Freilich ist das kein Allgemeinrezept für übliche Makroaufnahmen, für ungewöhnliche Einsichten aber allemal.

Blechheiliger an einer Stahlbrücke über den Inn (der gute Mann mit Namen "Johann von Nepomuk" gilt auch als Heiliger der Brücken), gesehen mit dem circular Fisheye 4,5 mm F2.8 von Sigma.

Blechheiliger an einer Stahlbrücke, gesehen mit dem circular Fisheye von Sigma. (Rechts) Sozusagen "Normalansicht" mit einem Weitwinkel (17 mm äquivalent zu 28 mm KB).

Ähnlich dramatisch wie "Die Welt der Spinne" wirkt die Aufnahme des Brückenheiligen (Johann von Nepomuk) mit einem "circular Fisheye" von Sigma. Trotz des befremdlichen Stilbruches zwischen der Stahlkonstruktion der Brücke und dem Blechheiligen, suggerieren die geschwungenen Formen einen Zusammenklang, der sich nur mit der Kugelperspektive des Fisheye-Objektivs vollständig einfangen ließ. Im Vergleich dazu wirkt die Aufnahme mit einer gemäßigten Weitwinkelbrennweite von 17 mm und einem "linear" arbeitenden Objektiv recht brav.

Mit dem hier verwendeten 4,5 mm f/2,8 EX DC circular Fisheye von Sigma, das kreisrunde Bilder mit einem Blickwinkel von 180° in alle Richtungen aufzeichnet, ergeben sich mitunter aberwitzige Darstellungen – aber es ist auch schwierig, bei den Aufnahmen nicht die eigenen Füße mit ins Bild zu bekommen (worauf die Anleitung warnend hinweist).

Blick in ein Kirchenschiff. Die Kamera liegt auf dem Boden im Mittelgang, mit dem Objektiv zur Decke gerichtet. (Rechts) Bild quadratisch entzerrt.

Blick in ein Kirchenschiff. Die Kamera liegt auf dem Boden im Mittelgang, mit dem Objektiv zur Decke gerichtet. (Rechts) Bild quadratisch entzerrt.

Legt man die Kamera in einem interessanten Raum, etwa einer Kirche, rücklings auf den Boden, so dass das Objektiv in den "Himmel" schaut, lässt sich mit einem Schlag ein Kugelpanorama aufnehmen, das von den Fußbänken über den Haupteingang und den gegenüberliegenden Altar bis hin zur Decke schlichtweg alles zeigt. Bei dem gezeigten Bild verwendete der Fotograf einen mehrere Meter langen Drahtauslöser und versteckte sich hinter den vorderen Bänken.

"Die Quadratur des Kreises" besteht in diesem Fall darin, kugelperspektivische Aufnahmen per Software zu entzerren, so dass man wieder ein eckiges Bild erhält. Möglich ist das zum Beispiel mit dem DigitalPhotoShifter [1] – allerdings auf Kosten der Schärfe am Rand und merkwürdiger Übergänge in den Ecken.

Beim Fotografieren kommt es neben der korrekten Belichtung darauf an, das Motiv passend zu erfassen, indem man den richtigen Ausschnitt und die richtige Perspektive wählt. Entferntes wird durch eine lange Brennweite (ein Teleobjektiv) herangeholt, Übersichtliches mit einem "Normal" aufgenommen, und sehr weiträumige Szenen oder Objekte aus der Nähe mit einem Weitwinkel.

Der Unterschied besteht zunächst im erfassten Bildwinkel, wie ja der Name "Weitwinkel" schon sagt. Häufig liest man, dass bei einem "Normal" die Brennweite etwa der Diagonalen des Aufnahmeformates entsprechen solle. Das wären beim KB-Format 43,3 mm, bei den Crop-Format-Kameras von Canon ca. 27, bei Nikon 29 mm. Angeblich entsprechen mit einer solchen Brennweite gemachte Aufnahmen am ehesten dem "natürlichen Seheindruck" (also etwa, wenn man die Szene am Ort der Aufnahme mit freiem Auge betrachtet).

