Modulare Software-Systeme mit mehr Funktionen für kommende Volkswagen-Modelle

Mit einem geplanten Software-Baukasten soll bei Volkswagen – ähnlich wie bei den Antriebs-Baukästen – die teure Vielfalt der Basisvarianten abnehmen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 29 Beiträge

Beim Elektro-SUV VW ID.4 GTX läuft die Software wohl recht zufriedenstellend. Nun soll sie modularisiert werden und mehr Funktionen bekommen.

(Bild: Volkswagen)

Von
  • dpa

Bei Volkswagen sollen Kunden in Autos der neuen Software-Generation ihren Account mit allen persönlichen Einstellungen auch zwischen verschiedenen Wagen übertragen können. So könnte etwa die Nutzung von Carsharing-Diensten stärker als bisher in die Breite kommen, hofft das Unternehmen. Für das Angebot WeShare stelle die Kernmarke VW künftig weitere Modelle der elektrischen ID-Reihe bereit, kündigte Vertriebschef Klaus Zellmer heute an.

Volkswagen will generell in Neuwagen verstärkt modulare Software-Systeme einsetzen. Dabei sind sämtliche Funktionen im Prinzip schon vorinstalliert, einzelne Zusatzdienste können dann später dazugebucht und gegen Gebühr freigeschaltet werden. Mit einer Art Software-Baukasten soll – ähnlich wie bei den Antriebs-Baukästen – die teure Vielfalt zahlreicher Basisvarianten abnehmen. Außerdem sind dabei zunehmend drahtlose Updates ("over the air") vorgesehen. Deren Anlauf war zuletzt für diesen Sommer geplant.

Der Konzern erwartet ergänzende Umsätze durch kombinierte, je nach Kundenprofil ausgerichtete Programmpakete. Zellmer bekräftigte das zunächst noch relativ allgemeine Ziel, auf diese Weise einen "dreistelligen Millionenbetrag" erreichen zu wollen. Der Konkurrent BMW peilt einen ehrgeizigen Wert für das entsprechende Erlöspotenzial an: Bis 2030 wollen die Münchner mit individualisierten, digitalen Upgrades im Auto bis zu fünf Milliarden Euro jährlich erzielen.

Der Entwicklungschef der Kernmarke VW, Thomas Ulbrich, sieht in solchen passgenauen Funktionen einen wichtigen Wettbewerbsfaktor: "Es wird in Zukunft mehr und mehr so sein, dass der Kunde mehr auswählt nach dem, was die Software bietet – und nicht unbedingt danach, ob das Auto noch ein Zehntel schneller fährt."

Bei der Einführung neuer Systeme und Steuergeräte im VW Golf 8 (Test) und im batterieelektrischen VW ID.3 (Test) musste Volkswagen aufgrund der Komplexität allerdings auch Lehrgeld zahlen. "Es gab Softwarefehler, das ist unbestritten", meinte Ulbrich. "Aber wir haben entsprechend nachgebessert." Inzwischen sei das Feedback der Kunden, die teils mit abgespeckten Versionen starten mussten, "deutlich positiver". Ab 2026 ist mit dem Projekt "Trinity" eine völlig neue Plattform geplant.

(fpi)