Modelleisenbahn: Heile Welt in der Coronazeit

Viele Menschen haben nun mehr Zeit, sich ihren Hobbys zu widmen oder neu in eines einzusteigen. Davon profitiert auch die Modelleisenbahnbranche.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 360 Beiträge

Auslage eines Modelleisenbahn-Geschäfts in Bremen.

(Bild: heise online / anw)

Von
  • Irena Güttel
  • dpa
Inhaltsverzeichnis

Seit mehr als 20 Jahren baut der Sänger Rod Stewart an einer riesigen Modelleisenbahn. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ist seit langem bekennender Modelleisenbahn-Fan. Das Hobby war etwas aus der Mode gekommen, doch in den vergangenen Jahren wurden einige alte Eisenbahnen in Kellern wiederentdeckt oder Menschen sind neu in die Modellbauwelt eingestiegen. Gerade in Corona-Zeiten erweist sich das Hobby als krisenfest.

Die Modelleisenbahn erlebte Höhen und Tiefen. Letztere vor allem in den 1990er und Nuller-Jahren, als die Spielkonsolen auf den Markt drängten, wie Rudolf Böhlein, Inhaber von Eisenbahn Dörfler in Nürnberg erläutert. In den vergangenen Jahren habe das Hobby aber wieder Fahrt aufgenommen. "Im Gegensatz zu früher ist die Modelleisenbahn günstiger geworden. Ich kann für kleines Geld ins Hobby einsteigen", sagt Böhlein.

Seit ein paar Jahren gehe die Entwicklung stetig nach oben, bestätigt auch Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie. "Den Herstellern ist es gelungen, das Hobby stärker zu emotionalisieren, einen Imagewandel zu erreichen und neue Zielgruppen jenseits der klassischen Klientel anzusprechen." Zahlen zum Gesamtumsatz der Branche gibt es nach seinen Angaben nicht. Die meisten Hersteller seien zurzeit aber mit der Umsatzentwicklung sehr zufrieden, sagt er.

"Man kann sich seine eigenen heile Welt bauen, unabhängig von dem, was draußen passiert", beschreibt Böhlein, selbst passionierter Modelleisenbahner, den Charme des Hobbys. Im Gegensatz zu anderen Spielzeugen unterliegt es keinen Trends, es begleitet seine Anhänger oft ein Leben lang – und braucht vor allem Zeit, die viele Menschen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Frühjahr wieder mehr haben.