Das menschliche Auge hat allerdings keinen genau definierten Sehwinkel – wirklich scharf sehen wir nur in einem sehr schmalen Bereich (etwa 1°), der einem extremen Teleobjektiv entspricht, während der mit beiden Augen noch im Hinblick auf Bewegungssehen erfasste Bereich einen sehr großen Winkel von etwa 170° horizontal und 110° vertikal umfasst. Dabei nimmt die Farbwahrnehmung zum Rande hin immer mehr ab, und im äußersten Bereich erkennen wir nur noch Bewegungen. In einem mittleren Winkelbereich erkennen wir Farben und Gestalten, müssen aber – etwa beim Lesen – Objekte mit dem Blick abtasten, um feine Details und Strukturen zu erkennen.

In der Praxis hat sich für Kleinbild-Kameras eine Brennweite von 50 mm etabliert. Man kann sagen, dass ein 50 mm-Objektiv an Kleinbild mit einem horizontalen Bildwinkel von 40 Grad das aufnimmt, was man in etwa noch gleichzeitig wahrnimmt, wenn man auf eine Szene schaut, ohne den Blick allzu sehr umherschweifen zu lassen. Die Formel für den Bildwinkel lautet:

a = 2 × arctan (d/(2 × f))

a = Bildwinkel
d = Bilddiagonale
f = Brennweite

Superweitwinkelaufnahme bei 10 mm mit grafischer Darstellung der Bildwinkel verschiedener Brennweiten.

Superweitwinkelaufnahme bei 10 mm mit grafischer Darstellung der Bildwinkel verschiedener Brennweiten.

Das nebenstehende Bild zeigt im Hintergrund eine Aufnahme mit einem extremen Weitwinkel (10 mm an APS-C-Format) und transparent darübergeblendete farbige Fächer, um die Bildwinkel einiger gängiger Brennweiten darzustellen. Fotografen alter Schule sind an "Kleinbild-Kameras" (KB) mit 50mm-Objektiven als "Normal", 35 mm als leichtes Weitwinkel usw. vertraut. Diese können die angegebenen Bildwinkel aber nur auf einem Film- oder Sensorformat von ca. 36 × 24 mm aufzeichnen. Verkleinert man das Bildformat – etwa bei den im Amateursektor heute üblichen DSLR-Kameras mit dem sogenannten APS-C-Format von etwa 22,5 × 15 mm (je nach Hersteller und Modell etwas mehr oder weniger), dann verringert sich natürlich der erfasste Bildwinkel.

Dividiert man die längere Bildkante des KB-Formates durch diejenige des "Crop"-Formates, erhält man einen Faktor (zwischen 1,6 bei Canon und 1,5 bei Nikon), durch den man die Objektivbrennweite dividieren muss, um die Brennweite zu ermitteln, die denselben Bildwinkel wie bei einem KB-Objektiv erfasst. Umgekehrt gilt: 50 mm × 1,6 = 80 mm, ein 50er erzielt an einer Canon APS-C eine Bildwirkung wie ein 80mm-Portraitobjektiv an Kleinbild. Beispielsweise erfasst ein 50mm-"Normal" horizontal einen Bildwinkel von 40°, an einer Canon Crop-Format braucht man dafür ein Objektiv mit 31 mm oder 33 mm an Nikon-DX-Kameras. Im Bild sind die sind ungefähren "Ersatzbrennweiten" für Weitwinkel an APS-C-Kameras nach dem Schrägstrich angeschrieben, also z. B. 50/31 mm Normal (40° Bildwinkel horizontal).

