Musik per Bluetooth: Qualcomm Snapdragon Sound soll Qualität steigern

Qualcomm will mit Snapdragon Sound die Audio-Qualität bei Bluetooth-Verbindungen steigern. Erste kompatible Hardware soll noch im Frühjahr in den Handel kommen.

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Qualcomm Snapdragon SOund

(Bild: Qualcomm)

Von
  • Patrick Bellmer

Mit der Bündelung und Optimierung verschiedener Software-Komponenten will Qualcomm die Audio-Qualität von drahtlosen Verbindungen erhöhen. Das als Snapdragon Sound bezeichnete Paket setzt an der Betriebssystemebene an und soll im Fall von Android somit das Buffer-Management als bisherigen Flaschenhals bei Audio-Übertragungen per Bluetooth umgehen. Der Kurzstreckenfunk bleibt als Übertragungsmedium jedoch bestehen. Xiaomi und Audio-Technica gehören zu den ersten Hardware-Herstellern, die Snapdragon Sound unterstützen werden. Amazon Music soll als erster Streaming-Dienst das passende Audio-Material liefern.

In erster Linie will Qualcomm mit Snapdragon Sound eine höhere maximale Samplerate bei der Wiedergabe von Musik (96 kHz) und Gesprächen (32 kHz) erreichen. Gegenüber einem nicht genannten Mitbewerber soll dies jeweils eine Verdoppelung darstellen – die Werte deuten auf Apples AirPods hin. Gleichzeitig ist eine Verringerung der Latenz das Ziel, Qualcomm spricht von 89 Millisekunden. Zum Tragen kommt das in erster Linie bei Videos: Eine hohe Latenz führt hier zu fehlenden Lippensynchronität.

Einen möglichen positiven Nebeneffekt kann Snapdragon Sound auch auf die Akkulaufzeiten haben. Durch die Optimierungen lassen Verbindungen schneller auf- und abbauen, was den Energiebedarf leicht senken kann. Ebenso nennt Qualcomm stabilere Verbindungen zwischen Sender und Empfänger sowie eine schnellere und einfachere Kopplung der Geräte. Voraussetzung für Snapdragon Sound sind kompatible Chips im Sender (beispielsweise Smartphones) und Empfänger (Kopfhörer oder Lautsprecher). Dazu gehören das im Dezember vorgestellte System-on-Chip (SoC) Snapdragon 888, der Konnektivitäts-Chip FastConnect 6900, die Chips WCD938W und WSA883x sowie die Bluetooth-SoCs QCC515x, QCC514x und QCC3056.

Snapdragon Sound steht zunächst nur für einige wenige Chips zur Verfügung. Für Smartphones sind vor allem der Snapdragon 888 sowie der FastConnect 6900 relevant.

(Bild: Qualcomm)

Aufseiten der Qualcomm-eigenen Audio-Entwicklungen gehören unter anderem aptX Adaptive Audio, eine aktive Geräuschunterdrückung (ANC, Active Noise Cancellation) und TrueWireless Mirroring zum Paket. Ob Kopfhörer oder Smartphones alle Funktionen bereitstellen müssen, ist unklar. Auf Nachfrage erklärte Qualcomm lediglich, dass Snapdragon Sound und aptX unabhängig voneinander sind. So können Hardware-Hersteller weiterhin aptX berücksichtigen, müssen dafür aber nicht auf Snapdragon Sound setzen. Offen ist zudem, ob Snapdragon Sound auf Android begrenzt ist oder zu einem späteren Zeitpunkt auch Windows-PCs auf Snapdragon-Basis von den Verbesserungen profitieren können.

Erste Hardware, die Snapdragon Sound unterstützt, soll im Laufe des zweiten Quartals 2021 erhältlich sein. Käufer sollen sie an einem speziellen Logo erkennen können. Damit Hersteller dieses verwenden dürfen, müssen die Geräte Qualcomms Prüfeinrichtung durchlaufen. Das soll sicherstellen, dass eine problemlose herstellerübergreifende Zusammenarbeit gegeben ist.

(pbe)