Mittwoch: Dropbox mit deutscher Verschlüsselung, Fake-Tweet legt Parlament rein

Dropbox will Boxcryptor + Wiener Parlament hereingefallen + Opels Elektro-Kombi + Fotoqualität des nächsten iPhones + Corona-Falschinformationen bei Twitter

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Notebook mit Verschlüsselungssymbolen

(Bild: VideoFlow/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Dropbox will Datenverschlüsselung für seine Geschäftskunden integrieren. Deshalb hat der Cloud-Anbieter Techniken des deutschen Verschlüsselungsdienstes Boxcryptor gekauft. Der wiederum nimmt ab sofort keine Neukunden mehr an, wird aber bisherige Verträge erfüllen. Derweil ist Österreichs Parlament auf einen falschen Tweet hereingefallen. Eine kurzfristig angesetzte Trauerminute im Wiener Nationalrat beruhte auf einer Falschmeldung bei Twitter, nach der Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky gestorben sei. Das wirft erneut Fragen zur Moderation sozialer Netzwerke auf. Bestätigt ist hingegen, dass Opel nächstes Jahr einen elektrischen Kombi in sein Sortiment aufnehmen wird. Opel ist zwar nicht der erste Anbieter eines E-Kombi, doch der Astra Electric hat gute Chancen, Kunden abzuholen, die kein E-SUV wollen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Die Augsburger Secomba GmbH hat ihren Verschlüsselungsdienst Boxcryptor an den US-amerikanischen Cloud-Betreiber Dropbox verkauft. Dropbox will die Dateiverschlüsselung künftig für kostenpflichtige Verträge mit Geschäftskunden anbieten. Denn im Gegensatz zu den meisten privaten Nutzern wollen Firmen ihre sensiblen Daten auch in der Cloud geschützt wissen. Secomba versichert, dass bestehende Boxcryptor-Verträge bis Vertragsende weiter laufen und keine Daten an Dropbox gehen werden. Neukunden nimmt Boxcryptor allerdings nicht mehr an: Dropbox übernimmt deutschen Verschlüsselungsdienst Boxcryptor.

Trauer bei Österreichs Sozialdemokraten: Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky ist gestorben! Gerade tagt im Parlament der Sozialausschuss des Nationalrates. SPÖ-Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek informiert die Anwesenden, die sogleich eine Trauerminute abhalten. Dabei ist der 85jährige Vranitzky quicklebendig. Heinisch-Hosek soll am Dienstag einer Chatnachricht eines Bekannten vertraut haben, der wiederum auf einen falschen Tweet hereingefallen sein soll. Zu der Falschmeldung hat sich ein bereits für etliche totgesagte Prominente berüchtigter Italiener bekannt: Österreichs Parlament fällt auf falschen Tweet herein.

Schon im September stellte Stellantis den batterieelektrischen Peugeot e-308 vor, nun folgt der Opel Astra Electric auf der gleichen Basis. Opel-Kunden müssen sich allerdings nicht grämen, denn die Händlerpremiere, die vermutlich irgendwann im Frühsommer 2023 stattfinden wird, dürfte kaum wesentlich später folgen. Der riesige Stellantis-Konzern bedient mit beiden die in Westeuropa oft gestellte Forderung, doch bitte einen Kombi mit Elektroantrieb auf den Markt zu bringen. Die technischen Daten sind – wenig überraschend – im Astra Electric identisch mit dem e-308, heißt es zur Vorstellung des Elektroautos Opel Astra Electric: Der E-Kombi kommt.

Opel Astra-e (4 Bilder)

Der Astra wird ab dem Sommer 2023 auch als Elektroauto angeboten. Dann wird sich erweisen, wie groß die Gruppe derjenigen tatsächlich ist, die auf einen Kombi mit Elektroantrieb gewartet haben.

Bildsensoren von Sony soll Apple auch in der iPhone-Generation des Jahres 2023 verbauen. Dabei soll die Lichtempfindlichkeit nahezu verdoppelt werden, überbelichtete oder unterbelichtete Bereiche stark reduziert werden. Wenn der Rest der Optik und die Software mitspielen, dürfte sich so auch der Dynamikumfang deutlich erhöhen. Das soll die Kamera von iPhones deutlich besser machen. Dahinter dürfte ein neuartiger Stacked-CMOS-Sensor stecken. Wurde der Begriff bisher vor allem für Sensoren mit integriertem DRAM verwendet, so ist die neue Bauform deutlich verschieden: Sony-Sensor soll Bildqualität beim nächsten iPhone drastisch steigern.

Twitter geht nach der Übernahme durch Milliardär Elon Musk nicht mehr gegen Falschinformationen zum Coronavirus vor. Die entsprechenden Maßnahmen wurden bereits am Mittwoch vergangener Woche gestoppt. Der Online-Dienst hatte 2020 Regeln aufgestellt, um die Verbreitung falscher und irreführender Informationen über das Virus und Impfstoffe zu unterbinden. Twitter verwies damals auf Gefahr für Menschen, die unwissenschaftliche Behandlungsmethoden anwenden oder auf Impfungen verzichten könnten. Diese Regeln werden jetzt nicht mehr umgesetzt: Twitter geht nicht mehr gegen Corona-Falschinformationen vor.

Auch noch wichtig:

(fds)