Brennweiten und entsprechende Bildwinkel
Brennweite [mm] Bildwinkel [°]
APS-C Kleinbild diagonal horizontal
6 10 130 122
10 16 107 97
12 19 97 87
12,5 20 95 84
14 22 89 79
15 24 84 74
17 27 77 67
17,5 28 75 65
18 29 73 64
20 32 68 59
22 35 63 54
24 38 59 51
28 45 51 44
31 50 47 40
35 56 42 36
47 75 32 27
50 80 30 25
55 90 27 23
62,5 100 24 20
70 112 22 18
75 120 20 17
85 135 18 15
100 160 15 13
125 200 12 10
135 216 11 10
188 300 8,3 6,9
200 320 7,7 6,4
250 400 6,2 5,2
300 480 5,2 4,3
Demonstration extremer Kissenverzeichnung.

Demonstration extremer Kissenverzeichnung (links) und Tonnenverzeichnung (rechts).

Bei Aufnahmen mit extremen Weitwinkeln kommt es leicht zu Bildverzerrungen. Man muss sorgfältig zwischen verschiedenen Einflüssen unterscheiden: Zoomobjektive haben meistens an den Enden ihres Bereiches Bildfehler, die man Verzeichnung nennt. Typischerweise ist sie im Telebereich kissenförmig (Linien am Bildrand nach innen gekrümmt), und im Weitwinkelbereich tonnenförmig (Linien am Bildrand nach außen gebogen).

Bei den bisher gezeigten Bildern handelt es sich um sogenannte "lineare" Weitwinkelaufnahmen, die im Idealfall von sich aus keine Verzeichnungen gerader Linien produzieren. Nicht zu verwechseln mit den "stürzenden Linien", die man je nach Ausrichtung des Objektivs bei Aufnahmen erkennt, beispielsweise bei nach oben gerichteter Kamera. Solche Weitwinkel-Objektive arbeiten bei der Wiedergabe von flächigen Testvorlagen oder Motiven (wie Häuserfronten) annähernd linear, das heißt, gerade Linien werden (im Idealfall) als gerade Linien wiedergegeben, Quadrate oder Kreise bleiben Quadrate oder Kreise, gleichgültig, in welchem Bildbereich sie sich befinden. Das gilt natürlich nur so lange, wie die Motivebene parallel zur Bildebene verläuft. Fotografiert man Häuserfronten schräg, ob nun von der Seite oder von unten nach oben, kommt es zu perspektivischen Verzerrungen, die keinen Fehler des Objektivs darstellen, sondern den Gesetzen der perspektivischen Darstellung entsprechen. Sie treten aber bei Weitwinkeln um so stärker und dramatischer in Erscheinung, je größer der Bildwinkel ist.

Aufnahme mit dem EF 15mm f/2,8 Fisheye von Canon an einer EOS 5D (Vollformat). Hier bietet das Objektiv einen diagonalen Bildwinkel von 180 Grad bei voll ausgezeichnetem rechteckigem Bild.

Aufnahme mit dem EF 15mm f/2,8 Fisheye von Canon. Hier bietet das Objektiv einen diagonalen Bildwinkel von 180 Grad bei voll ausgezeichnetem rechteckigem Bild.

Etwas ganz anderes sind Fisheye-Objektive, die auch von planen Vorlagen, die parallel zur Bildebene aufgenommen werden, kurvig verzerrte Bilder erzeugen, bei denen gerade Linien, die nicht durch den Bildmittelpunkt laufen, zu Kurven werden; und zwar um so stärker, je weiter sie sich am Rand befinden. Es gibt Fisheye-Objektive wie das Canon EF 15mm f/2,8 oder das Sigma 10mm f/2,8 EX DC, die "formatfüllend" abbilden, das heißt, das rechteckige Bild, das der Sensor der Kamera erfasst, wird vollständig ausgezeichnet. Die Kugelperspektive wird entsprechend beschnitten.

