Mixed-Reality-Headset von Apple: Kein Gerät für den ganzen Tag

Offenbar wird die erste Computerbrille des Konzerns ein fast 100 Watt starkes Netzteil brauchen. Zudem will Apple keinesfalls ein Metaversum schaffen, heißt es.

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Wer will hier ins Metaversum?

(Bild: PopTika/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Während bei Facebook die Vorstellung herrscht, die Menschheit werde in einigen Jahren mit VR- beziehungsweise AR-Headsets in eine ganz neue Welt abtauchen, will Apple offenbar vermeiden, dass die Nutzerinnen und Nutzer komplett in einem "Metaversum" verschwinden. Davon geht der Apple-Journalist Mark Gurman von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg aus. Seinen Quellen zufolge sei schon die Idee eines Metaversums bei Apple "tabu", dies habe man ihm "ziemlich direkt" mitgeteilt.

Entsprechend soll das erste Mixed-Reality-Headset, an dem Apple schon für dieses Jahr zu arbeiten scheint, auch kein "Gerät für den ganzen Tag" sein. Er wäre schockiert, wenn Apple ein Metaversum ankündige, meint Gurman. Die Idee einer komplett virtuellen Welt, in die die Nutzer "flüchten" könnten – also die Vision von Facebook –, wird es bei Apple demnach nicht geben.

Das passt zu den bisherigen Aussagen von Apple-Chef Tim Cook, der die Vorteile der erweiterten Realität (Augmented Reality, AR) seit Jahren anpreist. Den iPhone-Konzern interessiert demnach besonders die Verbindung aus echter Realität und digitalen Inhalten. Ein vollständiges Abtauchen in ein "Metaverse" passt hierzu nicht – auch nicht zum Plan, in den kommenden Jahren AR- beziehungsweise Mixed-Reality-Technik in eine echte Brille einzubauen, wie es Apple offensichtlich vorhat.

Ein weiterer Apple-Beobachter, der treffsichere Analyst Ming-Chi Kuo vom taiwanischen Geldhaus TF International Securities, bläst ins gleiche Horn wie Gurman. Seinem jüngsten Bericht an Investoren zufolge wird Apples erstes Mixed-Reality-Headset reichlich Strom ziehen. Angeblich liegt dem Gerät ein 96 Watt starkes Netzteil mit USB-C bei, wie man es von den schnelleren MacBook-Pro-Modellen der aktuellen Generation mit 14 Zoll großem Bildschirm kennt. Dass Apple mächtige Hardware plant, die womöglich über 3000 US-Dollar kostet, gilt in der Szene als gesetzt.

Kuo zufolge versorgt das Netzteil zwei Prozessoren, die von Apples langjährigem Fertiger TSMC kommen – einer werde im 5-nm-Prozess gefertigt, einer im 4-nm-Prozess. Das schnellere Modell der beiden soll ungefähr so flott sein wie Apples aktuelle M1-Chips. Chip Nummer zwei diene der Ansteuerung der verbauten Bildschirmtechnik. Angeblich plant Apple "innovative Erfahrungen", bei denen Nutzer nahtlos zwischen AR und virtueller Realität (VR) nahtlos wechseln können. In Sachen Rechenleistung soll das Headset zwei oder drei Jahre vor der Konkurrenz liegen so Kuo.

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(bsc)