Mittwoch: Deutsches Gericht verbietet US-Cookies, NASA hat Hubble repariert

US-Cookies in Deutschland untersagt + Weltraumteleskop wieder aktiv + Corona-Studie zu Masken + Faktencheck zum Fahrradverkehr

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Kind isst Kekse und spielt am Tablet

(Bild: Shutterstock/dotshock)

Von
  • Frank Schräer

Cookies sind seit Längerem ein Stein des Anstoßes im Internet. Jetzt hat ein deutsches Gericht eine womöglich weitreichende Entscheidung getroffen. Einer Hochschule wird untersagt, US-Cookies zu verwenden, da US-Behörden die Daten abgreifen könnten. Die NASA hat jetzt das Weltraumteleskop Hubble wieder komplett repariert – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Ein Verwaltungsgericht hat einer staatlichen Hochschule in Hessen untersagt, den Dienst Cookiebot auf ihrer Webseite einzubinden. Der Cookiebot bittet Nutzer um Einwilligung in die Speicherung von Cookies auf ihrem Endgerät. Das juristische Problem: Dabei werden Daten der Webseiten-Besucher zu Servern eines US-Unternehmens übertragen. Der spektakuläre Beschluss, laut dem deutsche Webseiten keine US-Cookies setzen dürfen, wirkt weit über den Einzelfall hinaus.

Weit wirkt auch das Weltraumteleskop Hubble mit seinen Beobachtungen ferner Galaxien und Sterne, aber es war wochenlang ausgefallen. Nun hat die NASA es reaktiviert. Alle vier wissenschaftlichen Instrumente zur Weltraumbeobachtung wie Kameras und Spektrometer sammeln demnach seit Anfang der Woche wieder Daten. In der nächsten Zeit will die NASA noch schrittweise Software-Updates ausrollen, nachdem das Weltraumteleskop Hubble wieder voll einsatzfähig ist.

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Ob Schutzmasken gegen das Coronavirus helfen, ist mittlerweile keiner Diskussion mehr würdig. Eine neue Untersuchung hat jetzt überprüft, wie hilfreich Masken in besonders kritischen Situationen des Alltags sind, etwa im öffentlichen Personennahverkehr. Dabei konzentrierten sich die Forscher auf die heute üblicherweise verwendeten Lösungen. Demnach reduziert sich das Ansteckungsrisiko mit gut sitzenden FFP2- und OP-Masken erheblich, aber ohne Maske sind auch drei Meter Abstand zu wenig.

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Abstand voneinander halten sollten auch Auto- und Fahrradfahrer. Einerseits gibt es immer weniger Verkehrstote auf Deutschlands Straßen, aber immer mehr davon sind mit dem Rad unterwegs. Die Debatte über den automobilen Straßenverkehr als Gegenmodell zur Fahrradmobilität wird von vielen Scheinargumenten bestimmt. Telepolis macht einen Faktencheck: Elf Dinge, die ich als Radfahrerin nicht mehr hören kann.

Bei zwei hohen Gerichten wird es am Mittwoch spannend: Das europäische Gericht urteilt über eine Schadenersatzforderung von Staubsaugerherstellern gegen die Europäische Kommission. Eine (inzwischen aufgehobene) EU-Verordnung zur Energiekennzeichnung von Staubsaugern fußte auf unrealistischen Testbedingungen. Daneben klärt der deutsche Bundesgerichtshof, ob ein vom VW-Abgasskandal betroffener Diesel-Käufer ein neues Auto verlangen kann oder ein Software-Update hinnehmen muss.

Auch noch wichtig:

  • Wollen Unternehmen ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen, steht ihnen ein ziemlicher Aufwand ins Haus. Dies will Amazon nun komplett als AWS-Dienst schultern: Mit Amazon Private 5G in wenigen Tagen zum privaten Mobilfunknetz.
  • Seit gestern funktioniert der Google Assistant nur noch eingeschränkt auf Apples iPhones und iPads. So gibt es unter anderem keine Assistant-Audioankündigungen mehr über neue Benachrichtigungen. Das wird auch so bleiben.
  • Seit 1. Dezember gilt: Wenn Ihr Festnetz-Internet deutlich schlechter ist als versprochen, müssen Sie weniger zahlen. Heute verrät die Bundesnetzagentur Details zur Umsetzung.
  • 99 Prozent der deutschen Wohnsitze sind inzwischen mit LTE der Deutschen Telekom versorgt, sagt der Konzern. 87 Prozent können außerdem 5G nutzen.

(fds)