Demonstration der Verzerrung von Kugelobjekten am Rand von Weitwinkelaufnahmen: je flacher die Strahlen, desto mehr wird der Äquator der Kugel in die Breite gezogen. Die graue Linie symbolisiert die Ebene des zweidimensionalen fotografischen Abbildes.

Demonstration der Verzerrung von Kugelobjekten am Rand von Weitwinkelaufnahmen: je flacher die Strahlen, desto mehr wird der Äquator der Kugel in die Breite gezogen. Die graue Linie symbolisiert die Ebene des zweidimensionalen fotografischen Abbildes.

Im Gegensatz dazu erzeugen Objektive wie das Sigma 4,5mm f/2,8 EX DC circular Fisheye ein kreisrundes Bild, das nur einen Teil des Sensorformates ausnutzt, dafür aber in allen Richtungen den vollen Bildwinkel aufnimmt, der in diesem Fall 180° beträgt. Und schließlich gibt es eine dritte Sorte von "Verzerrungen", die schwieriger zu verstehen ist und die meistens dann unangenehm auffällt, wenn man rundliche Objekte wie die Köpfe von Personen mit einem starken Weitwinkel am Rand des Bildes aufnimmt.

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, um ein Motiv bildfüllend aufzunehmen: Entweder, man geht so nah heran beziehungsweise so weit weg, bis es "passt", oder man wählt die geeignete Brennweite von einem vorgegebenen Standort aus (zusätzlich kann man noch nachträgliche Ausschnitte machen). Die Ergebnisse sind durchaus nicht gleichartig – Es gilt also, jeweils die passende Kombination aus Brennweite und Standort zu wählen, um die gewünschte Bildwirkung zu erhalten. Leider hat man dabei nicht immer die freie Wahl - manche Objekte, wie eine Kirche, lassen sich nicht von beliebig weit entfernten Standorten aufnehmen, ohne dass etwas störendes in den Vordergrund gerät. Oder das Wohnzimmer ist schlicht zu eng - spätestens dann entsteht der Wunsch nach einer kürzeren Weitwinkelbrennweite.

Das ist die "klassische" Perspektive mit stürzenden Linien bei starken Weitwinkelaufnahmen - Bildwinkel ca. 107 Grad diagonal.

Das ist die "klassische" Perspektive mit stürzenden Linien bei starken Weitwinkelaufnahmen - Bildwinkel ca. 107 Grad diagonal.

Wenn man damit aber aus großer Nähe fotografiert, bekommt man es bei Gebäuden mit den gefürchteten "stürzenden Linien" zu tun, die daher rühren, dass der Blick aufwärts gerichtet werden muss, da der eigene Standort sich ja meistens auf Höhe der Grundmauern befindet, der Mittelpunkt des Gebäudes aber in 20, 30 oder 50 m Höhe dicht vor einem aufragt. In manchen Fällen können Tricks helfen - während und nach der Aufnahme. Wer sich professionell mit Architekturfotografie beschäftigt, sollte sich ein Tilt-Shift-Objektiv anschaffen (das ist ein Objektiv, dessen optische Achse man relativ zum Mittelpunkt des Aufnahmesensors verschieben und neigen kann). Damit lassen sich stürzende Linien ähnlich wie bei einer Balgenkamera vermeiden, und außerdem nach Scheimpflug die Schärfenebene neigen.

Eine andere Möglichkeit besteht bei extrem weitwinkligen Objektiven darin, die Kamera einfach genau waagrecht auszurichten und sich so weit von einem Gebäude zu entfernen, dass dessen Dach noch im Bild erscheint. Dabei nimmt man zwar in Kauf, dass unten eine Menge Vordergrund mit aufgenommen wird, doch läßt sich dieser ja ganz einfach durch nachträglichen Beschnitt im Fotoprogramm entfernen - oder besser noch kreativ mit einbeziehen. Sehr gut funktioniert aber auch das nachträgliche Geraderichten von stürzenden Linien per Software, teilweise sind entsprechende Funktionen schon in Fotoprogramme wie Photoshop eingebaut oder lassen sich als Plugin installieren. Oft ergibt sich aber ein natürlicherer Bildeindruck, wenn man einen Rest an perspektivischer Verzeichnung stehen läßt.

