Montag: Signal gegen Internetsperren im Iran, Windows-Update verlangsamt GeForce

Proxy für Signal gegen Iran-Sperre + 22H2-Update als Windows-Bremse + Fluggastüberwachung der EU + Streit um Windstrom + Ministerin gegen Strom- & Gassperren

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(Bild: anek.soowannaphoom/Shutterstock.com)

Von
  • Frank Schräer

Der Iran blockiert noch mehr Internet-Dienste seit den Unruhen aufgrund des Todes einer inhaftierten jungen Frau. Dazu gehört auch der Messenger Signal, der sich per Proxy aber weiter nutzen lässt. Nicht gesperrt, aber verlangsamt werden Nvidia-Grafikkarten durch das jüngste Windows-11-Update (22H2). Die Leistung kann laut heise-Tests stark einbrechen. Ein Patch für Nvidias GeForce-Experience-Software steht schon bereit. Derweil wollen die EU-Staaten bei der Fluggastüberwachung tricksen, nachdem ein EuGH-Urteil den Mitgliedsstaaten etliche Restriktionen zum Rastern von Flugpassagierdaten auferlegt hat – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

Der Messenger Signal hat auf einen Notfall-Workaround verwiesen, mit dem sich die Dienste auch bei Blockaden wie aktuell im Iran weiter nutzen lassen. Dort hat das Regime kürzlich den Zugriff auf verschiedene Messenger-Dienste wie WhatsApp und Instagram gesperrt, das letzte dort noch verfügbare große soziale Netzwerk. Der Grund für die Internetsperren sind lautstarke Bürgerproteste, nachdem eine junge Frau in Gewahrsam der Sittenpolizei gestorben war: Messenger Signal will mit Proxy Sperre im Iran aushebeln.

Nvidia-Grafikkarten plus GeForce-Experience-Software bereiten Probleme mit dem Windows-11-2022-Update (aka 22H2). In heise-online-Tests mit einer RTX2070-Super-Grafikkarte brach die Leistung teilweise um über die Hälfte ein, nachdem wir das Windows-Update installiert hatten. Nvidia hat das Problem bereits bestätigt und eine korrigierte Beta-Version der GeForce-Experience-Software veröffentlicht (Version 3.26 Beta): Windows-11-2022-Update (22H2) macht Nvidia-Grafikkarten langsam.

Die tschechische Präsidentschaft des EU-Ministerrats sucht händeringend nach Wegen, wie die Mitgliedsstaaten die vielfältigen Restriktionen aus dem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Rastern von Flugpassagierdaten umgehen können. Entsprechende Optionen zum kreativen Handhaben der Vorgaben der Luxemburger Richter hat die Ratsspitze in einem 14-seitigen, als vertraulich gekennzeichneten Diskussionspapier vom 9. September ausgebreitet, das jetzt durchgesickert ist: So wollen die EU-Staaten bei der Fluggastüberwachung tricksen.

Während Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntag in den Vereinigten Arabischen Emiraten weilte und in der Energiekrise ein Flüssiggas-Abkommen mit nach Hause bringt, gibt es daheim Zoff. Die norddeutschen Flächenländer fordern eine Aufteilung Deutschlands in unterschiedliche Strompreiszonen zulasten Süddeutschlands. So wollen die norddeutschen Länder günstigere Strompreise für ihre Bürger und Unternehmen durchsetzen. Die bayerische Staatsregierung reagierte entrüstet und stellte eine Gegenrechnung mit dem Länderfinanzausgleich an: Nord-süddeutscher Krach um Windstrom und Strompreise.

Strom- und Gaskunden sollen nach dem Willen von Bundesverbraucherschutzministerin Steffi Lemke in der Energiekrise infolge des russischen Kriegs in der Ukraine nicht mit Sperren belegt werden. "Die Bundesregierung hat beschlossen, eine Strompreisbremse auf den Weg zu bringen", sagte die Grünen-Politikerin. "Sie wird schon einmal die Zahl der Fälle verringern, in denen Menschen sich ihre Stromrechnung nicht mehr leisten können", so Lemke. Zusammen mit einer gesetzlichen Regelung gegen Strom- und Gassperren sei dies ein wirksamer Schutz: Bundesverbraucherschutzministerin will Strom- und Gassperren verhindern.

Auch noch wichtig:

  • Der dritte Startversuch der Artemis-I-Mission, die eine US-amerikanische Rakete zum Mond schicken soll, fällt wegen schlechten Wetters aus: Nächster Startversuch der SLS-Mondrakete abgeblasen.
  • Apple verlangt fürs iPhone 14 Pro noch mehr Geld als für die Vorgänger, AMD will 2023 für Notebooks einige aufgefrischte Prozessoren verkaufen, fasst das Bit-Rauschen zusammen: Apples A16-Chip, AMD-Mobilprozessoren und knappe Raspis.
  • Heute vor genau 50 Jahren erhielt Ulrich Wegener als Konsequenz aus dem Münchner Olympia-Attentat 1972 den Auftrag zur Aufstellung einer Antiterroreinheit beim Bundesgrenzschutz, der GSG 9.

(fds)