Monitoring: Grafana 7.4 stellt Zeitreihendaten flexibler dar

Das Monitoring-Dashboard hat ein neues Time-Series-Graphpanel, das unter anderem die Datendichte wiedergeben und mehrere Y-Achsen aufweisen kann.

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(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

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  • Rainald Menge-Sonnentag

Grafana Labs hat Version 7.4 des Monitoring-Dashboards Grafana veröffentlicht. Die interessantesten Neuerungen wie das erweiterte Panel zum Darstellen von Zeitreihendaten und das Node Graph Panel, das unter anderem gerichtete Graphen visualisieren kann, sind im Release als Beta gekennzeichnet. Neben den neuen Paneltypen bietet Grafana 7.4 zusätzliche Transformationen zum Sortieren und Filtern der Daten.

Das neue Graphpanel zur Visualisierung von Zeitreihendaten baut auf die in Grafana 7.0 eingeführten Panelarchitektur auf und bietet zahlreiche Einstellungen zum Anpassen der Darstellung. Unter der Haube setzt es auf die Open-Source-Library μPlot. Im aktuellen Release ist das neue Panel als Beta gekennzeichnet und es fehlen noch einige Funktionen des derzeitigen Graphpanels, die es aber bis Grafana 8.0 erhalten soll.

Neben der im Vergleich zum herkömmlichen Panel verbesserten Performance bietet die neue Implementierung zusätzliche Darstellungsoptionen. Unter anderem lassen sich Graphen mit mehreren Y-Achsen realisieren, und es bringt neue Interpolationsmodi für Linien mit. Außerdem kann es Punkte basierend auf der Datendichte visualisieren und Farbverläufe zum Füllen verwenden.

Das neue Panel für Zeitreihendaten darf mehrere Y-Achsen haben.

(Bild: Grafana Labs)

Eine weitere Neuerung sind weiche Minimal- und Maximalwerte für die Achsen. Bisher wählt der Graph die Bereichsgrenzen wahlweise automatisch oder über fixe Minimal- und Maximalwerte. Letztere Darstellung schneidet womöglich Ausreißer ab, währen erstere kleinen Abweichungen zu viel Gewicht verleihen kann. Durch das Festlegen von Soft-Min- und/oder Soft-Max-Limits stellt der Graph den vorgegebenen Bereich dar, reagiert aber auf Ausreißer durch Anpassung der Grenzen.

Ebenfalls derzeit als Beta gekennzeichnet ist das neue Node-Graph-Panel, das unter anderem gerichtete Graphen oder Netzwerke darstellen kann. Es lässt sich sowohl im Dashboard als auch in der davon unabhängigen Explore-Ansicht verwenden.

Der Node Graph kümmert sich automatisch um das Layout der Knoten.

(Bild: Grafana Labs)

Eine der ersten Anwendungen ist die Darstellung der über AWS X-Ray bereitgestellten Analysedaten zu Amazon Web Services, die über ein Plug-in in das Dashboard beziehungsweise die Explore-Ansicht einfließen. Der Node Graph lässt sich nicht für beliebige Datenquellen verwenden, sondern benötigt eine Kombination aus Knoten (Nodes) und Kanten (Edges). Details zu den Voraussetzungen und der API lassen sich der Dokumentation entnehmen.

Neben den beiden neuen Panels führt Grafana 7.4 zwei neue Transformationen zum Vorverarbeiten der Daten für die Visualisierung ein. Die Sort-by-Transformation sortiert jeden Daten-Frame nach einem vorkonfigurierten Feld. Über die Option reverse lässt sich die Sortierung umkehren.

Außerdem bringt das Release eine neue Filterfunktion mit, die das bisherige Filtern nach Namen und Queries ergänzt: Der "Filter by Value"-Transformator kann Zahlenwerte unter anderem über mathematische Vergleiche wie größer, kleiner, größer gleich und kleiner gleich sowie mit einer Angabe eines Zahlenbereichs ein- oder ausschließen. Daneben kann er für beliebige Werte, die keine Zahlen sein müssen, eine Auswahl über Bedingungen wie gleich, ungleich, ist Null und reguläre Ausdrücke treffen.

Weitere Neuerungen wie die experimentellen Server-side Expressions zum Verändern von Daten aus Backend-Datenquellen lassen sich der Beschreibung zu Version 7.4 in der Grafana-Dokumentation entnehmen.

(rme)