Die Perspektive ändert sich, wenn man je nach Brennweite näher herangeht oder weiter zurückweicht: je kürzer die verwendete Brennweite, desto dramatischer die Perspektive. Geht man nahe an ein Motiv heran - beispielsweise eine Person, oder ein Kreuz (siehe Bildserie), so wird der Hintergrund im Vergleich zum Vordergrund immer kleiner. Andererseits gibt es immer weniger "Freistellung" durch die Tiefen-Unschärfe. Also genau der gegenteilige Effekt wie bei einer Teleaufnahme, bei welcher der Schärfebereich gering ist und alles davor oder dahinter rasch unscharf wird - wobei natürlich noch die verwendete Blende eine Rolle spielt. Ein in Unschärfe verschwimmender Hintergrund wirkt ruhig, im Extremfall fast so, als würde man ein Motiv im Studio vor einem Hintergrundkarton aufnehmen, der Hintergrund stört also nicht. Bei Weitwinkelaufnahmen besteht eher die Gefahr, dass Details im Hintergrund, die nicht zum Bildinhalt "gehören", störend wirken und den Betrachter verwirren oder zumindest ablenken. Anders ist es, wenn man etwas kleines in der Nähe mit etwas großem im Hintergrund in Beziehung setzen will.

Spiegelreflexfotografen, die mit Wechselobjektiven arbeiten, sind es gewohnt, dass ihnen eine riesige Brennweitenbandbreite vom "Superweitwinkel" bis zum extremen Tele zur Verfügung steht, teils in Festbrennweiten, teils in Zoomobjektiven unterschiedlich breiter Bereiche und Abstufungen. Ausgehend von der klassischen "Normal"-Brennweite von 50 mm betrachtet man 35 mm als "leichtes Weitwinkel", 28 mm ist ein mittleres, 24 mm ein starkes Weitwinkel, es gibt aber auch "extreme" Weitwinkel mit Brennweiten bis herab zu 14 mm für das KB-Format. Die Einteilung ist mehr oder weniger subjektiv. Abgesehen von Festbrennweiten, die in ihrer optischen Qualität prinzipiell Zoom-Objektiven überlegen sind, haben sinnvoll abgestufte Zooms gegenüber den bei Laien beliebten "Superzooms" (vulgo: Suppenzooms) den Vorteil höherer Lichtstärken und sehr geringer Verzeichnungen an den Enden der Brennweitenbereiche.

So ist bei hohen Ansprüchen an die optische Qualität beispielsweise die Kombination eines 10-22 mm Weitwinkel-Zooms mit einem 17-50/55 "Universalzoom" und anschließend ein oder zwei Telezooms sinnvoller - aber auch teurer - als ein "Immerdrauf" von möglichst kurz bis möglichst lang, das dann meistens im Telebereich nur noch ein finsteres Sucherbild und eher matschige Fotos und im Weitwinkelbereich verzeichnete Bilder erzeugt.

Jedenfalls will der gestalterische Umgang mit extrem kurzen Brennweiten beziehungsweise großen Aufnahmewinkeln gelernt sein. Und irgendwann kommt man dann auf den Geschmack und spielt mit den besonderen Effekten von Weitwinkelperspektiven und setzt sie gezielt ein. Zu unterscheiden sind verschiedene Effekte, die sich teilweise als Störung oder Objektivfehler bemerkbar machen (Tonnen-Verzeichnung), teilweise aber geometrisch bedingt sind (Kugelverzerrung am Bildrand), in gewissen Fällen aber auch gewollt sind oder einem besonderen Abbildungskonzept entsprechen. (rst [2])


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