Movie2k-Verfahren: Mutmaßlicher Betreiber händigt Bitcoins in Millionenwert aus

Kryptogeld im Wert von rund 25 Millionen Euro hat ein geständiger Verdächtiger im Verfahren gegen das illegale Streamingportal movie2k übergeben.

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(Bild: Heiko Kueverling/Shutterstock.com)

Von
  • Axel Kannenberg

Einer der mutmaßlichen Macher des illegalen Streamingportals movie2k hat der Staatsanwaltschaft Bitcoin und Bitcoin Cash im Wert von rund 25 Millionen Euro ausgehändigt. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit.

Den Angaben nach handelt es sich um den mutmaßlichen Programmierer des Portals, der ebenso wie ein zweiter Verdächtiger seit November 2019 in Untersuchungshaft sitzt. Das nun behördlich sichergestellte Kryptogeld sei zur Schadenswiedergutmachung herausgegeben worden.

Dem Programmierer wird vorgeworfen, von 2008 bis 2013 einer der Hauptbetreiber des Streamingportals Movie2k gewesen zu sein, über das laut Staatsanwaltschaft über 880.000 illegale Kopien von Filmen zugänglich waren. Der andere Hauptbetreiber sei noch flüchtig. Beim zweiten Verdächtigen in U-Haft handelt es sich um einen Immobilienunternehmer aus Berlin, gegen den Verdacht auf Geldwäsche besteht. Beide Verdächtige zeigten sich laut Mitteilung der Behörden umfassend geständig.

Einnahmen erzeugten die Portalbetreiber über Werbung und Abofallen. Über movie2k.to seien so mehrere Millionen Euro zusammengekommen. Die Geldflüsse seien unter anderem über Briefkastenfirmen und Finanzagenten in Europa und Asien geleitet worden.

Die Gewinne hätten die beiden Betreiber auch im großen Stil für den Ankauf des Kryptogelds Bitcoin genutzt. Der Programmierer habe davon über 22.000 Bitcoins erhalten. Zwischen 2013 und 2016 habe er das Geld genutzt, um über den Immobilienunternehmer verschiedene Immobilienkäufe zu tätigen. Durch den Fork des Bitcoin-Netzwerks im Jahr 2017 dürfte sich sein Bitcoin-Besitz noch zusätzlich um Bitcoin Cash ergänzt haben.

(axk)