Montag: Ransomware-Angriff, Didi-Rückzug, Schweden-Rente, Luca- & Lego-Apps

Hacker-Attacke über IT-Dienstleister + Didi muss App löschen + Renten-Wunder-Weg entzaubert + Luca-App wächst, wird empfohlen und kritisiert + App erkennt Legos

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  • Frank Schräer

Während ein Hacker-Angriff über den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya auch in Europa Auswirkungen hat, muss der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi seine App zurückziehen – aus Datenschutzgründen. Telepolis entzaubert dagegen den vielfach als Vorbild genannten schwedischen Renten-Wunder-Weg. Die Luca-App ist auch umstritten, ihre Nutzerzahlen aber wachsen weiter und sogar Datenschutzbeauftragte empfehlen sie. Eine Empfehlung ganz anderer Art ist BrickIt, denn diese App erkennt Legosteine im Haufen und macht auf dieser Basis sogar Bauvorschläge – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Bei der jüngsten Attacke mit Erpressungssoftware haben Hacker auf einen Schlag hunderte Unternehmen ins Visier genommen. Sie nutzten eine Schwachstelle beim amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya, um dessen Kunden mit einem Programm zu attackieren, das Daten verschlüsselt und Lösegeld verlangt. Folgen waren bis nach Schweden zu spüren, wo die Supermarkt-Kette Coop fast alle Läden schließen musste. US-Präsident Biden lässt klären, ob Russland hinter diesem Hacker-Angriff über den IT-Dienstleister Kaseya steckt.

Aus Datenschutzgründen ist dagegen der chinesische Fahrdienst-Vermittler Didi Chuxing ins Visier der chinesischen Aufsicht geraten. Die Pekinger Cyberspace-Aufsichtsbehörde ordnete die Löschung der Didi-App aus chinesischen App-Stores an. Es seien "schwerwiegende Verstöße" bei der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten durch Didi festgestellt worden, hieß es. Nachdem Chinas Digital-Aufsicht gegen den Fahrdienst-Vermittler Didi vorgeht, geraten Didi-Aktien unter Druck.

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Unter Druck geraten auch Politiker, Verbraucherschützer und Finanzexperten, die Schweden als das gelobte Rentenland bezeichnen. Die Schweden machen in puncto Rente anscheinend alles richtig. Davon berichten die Medien in den letzten Monaten und so gut wie niemand widerspricht. Die vermeintliche Aufklärung über das schwedische Rentensystem wird zu einer ausgewachsenen Falschinformations-Kampagne, denn Telepolis entzaubert den schwedischen Renten-Wunder-Weg.

Kritik muss sich auch die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie gefallen lassen, aber der hessische Datenschutzbeauftragte Alexander Roßnagel empfiehlt sie trotzdem. Obwohl die App aus Sicht des Datenschützers noch nicht perfekt sei, erfülle sie ihren Zweck und liefere grundsätzlich ein sinnvolles Konzept. Roßnagel schlägt einen pragmatischeren Umgang mit der Luca-App vor.

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Dies denken sich offenbar auch viele Anwender, denn trotz der teilweise heftigen Kritik gegenüber der Luca-App wächst die Zahl der Nutzer täglich und stetig. Pro Woche kommen 1,5 Millionen neue Nutzer und 10.000 neue Veranstaltungen und Check-In-Standorte hinzu. 13 Bundesländer haben sich mittlerweile Lizenzen der App gesichert und 318 deutsche Gesundheitsämter sind mit den Luca-Servern verbunden. Die Nutzerzahlen der Luca-App steigen – die Kritik ebenfalls. So kritisiert der CCC den De-Facto-Zwang.

Nur wenig Kritik gibt es an der BrickIt-App, die das Sortieren von Lego durch ein Smartphone erleichtert: Kiste auskippen und Kamera draufhalten. Die App scannt die ausgeschütteten Lego-Klemmbausteine und schlägt sogar vor, welche Modelle und Sets man damit noch bauen könnte. Ob nun die tausenden Legosteine der Kinder oder die massenhaft eigenen Schätze der Vergangenheit: die BrickIt-App erkennt Legosteine im Haufen.

Auch noch wichtig:

(fds)