Motorola Moto G100: Das Desktop-Smartphone

Motorola liefert das 500-Euro-Smartphone Moto G100 mit Desktop-Modus und eigener Dockingstation aus – Oberklasse-Hardware inklusive.

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Von
  • Robin Brand

Das Smartphone als Arbeitsgerät: Motorola spricht mit dem Moto G100 Leute an, die auch produktiv auf ihrem Smartphone arbeiten wollen – mit einem Desktop-Modus für große Bildschirme. Der Hersteller liefert das G100 mitsamt einer passenden Dockingstation aus. Das Bundle aus Dock und Oberklasse-Smartphone ist ab dem heutigen Donnerstag für 500 Euro erhältlich. Wir konnten es bereits antesten.

Motorola ist nicht der erste Hersteller, der seine Smartphones mit einem Desktop-Modus ausstattet. Vergleichbar ausgerüstet sind einige Oberklasse-Smartphones von Huawei, LG und Samsung. Allerdings vermarktet Motorola seine Arbeitsumgebung besonders offensiv. Das Moto G100 kommt direkt mit dem passenden Zubehör aus USB-C-Dock und USB-C-auf-HDMI-Kabel. Fürs produktive Arbeiten lassen sich per Bluetooth Maus und Tastatur verbinden. Vor allem für webbasiertes Arbeiten eignet sich der Desktop-Modus, der so ausgestattete Smartphones zum ultramobilen Laptop-Ersatz macht. Beim ersten Ausprobieren erwies sich Motorolas Desktopmodus als brauchbare Alternative zu Samsungs DeX – in erster Linie unterscheiden sich die Varianten in ihrer grafischen Aufbereitung, weniger im Funktionsumfang. Wie sich der Desktop-Modus als PC-Ersatz macht, haben wir hier näher beschrieben.

Dass der Desktop-Modus überhaupt ein Wettbewerbsvorteil ist, liegt daran, dass Android nach wie vor nicht von Haus aus mit einem solchen kommt. Eigentlich sollte dieser samt Taskleiste und einem brauchbaren Fenstermanagement mit Android 10 eingeführt werden. Der Code ist im System zwar enthalten, wurde bislang als Funktion jedoch nicht aktiviert. So duplizieren die meisten anderen Smartphones, die Displaysignale über die USB-C-Buchse ausgeben, lediglich den Smartphone-Screen.

Das Motorola stellt anstelle eines Desktops wahlweise auch einen Mediaplayer in einer simpleren Kachelansicht auf großen Bildschirmen dar. Dann ist die Auswahl auf Apps wie Netflix, YouTube oder Mediatheken sowie Spiele reduziert.

Das Smartphone selbst ist mit einem 6,7 Zoll großen IPS-Panel ausgestattet, das 2520 × 1080 Pixel und maximal 90 Hertz darstellt. Laut Motorola deckt es den DCI-P3-Farbraum ab. Wir haben eine maximale Helligkeit von 420 Candela gemessen – andere Oberklasse-Smartphones erreichen Werte bis zu 1000 Candela.

Damit das Smartphone auch bei mehreren parallel geöffneten Anwendungen nicht in die Knie geht, stattet Motorola es mit Qualcomms Oberklasse-SoC Snapdragon 870 und 8 GByte Hauptspeicher aus. Der 870 ist eine Neuauflage des Snapdragon 865+, der wiederum eine beschleunigte Neuauflage des Snapdragon 865 war.

Die von Qualcomm versprochene Leistungssteigerung gegenüber dem 865 konnten wir anhand der ersten Benchmarks nicht erkennen. Eher attestierten diese dem Motorola ähnliche Werte wie sie zum Beispiel auch das Asus Zenfone 7 mit Snapdragon 865 hinlegte – schnell genug für alle Arbeiten, die am Smartphone anfallen allemal. Zukunftssicher ist das Smartphone dank Zusatzchip Snapdragon X55 für 5G-Mobilfunk und Wi-Fi 6. Der 128 GByte fassende Speicher lässt sich erweitern – auf Kosten einer zweiten SIM-Karte.

Üppig ist der Akku mit einer Kapazität von 5000 mAh ausgestattet. Die Rückkamera besteht aus weitwinkliger Hauptkamera (64 MP, 1/2"-Sensor), 16-MP-Ultraweitwinkel, Tiefenkamera und ToF-Sensor. Auf der Vorderseite stehen gleich zwei Kameras für Selfies bereit: Weitwinkel und Ultraweitwinkel.

Motorola liefert das G100 mit Android 11 und nahezu unveränderter Bedienoberfläche aus und will es mit einem OS-Upgrade und zwei Jahre lang mit Sicherheitspatches versorgen. Das Bundle mit Dock und HDMI-Kabel ist ab sofort für 499 Euro bestellbar.

(rbr)