Mittwoch: Tiktok gegen Schleichwerbung und Facebook gegen Diskriminierung

Tiktok gegen versteckte Werbung + Facebooks Anzeigenänderungen + Peugeot 408 PHEV vorgestellt + Starship für US-Militär + Elektroantrieb mit Thermomanagement

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Frau wird von verschiedenen Geräten bedrängt

(Bild: Shyntartanya/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Sowohl in Europa als auch in den USA haben Behörden und Regierungen soziale Netzwerke zu Zugeständnissen und Änderungen veranlasst. So verspricht Tiktok mehr Schutz vor Schleichwerbung in ihren Kurzvideos aufgrund Drucks der EU-Kommission. Facebook beugt sich dem US-Justizministerium sowie Diskriminierungsvorwürfen und soll die gängige Zielgruppenauswahl bestimmter Werbeanzeigen ändern. Neu ist hingegen der Peugeot 408 PHEV, eine Fließheck-Limousine mit mehr Bodenfreiheit und SUV-Elementen. Der Plug-in-Hybride soll Anfang 2023 erhältlich sein, ein 408 als Elektroauto soll etwas später kommen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Die beliebte Kurzvideo-App Tiktok verspricht nach Beschwerden durch Verbraucherschützer in der EU besseren Schutz vor versteckter Werbung. Das chinesische Videoportal hat nach gut einjährigen Gesprächen zugesagt, sein Vorgehen an entsprechende EU-Regeln anzupassen. Nutzer sollen künftig in der Lage sein, alle Arten von Werbung auf Tiktok zu erkennen. Verbraucherschützer sind allerdings nicht restlos überzeugt von den Zusagen Tiktoks gegenüber der EU-Kommission: Tiktok verspricht mehr Schutz vor Schleichwerbung.

Facebook muss sich ebenfalls äußerem Druck beugen. Das größte soziale Netzwerk wird nach einer Diskriminierungsklage der US-Regierung sein System zur Personalisierung von Wohnungsanzeigen ändern. Immobilienfirmen hätten dafür sorgen können, dass ihre Inserate Menschen mit bestimmter Hautfarbe, Herkunft, Familienstand, Geschlecht oder religiöser Zugehörigkeit nicht angezeigt wurden, lautete der Vorwurf. Nach einem mit dem Justizministerium geschlossenen Vergleich wird Meta eine Geldstrafe zahlen: Facebook ändert US-Immobilienanzeigen nach Diskriminierungsvorwürfen.

Peugeot ändert hingegen Design und Ausrichtung mancher Fahrzeugmodelle und füllt mit dem neuen 408 eine Lücke im Programm, von dessen Existenz vermutlich kaum einer wusste. Bei den Antrieben kommt der große Schritt erst 2023, denn die Fließheck-Limousine 408 ist als Mischung aus Peugeot 308 und 508 – gewürzt mit einem Schuss SUV – noch ein Plug-in-Hybrid. Peugeot versucht es mit einer neuen Kreuzung, denn der 408 passt schwerlich in ein gängiges Raster: Vorstellung Peugeot 408 PHEV – zwischen allen Klassen.

Peugeot 408 (5 Bilder)

Der Peugeot 408 passt in kein gängiges Raster. Von den Abmessungen her ...

Das US-Militär will mit der Riesenrakete Starship von SpaceX Ausrüstung oder gar Truppen innerhalb von kürzester Zeit überall auf die Welt bringen können. Schon 2020 hatten die US-Streitkräfte fantasiert, dass man mit der Rakete die Nutzlast eines großen Transportflugzeugs innerhalb von weniger als einer Stunde an jeden Ort auf dem Globus bringen könnte. Die Szenarien klingen nach Science-Fiction, aber es gibt auch Schwierigkeiten und Zweifel an den Ideen des US-Militärs: Eingreiftruppe soll mit Starship-Rakete überallhin gebracht werden.

Als Zulieferer der Autoindustrie positioniert sich auch Schaeffler neu für ein künftiges Kerngeschäft mit der Elektromobilität. Die jüngste Entwicklung des Unternehmens ist ein integrierter Antrieb, in die nun auch die Leistungselektronik einbezogen wurde. Genauer gesagt ist die sogenannte "4in1-E-Achse" außer mit dem Elektromotor und seinem Getriebe auch mit der zugehörigen Leistungselektronik und Thermomanagement ausgestattet. Hauptvorteil sei eine höhere Effizienz dank besserer Wärmenutzung bei Elektroautos: Schaeffler integriert den Antrieb zur "4in1-E-Achse".

Der Internetdienst Strava hat mit seinen Trainingsdaten offenbar immer noch sensible Informationen über Militärangehörige und Geheimdienste offengelegt. Eine unbekannte Person hat auf Strava Streckensegmente in israelischen Militär- sowie Geheimdiensteinrichtungen erstellt und personenbezogene Daten zu etwa 100 Menschen abgreifen können, die dort stationiert sind beziehungsweise waren. Einen ausreichenden Schutz davor habe es bei Strava nicht gegeben: Fitnesstracker Strava stellt weiter Militärangehörige und Geheimdienste bloß.

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(fds)