Mondmission Artemis-1: Blicke zurück auf die Erde, Videos vom Bilderbuchstart

Die unbemannte Raumkapsel Orion ist auf dem Weg zum Mond. Zur Erde geschickt hat sie Fotos der kleiner werdenden Erde. Neue Videos zeigen den Start.

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Blick zurück zur Erde

(Bild: NASA TV)

Einen Tag nach dem Bilderbuchstart mit der Riesenrakete SLS ist die Raumkapsel Orion auf dem Weg zum Mond. Bislang hat sie im Rahmen der Mission Artemis-1 bereits 10 kleine Satelliten ausgesetzt und beeindruckende Fotos der Erde zurückgeschickt. Von der ist sie inzwischen rund 200.000 km entfernt, zum Mond sind es noch rund 270.000 km.

Angetrieben wird das Raumschiff auf seinem Weg von dem Servicemodul, das die Europäische Weltraumagentur ESA zu der Mission beigesteuert hat. Bis die Raumkapsel beim Mond ankommt, wird es noch etwa vier Tage dauern, danach braucht es weitere vier Tage, bis sie die geplante retrograde Umlaufbahn eingenommen hat. Während der Manöver wird sie sich dem Himmelskörper auf bis zu 100 km annähern.

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Gegenwärtig ist das Raumschiff in gutem Zustand und funktioniert wie erwartet, hat die ESA mitgeteilt. Wichtige Daten zum aktuellen Stand der Mission lassen sich live im Internet abrufen. Dafür hat die NASA das Portal "Artemis Real-time Orbit Website" freigegeben, auf dem es unter anderem eine Visualisierung des Raumschiffs gibt, die sich beliebig drehen lässt. Ein Twitter-Account teilt regelmäßig wichtige Missionsdaten.

Das europäische Servicemodul treibt das Raumschiff aktuell nicht nur an, es versorgt die unbemannte Kapsel auch mit Sauerstoff und Strom. An Bord sind lediglich menschengroße Puppen, mit denen unter anderem die Belastungen gemessen werden, die auf sie wirken. Außerdem fliegen für Europa eine Puppenversion von Shaun das Schaf und für die USA ein Plüschsnoopy mit.

Die Orion war am Mittwochmorgen mit der SLS (Space Launch System) ins All geflogen, es war der erste Start der neuen NASA-Riesenrakete. Im dritten Anlauf hatte die Premiere damit geklappt, bei zwei früheren Versuchen war der Countdown abgebrochen worden. Am Mittwoch lief dann alles weitgehend nach Plan, ein bei der Betankung aufgetretenes Leck konnte direkt an der Rakete von Technikern abgedichtet werden.

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Der Countdown hat sich dadurch etwas verzögert, konnte aber wieder aufgenommen werden und etwa 40 Minuten nach Beginn des Zeitfensters hob die Rakete ab. Zwei Stunden lang kreiste die Orion danach um die Erde, bevor sie sich mit einem Feuern der Triebwerke zum Mond aufmachte.

Mit der unbemannten Mission Artemis-1 leitet die NASA mit ihren Partnern das gleichnamige ambitionierte Programm ein, das die Rückkehr der Menschheit auf den Mond zum Ziel hat. Dafür soll die Orion-Raumkapsel den Mond jetzt etwa zwei Wochen lang umkreisen und dann zur Erde zurückkehren. Die NASA will damit wichtige Technik testen, die auch bei den späteren bemannten Missionen zum Einsatz kommen wird.

Der erfolgreiche Start der Riesenrakete SLS und der Mondmission Artemis-1 (18 Bilder)

(Bild: NASA/Bill Ingalls)

Bereits auf Artemis-2 sollen Menschen um den Mond kreisen, und nach einem unbemannten Test der Mondlandefähre soll die Crew von Artemis-3 sogar schon landen. Mit Capstone ist ein Wegweiser für das Artemis-Programm erst vor wenigen Tagen am Mond angekommen.

Bei der ESA verweist man nun noch darauf, dass das Servicemodul der Orion Ergebnis einer "exzellenten Zusammenarbeit" mit der NASA ist, die bereits seit Jahrzehnten anhalte: "Von den Weltraumteleskopen Hubble und James Webb über die Sentinel-Erdbeobachtungssatelliten, die Internationale Raumstation und jetzt Artemis ist die ESO stolz, bevorzugter Partner der NASA zu sein und jetzt beitragen zu können, wieder Menschen zum Mond zu bringen", meint ESA-Chef Josef Aschbacher.

Weitere Servicemodule würden nicht nur dabei helfen, Menschen auf den Erdtrabanten zu bringen, sondern auch den Aufbau einer Raumstation am Mond unterstützen, ist er sich sicher.

Übersicht über die Mission Artemis-1 (5 Bilder)

So soll der Start ablaufen
(Bild: NASA)

(mho)