Mobilfunk: Analysten erwarten das Aus für Volumentarife

Immer mehr Menschen nutzen Mobilfunkverträge ohne Datenlimit. Eine Studie empfiehlt daher, die Tarife künftig am Übertragungstempo zu orientieren.

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(Bild: dotshock/Shutterstock.com)

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  • Achim Born

Simon-Kucher & Partners hat die Ergebnisse einer Untersuchung zur Zukunft der TK-Services mit dem Fokus auf Mobilfunk veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis der Studie: Immer mehr Kunden nutzen Verträge ohne Datenbegrenzung. Derzeit sind es zwar nur rund 20 Prozent, aber schon 53 Prozent der Mobilfunknutzer bezeichnen solche Angebote als attraktiv und 41 Prozent äußern bereits eine konkrete Kaufabsicht.

Die Berater warnen daher vor einem Scheitern der derzeitigen Preisstrategie; unbegrenztes Internet werde ohnehin zum Standardangebot. Mobilfunkanbieter sollten dringend ihre Strategie wechseln, bevor das Preisniveau zu stark sinkt. Die Empfehlung der Analysten lautet Tempo. Dies sei nach Netzstabilität (62 Prozent) und Preis (52 Prozent) derzeit mit 48 Prozent ohnehin schon eines der wichtigsten Kriterien für hiesige Mobilfunkkunden.

Die Studie zeigt zudem, dass jetzt ein idealer Zeitpunkt für eine Umstellung der Tarife ist: Zum einen planen derzeit 42 Prozent der Konsumenten vor allem neue Mobilfunk-Verträge abzuschließen. Gleichzeitig steigt die Zahlungsbereitschaft. Bewerteten vor der Corona-Pandemie noch 59 Prozent Telekommunikations-Services als teuer, stimmen dem mittlerweile nur noch 47 Prozent zu. 63 Prozent der Kunden ist bewusst, dass ihre Vertragslaufzeit abgelaufen ist und sie jederzeit den Anbieter wechseln könnten. 39 Prozent geben an, dass sie dies bei einem guten Angebot der Konkurrenz auch tun würden. Konkret plant jeder vierte (24 Prozent), sich in den nächsten zwölf Monaten vom bisherigen Anbieter zu trennen.

Ein Hauptargument für den Wechsel des Providers ist laut Untersuchung für 39 Prozent das Thema Speed sowohl bei Mobilfunk- als auch bei Festnetzangeboten. Das Preis-Argument finden 24 Prozent attraktiv, die 5G-Unterstützung 20 Prozent. Für 17 Prozent ist weiterhin ein höheres Datenvolumen reizvoll. Locken lassen sich potenzielle Kunden aber auch mit Extras wie einer zusätzlichen SIM-Karte etwa für den Datenverkehr von Tablets oder Smartwatches, für die sich mit 35 Prozent bereits doppelt so viele Verbraucher interessieren wie im Vorjahr.

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