Mittwoch: Google-Epic, Blackberry-Ende, Lieferketten-Angriffe, TV-Zweifel & iOS

Google verklagt Epic Games + Blackberry-Handys & -E-Mail bald nutzlos + Allianz erwartet mehr Ransomware-Attacken + Zweifel am Sky-TV + Apple-Bugfixes

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Frau mit Blackberry-Handy

Blackberry hatte angekündigt, dass der Konzern keine Geräte mehr selbst entwickeln werde.

(Bild: dpa, Caroline Seidel)

Von
  • Frank Schräer

Der Streit um eines der weltweit erfolgreichsten Spiele geht weiter. Google hat Epic Games verklagt, weil diese mit der Android-Version von Fortnite verdient haben, ohne Google daran zu beteiligen. Dagegen nähert sich die Blackberry-Ära ihrem Ende, denn Anfang 2022 stellt RIM die Unterstützung für Blackberry-Handys und -Tablets ein – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Im Rechtsstreit mit Epic Games erhebt Google Gegenklage. Während Spieleentwickler Epic den Datenkonzern Google monopolistischer Praktiken in seinem Play Store bezichtigt, verlangt Google finanzielle Entschädigung. Epic Games habe mit Fortnite-Spielern In-App-Käufe abgewickelt, die über Epics eigenes Bezahlsystem gelaufen sind. Damit habe Epic Googles Zahlungssystem und die damit verbundenen Provisionen umgangen, was gegen Googles Richtlinien verstoße. Mit der Widerklage gegen Epic Games erhofft sich Google finanziellen Ausgleich.

Keine Entschädigung bekommt, wer noch ein altes Blackberry-Handy mit BB10 oder BB OS hat, eine Blackberry-E-Mail-Adresse oder gar ein Blackberry-Tablet. Diese Nutzer müssen sich auf den Abschied gefasst machen. In 80 Tagen endet das Jahr, vier Tage später endet die Blackberry-Ära. RIM (ehemals Blackberry) stellt nämlich die Unterstützung für seine Geräte ein. Ohne Serverdienste fehlt den Geräten die notwendige Provisionierung, damit werden Blackberry-Handys und E-Mail-Konten bald nutzlos.

Aus dem Archiv heise onlines: "Angefasst: BlackBerry Classic" aus dem Dezember 2014 (Quelle: Volker Weber)

Immerhin sind Blackberry-Geräte dann kein Ziel von Hackern mehr, aber die Allianz warnt vor einer steigenden Zahl von Online-Erpressungsangriffen auf die stockenden globalen Lieferketten. Unternehmen, die für Wirtschaft und Gesellschaft essenzielle Güter ausliefern, gehören nach Einschätzung des zur Allianz gehörenden Industrieversicherers AGCS zu den besonders gefährdeten Zielscheiben. Ein weiteres Angriffsziel sind IT-Dienstleister, denn auch diese gehören durch ihre Vernetzung zu den von der Allianz erwarteten Hacker-Attacken auf Lieferketten.

Ist das jüngst vorgestellte Glass TV wirklich ein Fernseher? Auf einer Website, die sich mit TVs befasst, heißt es: "Das sind ganz gewöhnliche Fernseher". Dem kann unser Display-Experte nicht zustimmen: Wann ist ein Fernseher kein Fernseher mehr?

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Ein Schlupfloch haben dagegen Jugendliche in China gefunden, denn Personen unter 18 Jahren dürfen in der Volksrepublik nicht online spielen. Ausgenommen ist die Stunde von 20 bis 21 Uhr an Freitagen, Samstagen, sowie Sonn- und Feiertagen. Das Verbot gilt seit 1. September und wurde sogleich umgangen. Offenbar hat sich sofort ein Online-Markt gebildet, in dem Erwachsene ihre Zugangskonten feilbieten. Damit könnten Minderjährige unter fremdem Namen spielen und das Spiele-Verbot umgehen. Die Kommunistische Partei Chinas ist sauer, dass Jugendliche das Online-Spieleverbot umgehen.

Auch noch wichtig:

  • Statt des hauseigenen Material-Looks will sich der Suchriese künftig vorrangig mit UIKit begnügen. Der Prozess dürfte allerdings eine ganze Weile brauchen, bis Google-Apps in iOS zu Apples Design wechseln.
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  • Die Shetlandinseln könnten einen Raumflughafen bekommen. Das schottische Unternehmen Skyrora arbeitet an einer Rakete namens Skylark XL, die schon Ende nächsten Jahres von den Shetlandinseln aus Satelliten in den Orbit schießen soll.

(fds)